EuropaBREXIT: Was sich für DICH damit ändert!

Boris Johnson, der britische Premier, legt einen Endspurt in Sachen EU-Austritt hin. Doch welche Konsequenzen hat der Brexit eigentlich für uns? Wir haben Antworten.

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Inhalt
  1. Was bedeutet der EU-Austritt für UNS?
  2. Wer profitiert vom Brexit?
  3. Fazit zum Brexit
  4. Zahlreiche Fakten zum Brexit

Das Referendum um den Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU fand bereits am 23. Juni 2016 statt und doch ist der Brexit immer noch nicht vollzogen. Das könnte sich nun ändern. Doch welche Konsequenzen kommen dann eigentlich auf uns zu? Wir klären auf.

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Was bedeutet der EU-Austritt für UNS?

Die Briten haben abgestimmt und sich für den Austritt aus der Europäischen Union entschieden. Damit haben sie nicht nur eine Entscheidung für sich gefällt, sondern für die ganze EU. Diese Folgen hat der Brexit für uns:

1. Medikamente und Autos werden teurer

Ob Medikamente, Autos oder Immobilienpreise: es wird teurer. Weil der auf den Brexit folgende Börsencrash (der DAX ist nach der Abstimmung um rund 10 Prozent gefallen) den Euro abwerten kann. Großbritannien (GB) kann wieder Handelszölle einführen, was zu höheren Preisen führt. Deutsche Konzerne (vor allem Pharma- und Automobilunternehmen) exportieren jährlich Produkte in Milliardenwert nach Großbritannien. Ändern sich die Handelskonditionen (teurer), könnten die deutschen Konzerne den Export nach GB mindern. Um dadurch keine Verluste einzufahren, könnten sie auf die Idee kommen, die Preise für den restlichen Markt - also auch in Deutschland - zu erhöhen.

2. Du könntest deinen Job verlieren

Wenn in GB die Nachfrage nach deutschen Produkten sinkt (etwa wegen höherer Kosten, S. Punkt 1), wird in Deutschland weniger produziert. Weniger Produktion bedeutet weniger Angestellte...

3. Du wirst womöglich höhere Steuern zahlen

Jedes EU-Land zahlt jährlich Milliardenbeiträge in den gemeinsamen EU-Geldtopf ein. Fällt GB weg, erhöhen sich wohl die Beiträge für die restlichen EU-Mitglieder. Deutschland als größter Geldgeber, wäre wohl am meisten betroffen. Das Geld können sich unsere Politiker natürlich von den Bürgern holen - also von uns. Eine Möglichkeit wären Steuererhöhungen.

4. Schulen könnten weniger Gelder bekommen

Die andere Möglichkeit wären Sparmaßnahmen. Etwa, indem man den Bundesländern den Geldhahn zudreht. Und die müssten wiederrum das Geld woanders sparen, wie z.B. in Schulen, Schwimmbädern & anderen öffentlichen Institutionen, die vom Land finanziell unterstützt werden. Im schlimmsten Fall leiden unter dem Brexit also am meisten diejenigen, die am wenigsten dafür können: unsere Kinder.

5. Die Sicherheit kann sinken

Mit dem Austritt aus der EU würde GB wohl auch weniger bis gar nicht bei der europäischen Polizeibehörde Europol mitmischen. Die Folge: Es findet kein Datenaustausch zwischen den Sicherheitsbehörden von GB und den EU-Ländern mehr statt. In Zeiten von Terroranschlägen, Bedrohungen und weltweiten Krisenherden, ist ein "Informant" weniger ein herber Verlust für Europas Sicherheit.

6. Reisen, Arbeiten und Auswandern nach GB wird umständlicher

Falls GB wieder eine Visumspflicht einführt, wird die Urlaubsbuchung noch bürokratischer, weil man dann erst das Visum beantragen muss. Wer in GB lebt oder arbeitet, muss höhere Hürden meistern und alle paar Monate eine Verlängerung des Aufenthalts beantragen. Eine Untersuchung der Oxford University hat ergeben, dass drei Viertel der EU-Bürger, die in GB arbeiten, nicht die Visum-Kriterien erfüllen. Vor allem Menschen, die in Hotels, Restaurants oder der Landwirtschaft in GB arbeiten, wären davon betroffen.

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Wer profitiert vom Brexit?

