HeiratenDepressionen nach der Hochzeit: Was, wenn der "schönste Tag" im Leben vorbei ist?

Monatelang wird geplant, gebucht und vorbereitet – das ganze Leben dreht sich um DEN einen Tag: den Tag der Hochzeit. Aber was kommt danach? Bei manchen Frust, ein schwarzes Loch oder sogar Depressionen. Woher kommt der Hochzeitsblues wie wird man ihn wieder los?

Inhalt
  1. Gründe für Frust und Depressionen nach der Hochzeit
  2. Nach der Hochzeit: Kein Ziel, keine Vorfreude, keine Aufgaben?
  3. Unrealistische Erwartungen: Die Hochzeit und die Zeit danach
  4. Hochzeitsschulden und aufgeschobene Probleme
  5. Nach der Hochzeit: Warum ist der Frosch nicht zum Prinzen geworden?
  6. Der Teufelskreislauf: Ohne Ziel keine Motivation
  7. Das hilft: Depressionen nach der Hochzeit vorbeugen und bekämpfen

Das Wort Hochzeit stammt etymologisch von dem mittelhochdeutschen Wort hôchzît ab und bedeutet ‚hohe, festliche Zeit‘. Und tatsächlich: Eine Hochzeit und die Zeit davor sind vor allem für Bräute genau das, eine Hoch-Zeit. Doch bekanntlich folgt auf jedes Hoch auch ein Tief. Ist der große Tag vorbei, landen viele Frischvermählte nicht nur auf dem Boden des Alltags, sondern in einem tiefen Loch.

 

Gründe für Frust und Depressionen nach der Hochzeit

Nach monatelanger Planung, Aufregung, Stress und vor allem: Vorfreude! ist er nun vorbei, der „schönste Tag im Leben“! Unabhängig davon, ob die Hochzeit ein voller Erfolg oder nicht so schön wie erwartet war – ist sie einmal vorbei, leiden Bräute und sicher auch einige Bräutigame unter Vorfreude-Entzug. Die meisten Paare planen ihre Hochzeit sehr lange im Voraus. Aufgrund der seit einigen Jahren herrschenden Hochzeits-Euphorie ist das auch notwendig, denn Locations, DJs und Fotografen sind eineinhalb bis zwei Jahre im Voraus ausgebucht. Dementsprechend werden Vorfreude und positive Aufregung zu ständigen Begleitern, die nach der Hochzeit plötzlich verschwunden sind: Das "normale" Leben scheint verglichen mit der Hochzeitszeit nicht mehr so schön zu sein.

Depressionen – was tun? Wie du dich von schlechten Gefühlen befreien kannst, erfährst du hier!

 

Nach der Hochzeit: Kein Ziel, keine Vorfreude, keine Aufgaben?

Für viele Ehepaare in Spe wird die Hochzeitsplanung zu einem gemeinsamen Hobby: Am Wochenende werden potenzielle Orte für die Hochzeit und die anschließende Feier besichtigt, Messen werden in jeder Stadt besucht, die halbwegs in der Nähe liegt, Kataloge und Websites werden gewälzt – es wird geprüft, geplant, gekauft und gefiebert, bis der Hochzeitstag dann endlich da ist!

Die Hochzeits-Euphorie endet dann auch nicht direkt nach dem Fest: In den folgenden Tagen müssen Geschenke ausgepackt, Dankeskarten geschrieben und Fotos begutachtet, herumgezeigt und bewundert werden. Eventuell steht eine wunderschöne Hochzeitsreise an. Mit jedem, der auf der Hochzeit war, wird en détail besprochen, was warum besonders schön war, welches Kleid hinreißend oder nach einem Fauxpas aussah und welcher Gast lieber nicht so tief ins Glas hätte schauen sollen. Jedem der nicht dabei war, muss natürlich erst recht erzählt werden, was er verpasst hat. Aber irgendwann muss die pinke Hochzeitsbrille abgenommen und das „normale“ Leben in Angriff genommen werden: Das ist der Moment, in dem ein frischgebackenes Ehepaar in ein Loch namens Alltag fallen kann.

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Unrealistische Erwartungen: Die Hochzeit und die Zeit danach

In den letzten Jahren erlebt die Hochzeitswelt einen Boom: Immer mehr Paare entscheiden sich für die Ehe und der Stellenwert der Hochzeit selbst ist ins beinahe Unermessliche gestiegen. Nicht nur durch die Medien, vor allem auch durch die Hochzeitsindustrie werden die Maßgaben, wie und was eine Hochzeit sein soll, immer unrealistischer.

Der Anspruch, der Hochzeitstag sollte der schönste Tag im Leben sein, ist nicht nur enorm schwer zu erfüllen, sondern bei näherer Betrachtung auch fatal: Worauf kann man sich denn noch freuen, wenn die Hochzeit einmal vorbei ist?

