PsycheBorderline-Syndrom: Symptome der Persönlichkeitsstörung

Das Borderline-Syndrom ist vielschichtig und für Angehörige und Freunde der Betroffenen oft emotional sehr anstrengend.
Das Borderline-Syndrom ist vielschichtig und für Angehörige und Freunde der Betroffenen oft emotional sehr anstrengend.
Foto: iStock
Inhalt
  1. Was ist Borderline?
  2. Was sind Symptome für Borderline?
  3. Typische Begleit-Erkrankungen von BPS
  4. Was sind die Ursachen für Borderline?
  5. Welcher Arzt diagnostiziert BPS?
  6. Welche Therapien helfen bei Borderline?
  7. Welche Medikamente helfen bei dieser psychischen Störung?
  8. An wen wenden bei Borderline?
  9. Wie viele Menschen sind von BPS betroffen?
  10. Wie wirkt sich Borderline auf eine Beziehung aus?
  11. Was kann der Partner tun?
 

Was ist Borderline?

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist eine ernst zu nehmende Persönlichkeitsstörung, die in sehr vielfältiger Weise ausgeprägt sein kann. Die meisten Menschen, die darunter leiden, sind von emotionaler Instabilität geprägt. Das kann sich in den verschiedensten Symptomen äußern. Oft bleibt die Störung jedoch von Außenstehenden lange Zeit unbemerkt.

Den Namen Borderline-Syndrom (deutsch: Grenzliniensyndrom) trägt die Persönlichkeitsstörung, da Mediziner sie in den Grenzbereich zwischen neurotisch und psychotisch bedingten Störungen einordnen. Die Therapie konzentriert sich darauf, die Betroffenen zunächst emotional zu stabilisieren. Dann erfolgt die Behandlung der erlebten Traumata.

 

Was sind Symptome für Borderline?

Das Borderline-Syndrom wird auch als emotional-instabile Persönlichkeitsstörung bezeichnet. Die Betroffenen sind oft nur schwer in der Lage, ihre Gefühle zu steuern. Oft reagieren sie impulsiv und erleben Emotionen wie Angst und Wut – aber auch Freude – in sehr übersteigertem Maß.

Da die Betroffenen ihre Emotionen nur schwer regulieren können, erscheinen auch ihre Handlungen oft wechselhaft und inkonsequent. Das spiegelt sich in den Symptomen der Persönlichkeitsstörung. Es fällt Betroffenen schwer, Nähe und Distanz zu regulieren. So gehen manche von ihnen schnell intensive Bindungen zu anderen Menschen ein und idealisieren den Partner, um ihn dann genauso schnell wieder abzustoßen. Hinzu kann eine Angst vor dem Alleinsein, aber auch vor zu viel Nähe kommen.

Viele Betroffene werden schnell aggressiv gegen andere, aber auch gegen sich selbst. Charakteristisch sind Selbstverletzungen, zum Beispiel durch Schnitte oder kleine Brandwunden. Auch der Konsum von Drogen oder riskante Aktivitäten wie das Balancieren auf Brückengeländern werden von Borderlinern zum Abbau der emotionalen Spannung genutzt. Innerlich sehnen sich die Betroffenen dabei meist nach Ruhe und Geborgenheit.

Die ständige Überreizung der Nerven von Borderlinern kann dazu führen, dass sich die Wahrnehmung des eigenen Körpers verändert, dieser Zustand wird als „Dissoziation“ bezeichnet. Der betroffene Mensch empfindet dann keine Schmerzen mehr und fühlt sich wie weggetreten und losgelöst. In diesem Zustand können auch optische oder akustische Halluzinationen auftreten.

Diese und viele weitere Symptome charakterisieren die vielschichtige Persönlichkeitsstörung. Meist mildern sie sich im späteren Erwachsenenalter ab und die Betroffenen erleben eine gewisse emotionale Stabilisierung. Dennoch ist eine therapeutische Behandlung dringend zu empfehlen, da das Borderline-Syndrom sehr quälend für Betroffene, aber auch für deren Angehörige sein und auch gefährliche Ausmaße annehmen kann.

 

Typische Begleit-Erkrankungen von BPS

Menschen, die an der Borderline-Störung leiden, haben oftmals auch mit Depressionen, Ängststörungen und Panikattacken zu kämpfen.

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Was sind die Ursachen für Borderline?

Auslöser für eine solche Persönlichkeitsstörung können traumatische Erlebnisse in der Kindheit und Jugend sein – etwa Gewalt, Missbrauch oder der Verlust einer wichtigen Bezugsperson. Mediziner vermuten, dass auch genetische Faktoren eine Rolle spielen. Das würde bedeuten, dass das Borderline-Syndrom vererblich ist.