  1. Banken: Fällt London als wichtigster Finanzstandort der EU weg, wird der zweitwichtigste logischerweise zum wichtigsten Standort werden: der Finanzplatz Frankfurt. Ausländische Banken werden für ihre Zentralen lieber einen Standort IN Europa wählen, um von dort aus bequemer mit EU-Ländern Geschäfte abzuschließen.
  2. Immobilienbesitzer: Die Angst vor einer platzenden Immobilienblase wird Käufer, die in z.B. in London eine Wohnung oder ein Haus als Geldanlage kaufen wollten, dazu bringen, Immobilien z.B. in Berlin zu kaufen. Die nachfrage wird steigen, sodass die Immobilienpreise in die Höhe schnallen werden. Ein Desaster für die Käufer, ein Jubel für Immobilienbesitzer und -händler...
  3. Aktionäre: Wer in Gold investiert hat, kann sich freuen: Dieser "sichere Hafen" der Aktienwelt wird wohl vom Brexit profitieren. Gerade jetzt, wo alle Investitionen, die nur annähernd "britisch" sind, als labil angesehen werden, werden Aktionäre "sichere" Aktien kaufen (z.B. auch Bundesanleihen). Diese werden erheblich an Wert gewinnen. Wer solche Aktien bereits hält, wird noch reicher.
 

Fazit zum Brexit

Der Präsident des Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo, Clemens Fuest, meint: "Deutschland wäre wahrscheinlich der größte Verlierer eines Brexit, abgesehen von Großbritannien selbst.“ Deutschlands Wirtschaftsleistung könnte nach dem Brexit um bis zu drei Prozent fallen. Der Grund: Großbritannien ist für Deutschland der drittwichtigste Handelspartner. Außerdem ist GB die zweitgrößte Volkswirtschaft der Europäischen Union.

Für "uns" heißt der Brexit in Kürze: Die Kluft zwischen arm und reich wird (noch) größer werden.

 

Zahlreiche Fakten zum Brexit

  • Der 23. Juni 2016, wird in die Geschichte eingehen: Großbritannien (GB) ist das erste Land, dass aus der EU austritt.
  • Insgesamt haben 72,2 Prozent der berechtigten Wähler über den Brexit abgestimmt.
  • 51,9 Prozent der britischen Wähler haben sich für den EU-Austritt ausgesprochen (rund 17,41 Millionen Wähler), somit wollten 48,1 Prozent in der Europäischen Union bleiben (rund 16,14 Millionen Wähler).
  • Es gab massive regionale Unterschiede: Im europafreundlichen Schottland wollten 62 Prozent der Wähler in der EU bleiben, in Nordirland immerhin 55,8 Prozent.
  • Die EU-Gegner sitzen im Süden Großbritanniens: In England stimmten 53,4 Prozent für den Austritt, in Wales 52,5 Prozent.
  • In Gibraltar stimmten satte 95,9 Prozent (!) aller Wähler für den EU-Verbleib.
  • Auch in den Altersgruppen der Wähler gab es massive Unterschiede: Während 64 Prozent der 18 bis 24-Jährigen und 45 Prozent der 25 bis 49-Jährigen für den Verbleib Großbritanniens in der EU stimmten, entschieden sich 58 Prozent der über 65-Jährigen und 49 Prozent der 50 bis 64-Jährigen für den EU-Austritt. Mit anderen Worten: Die, die am längsten mit dem EU-Austritt klar kommen müssen, wurden von denen überstimmt, die am kürzesten die Auswirkungen zu spüren bekommen werden.
  • Laut dem Vertrag von Lissabon ("EU-Vertrag") gibt es eine Art "Kündigungsfrist" für den Austritt. Demnach hätte der Austritt frühstens im Juli 2018 erfolgen können. Na ja, das hat sich ja nun eh erledigt...
  • Laut Artikel 50 des EU-Vertrags muss der Austritt schriftlich erklärt werden, um in Kraft zu treten. Wichtig dafür: 1. formeller Beschluss des Kabinetts, 2. handelsfähige Regierung.
  • Deutsche Politiker waren von dem Wahlergebnis entsetzt. Der damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) (jetzt Bundespräsident) twitterte, es sei ein "trauriger Tag für Europa". Martin Schulz, der damalige Vorsitzender des europäischen Parlaments sagte: "Wir sind traurig über die Entscheidung der Briten, aber es ist eine souveräne Entscheidung des britischen Volkes."

 

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