 

Hochzeitsschulden und aufgeschobene Probleme

Hochzeitsschulden verbinden oft die beiden vorherigen Punkte: Unrealistische Vorstellungen von ihrem Hochzeitsfest verleiten viele Paare dazu, so viel Geld ins Heiraten zu investieren, dass sie ihr Eheleben mit einem kleinen oder sogar großen Schuldenberg beginnen. Ist die Hochzeits-Euphorie verflogen und das rauschende Fest vorbei, bleiben Geldsorgen, die die Rückkehr in den ohnehin schon unattraktiv erscheinenden Alltag nach der Hochzeit noch schwerer machen.

Vorbelastet wird der Ehealltag auch, wenn in der Zeit der Hochzeitsplanung und der Hochzeit alle Probleme und Konflikte auf die Zeit danach verschoben werden. Außer einem Schuldenberg wartet dann auch noch ein Problemberg, denn Hochzeits-Euphorie kann die Hürden des Alltags nur begrenzte Zeit verdrängen.

Hier findest du Tipps für die finanzielle Zukunftsplanung nach der Hochzeit.

Hochzeitsschulden und aufgeschobene Probleme können für Streit sorgen.
Hochzeitsschulden und aufgeschobene Probleme können für Streit sorgen. 
Foto: Tero Vesalainen / iStock
 

Nach der Hochzeit: Warum ist der Frosch nicht zum Prinzen geworden?

Wie die unrealistischen Erwartungen an die Hochzeit, so sind auch unrealistische Erwartungen an den Partner nach der Hochzeit nicht unüblich. Unbewusst wachsen wir alle mit dem Gedanken auf, dass eine Hochzeit mit dem Menschen, den man liebt, alles gut – irgendwie besser und schöner macht. Ist das Leben nach der Hochzeit dann nicht schöner und der Partner nicht „besser“ als vorher, hält die Enttäuschung Einzug.

 

Der Teufelskreislauf: Ohne Ziel keine Motivation

Fünfmal die Woche ins Fitnessstudio, jeden Abend eine hautverschönernde Maske und zu jeder Mahlzeit ein selbstgemachter Detox-Energy-Drink – in den Wochen oder sogar Monaten vor ihrer Hochzeit werden viele Frauen zu ihrem diszipliniertesten, idealen Selbst. Mit grenzenloser Selbstbeherrschung verzichten sie auf Schokolade und stürzen sich todesmutig in schweißtreibende Bauch-Beine-Po-Trainings, aber was ist nach der Hochzeit, wenn das alles eigentlich nicht mehr nötig ist? Auf einmal fehlen dann Lust und Motivation für Sport, Beauty-Termine und Wellness. Ohne Sport fehlen dem Körper dann auf einmal Glücks-Hormone wie Endorphine und ohne bewusste Entspannungsphasen und das Gefühl, etwas für sich zu tun, sinken Laune und Motivation immer weiter.

Wie du die perfekte Trauzeugin auswählst und wie du sie mit der Frage überraschen kannst, verraten wir dir hier!

 

Das hilft: Depressionen nach der Hochzeit vorbeugen und bekämpfen

Das Zaubermittel gegen Depressionen nach der Hochzeit lautet Reflexion: Erwartungen und Wünsche für die Hochzeit und die Zeit danach sollten realistisch betrachtet und besprochen werden. Natürlich soll die Hochzeit ein ganz besonders schöner Tag werden, aber ist nicht der Gedanke, dass auch jeder Tag nach der Hochzeit einer der schönsten des Lebens werden kann, viel schöner und obendrein sogar realistischer?

Apropos realistische Erwartungen: Eine Hochzeit kann das Leben nicht in ein Märchen verwandeln und der Partner ebenfalls nicht. Nach der Hochzeit ist der Mensch, den man geheiratet hat, immer noch derselbe. Und das ist auch gut so, denn schließlich hat man sich in den Frosch verliebt und nicht in den Prinzen!

Und auch wenn uns Disney schon sehr lange glaubhaft versichert, dass eine Hochzeit ein Happy End ist: Eine Hochzeit ist nicht das Ende – sie feiert den Anfang eines gemeinsamen Lebenswegs, der streng genommen ja schon mit der ersten Begegnung begonnen hat. Eine Hochzeit sollte also auch nicht so geplant werden, als käme nichts, wenn sie vorbei ist. Pläne schmieden sollte man vor allem auch für das Leben danach! Ist das Projekt Hochzeit abgeschlossen, können schließlich viele weitere Abenteuer in Angriff genommen werden. Ob lebensverändernd oder alltäglich: Wichtig ist doch nur, dass man ein gemeinsames Ziel hat und gemeinsam plant und loslegt.

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