 

Welcher Arzt diagnostiziert BPS?

Neurologen und Psychiater diagnostizieren Borderline anhand eines festen Kriterien-Katalogs. In diesem sind verschiedene Verhaltensweisen und Persönlichkeitszüge definiert, wie zum Beispiel: das Gefühl einer chronischen Leere, instabile zwischenmenschliche Beziehungen, selbstschädigendes Verhalten, Wutausbrüche, Störungen des Selbstbildes.

Nicht alle Erkrankten weisen alle Symptome auf, die Merkmale der Krankheit können zudem ganz unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

 

Welche Therapien helfen bei Borderline?

Welche Therapieformen einem Borderline-Patienten am besten helfen können, müssen die behandelnden Ärzte jeweils individuell abhängig von der Situation und den Symptomen des Betroffenen entscheiden. Wichtig ist in jedem Fall die Psychotherapie. Möglich sind sowohl Einzeltherapie als auch Gruppentherapie. In der Therapie können zum Beispiel Methoden zum Stressabbau und zur Kontrolle der überbordenden Gefühle erlernt werden. Zusätzlich können Medikamente wie zum Beispiel Stimmungsstabilisierer eingesetzt werden.

 

Welche Medikamente helfen bei dieser psychischen Störung?

Grundsätzlich ist zu sagen, dass Medikamente allein eine Borderline-Störung nicht heilen können. Jedoch können verschiedene Medikamente, die die Psyche stabilisieren, die Psychotherapie der Persönlichkeitsstörung unterstützen. Dazu zählen unter anderen Stimmungsstabilisierer und Antipsychotika.

 

An wen wenden bei Borderline?

Ein erster Ansprechpartner bei Verdacht auf eine Borderline-Störung kann der Hausarzt sein. Er kann den Betroffenen dann an die spezialisierten Fachärzte überweisen. Zur weiteren Diagnostik und Behandlung der Persönlichkeitsstörung sind Neurologen und Psychiater geeignet.

Wer in einer akuten Krise steckt, kann sich bei der bundesweiten Telefonseelsorge (0800 111 oder 0800 222) kostenlos rund um die Uhr von kompetenten Ansprechpartnern Rat holen. Unter www.telefonseelsorge.de kann man seine Sorgen auch anonym per E-Mail schildern und erhält umgehend Antwort.

 

Wie viele Menschen sind von BPS betroffen?

Nach Angaben von psychiatrischen Fachverbänden sind in Deutschland etwa 3 Prozent der Bevölkerung von der Borderline-Störung betroffen. Frauen erkranken etwas häufiger, allerdings sind auch viele Männer betroffen.

Was Hoffnung macht: Langzeitbeobachtungen von Borderline-Patienten haben gezeigt, dass nach mehreren Jahren Therapie viele der Betroffenen immer weniger der typischen Symptome aufweisen. Wichtig ist, die Therapie konsequent fortzusetzen.

 

Wie wirkt sich Borderline auf eine Beziehung aus?

Wer an Borderline erkrankt, hat oftmals große Schwierigkeiten in der Gestaltung von zwischenmenschlichen Beziehungen. Die extremen Gefühlsschwankungen und der Trieb zu destruktivem Verhalten machen es schwer, eine harmonische Paarbeziehung zu führen. Das heißt aber nicht, dass eine Liebesbeziehung für Borderline-Erkrankte unmöglich ist. Sie kann gelingen, wenn beide Partner um die Persönlichkeitsstörung und ihre Auswirkungen wissen und damit umgehen können. Dazu gehört auch, sich nicht davor zu scheuen, externe Hilfe durch Ärzte und Psychologen anzunehmen.

 

Was kann der Partner tun?

Wenn einer der Lebenspartner in einer Beziehung an der Borderline-Störung leidet, ist es für den Partner elementar wichtig, zu wissen, dass das so ist. Denn nur so kann er die typischen Symptome und Verhaltenweisen eines Borderliners einschätzen und angemessen reagieren.

Außerdem ist es wichtig, dass der Partner nicht im Alleingang versucht, dem Partner mit Borderline zu helfen. Eine derart massive psychische Störung ist ohne ärztliche und psychotherapeutische Hilfe kaum in den Griff zu bekommen. Borderline heißt aber nicht per se, dass jeder Betroffene beziehungsunfähig ist - mit entsprechender Unterstützung durch Fachkräfte und viel Liebe und Geduld ist auch für Borderliner ein erfülltes Leben mit Liebe möglich.

 

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