Zecken überwintern: Neuer Rekord bei FSME
FSME-Fälle steigen stetig – das Risiko besteht das ganze Jahr. 2025 könnte ein Rekordjahr werden. Wie du dich und deine Familie schützt, erfährst du hier.
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Obwohl die Auswertungen für das Jahr 2025 noch laufen, zeichnet sich schon jetzt ab: Die Zahl der FSME-Erkrankungen wird die hohen Werte aus 2024 wohl erneut übertreffen und weiter steigen. Das berichtet Gerhard Dobler vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München im Deutschen Ärzteblatt. Auch Parasitologin Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim bestätigt: „Seit 2016 gibt es nur noch Jahre mit hohen Fallzahlen von 400 bis 500 Krankheitsmeldungen.“ Phasen mit wenigen Erkrankungsfällen gehören laut ihr inzwischen der Vergangenheit an.
So kommt es zu immer mehr FSME-Fällen
Auch wenn die Gründe für die Ausbreitung der Zecken vielfältig sind, gilt der fortschreitende Klimawandel als einer der Haupttreiber. Mittlerweile ist ganz Deutschland Endemiegebiet für die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Besonders in den Monaten März, April und Mai, wenn sich wieder mehr Menschen draußen aufhalten, beobachten Experten eine deutliche Zunahme aktiver Nymphen – das sind Zecken im jugendlichen Entwicklungsstadium.
Deutschlandweit FSME-Gefahr – regionale Hotspots bleiben
„Ganz Deutschland ist mittlerweile ein FSME-Risikogebiet – wenn auch mit deutlichen regionalen Unterschieden“, stellt die Parasitologin Ute Mackenstedt fest. Laut dem Robert Koch-Institut gelten inzwischen 178 Stadt- und Landkreise als Risikogebiete, das sind drei mehr als im vergangenen Jahr. Besonders betroffen sind Bayern und Baden-Württemberg, Südhessen, das südöstliche Thüringen, Sachsen sowie das südöstliche Brandenburg.
Insgesamt gibt es laut aktuellem Bulletin des RKI in elf von 16 Bundesländern bereits ausgewiesene Risikogebiete – teils betreffen sie jedoch nur einzelne Landkreise. Ausgenommen sind Mecklenburg-Vorpommern sowie die Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg.
Jedoch weist Dobler darauf hin, dass die Risikogebietskarte des RKI nicht direkt die tatsächliche Verbreitung von FSME in Deutschland widerspiegelt, sondern lediglich die Inzidenz pro 100.000 Einwohner zeigt. „Wenn die Fallzahl gering ist, aber viele Menschen dort leben, wird das Gebiet laut RKI-Definition nicht als Risikogebiet eingestuft – auch wenn es tatsächlich FSME-Fälle gibt“, erklärt der Mikrobiologe. So konnte er gemeinsam mit seinem Forschungsteam auch in mehreren Landkreisen, die offiziell nicht als FSME-Risikogebiete gelten, Infektionen nachweisen.
Von Impfungen bis Kleidung: Der beste Schutz vor FSME
Vor der sogenannten Hirnhautentzündung schützt du dich und auch deine Kinder am besten mit einer Impfung. Bisher empfiehlt die STIKO die FSME-Impfung nur für ausgewiesene Risikogebiete und für beruflich exponierte Personen. Aus diesem Grund sind die gesetzlichen Krankenkassen nicht verpflichtet, die Kosten für alle Versicherten aus Nichtrisikogebieten zu übernehmen.
Lange Kleidung – der einfachste Schutz vor Stichen
Den besten Schutz vor Zeckenstichen bietet passende Kleidung – für dich und deine Kinder. Auch an warmen Tagen lohnt es sich, beim Ausflug in die Natur auf langärmlige Shirts und lange Hosen zu setzen. Die Hosenbeine steckst du am besten in die Socken, so haben Zecken kaum eine Chance. Ein geschlossener Kragen schützt zusätzlich den Halsbereich. Praktisch: Auf heller Kleidung lassen sich Zecken besonders schnell entdecken.
Du hast bei dir oder deinem Kind einen Zeckenbiss entdeckt? Keine Panik! Entferne die Zecke am besten mit einer Pinzette, Zeckenzange oder Zeckenkarte. Achte darauf, sie nicht zu quetschen – so gelangen weniger Erreger in die Wunde. Greife die Zecke möglichst nah an der Haut und ziehe sie langsam heraus, leicht drehend und wackelnd. Ist der Stich schwer erreichbar, bitte jemanden um Hilfe – so stellst du sicher, dass alles vollständig entfernt wird.
Sprays als zusätzlicher Schutz vor Zecken
Als zusätzliche Schutzmaßnahme kannst du bei dir und deinen Kindern ein Insektenschutzspray verwenden – das lässt sich sogar über der Kleidung anwenden. Diese Sprays wirken vor allem abschreckend, indem sie die feinen Geruchssensoren der Zecken stören oder blockieren. So nehmen die kleinen Parasiten den Menschen gar nicht erst als potenzielle Nahrungsquelle wahr. Praktisch: Die meisten dieser Sprays bieten zugleich Schutz vor Mücken.



Zecken-Check nach jedem Aufenthalt im Grünen
Nach jedem Ausflug ins Grüne solltest du dich selbst und deine Kinder sorgfältig auf Zecken absuchen. Die kleinen Parasiten streifen häufig noch stundenlang über die Haut, bis sie eine dünne, gut durchblutete und warme Stelle finden. Besonders gründlich kontrollieren solltest du folgende Körperstellen:
Kniekehlen
Achselhöhlen
Leistenbeuge und Genitalbereich
Hals und Nacken
Haaransatz sowie hinter den Ohren (vor allem bei Kindern)
Brust- und Bauchbereich








