Geburt

Diese Bilder machen klar, wie hart eine Kaiserschnitt-Geburt wirklich ist!

Ein Kaiserschnitt, weil er so viel einfacher ist, als eine vaginale Geburt!? Diese Bilder machen eindeutig klar, dass Kaiserschnitt nie „der einfache Weg“ ist.

Kaiserschnitt kurz nach der Geburt
Foto: iStock/ stock_colors

So manche Mutter muss sich wirklich blöde Sprüche anhören, wenn sie ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht hat. „Hattest wohl keine Lust auf die lange Geburt?“ oder „Wolltest wohl sichergehen, dass es nachher beim Sex nicht wehtut und du nicht inkontinent wirst!“ sind solche Sprüche. Besonders schlimm wird es, wenn die Mutter einen geplanten Kaiserschnitt durchführen lässt. Dann werden ihr erst recht mangelndes Durchhaltevermögen und Schwäche vorgeworfen. Dabei gibt es oftmals wichtige medizinische Gründe für den Kaiserschnitt - und wenn dieser Eingriff durchgeführt werden muss, weil Baby und Mutter in Lebensgefahr sind, wird der Not-Kaiserschnitt erst recht oftmals zu einer traumatischen Erfahrung.

Raye Lee teilt ihre Erfahrung mit einem Kaiserschnitt auf Facebook

Viele Frauen nehmen die fiesen Kommentare hin und verschweigen, wie hart ihre Kaiserschnitt-Geburt wirklich war, weil sie anderen Frauen keine Angst machen wollen. Doch eine Frau hatte jetzt genug!

Die Amerikanerin Raye Lee hat auf ihrer Facebook-Seite Fotos von ihrem Bauch nach dem Kaiserschnitt veröffentlicht. Der Kaiserschnitt wurde durchgeführt, als sie 38 Stunden in den Wehen lag und die Herztöne ihres Babys plötzlich schwächer wurden. Mit diesen Bildern will sie endgültig klarstellen, dass ein Kaiserschnitt niemals „der einfache Weg“ ist – sondern ein tiefgreifender und schmerzhafter Eingriff, der eine Frau noch sehr lange nach der Geburt physisch und psychisch sehr belasten kann!

In ihrem Post beschreibt Raye Lee, wie dramatisch die Geburt ihres Babys war:

"Es war die schmerzhafteste Erfahrung meines ganzen Lebens. Ich gehöre jetzt zum Stamm der besonders harten Mütter, die diese Narbe auf ihrem Körper tragen, als Zeichen dafür, dass ein Baby aus ihrem Körper herausgeschnitten wurde. Dabei kann man sterben, weißt du?

Dieses Gefühl, wie ein schreiendes Baby aus meinem Bauch gezerrt wurde, durch einen Schnitt von 13 Zentimetern (!), der immer weiter reißt, während dein Kind durch all die Schichten von Fett, Muskeln und Organen gezogen wird (welche die Ärzte teilweise auf den Tisch nebenan legen, damit sie weiter schneiden können, um besser an dein Baby ranzukommen) war absolut nicht die Geburtserfahrung, wie ich sie mir für die Geburt meines Sohnes vorgestellt hatte.

Nichts daran war angenehm.

Du brauchst deine Bauchmuskeln jeden Tag, selbst um dich hinzusetzen. Stell dir vor, wie es ist, wenn du diese Muskeln nicht mehr benutzen kannst, weil sie von einem Arzt zerrissen wurden, der sie nachher über mehr als sechs Wochen nicht reparieren kann, weil das nur dein Körper auf natürliche Weise machen kann.

Wenn nach der Geburt die erste Krankenschwester will, dass du aus dem Bett aufstehst, und der unfassbare Schmerz eines Körpers dich durchfährt, der erst zerschnitten und zerrissen und dann wieder zusammengenäht wurde, dann verstehst du, wie unfassbar falsch die Annahme ist, ein Kaiserschnitt könnte "der einfache Weg" sein. All die Menschen, die so etwas denken, können mich mal.

Ich bin die stärkste Frau, die ich kenne. Nicht nur für mich selbst, auch für meinen wunderschönen Sohn. Und ich würde das immer wieder durchmachen, jeden Tag, nur um sicherzugehen, dass ich jeden Tag sein lächelndes Gesicht sehen darf."

Einen Kaiserschnitt erlebt jede Frau anders

Das Klischee, dass sich Frauen, die ihre Kinder mit einem Kaiserschnitt zur Welt bringen, es sich "leicht" machen, ist ein Vorurteil, das längst überholt sein sollte. Jede Frau, jede Mutter sollte das Recht, haben selbst zu entscheiden, welche Art von Geburt sie möchte. Ob mit PDA oder ohne, ob spontan oder per Kaiserschnitt. Die Gesellschaft sollte sich da nicht einmischen und erst recht nicht verurteilen. Manche Mütter haben traumatische Geburtserlebnisse hinter sich und entscheiden sich bei einem weiteren Kind ganz bewusst für einen Kaiserschnitt. Andere haben gar keine Wahl.

Laut Statistischen Bundesamt bringt in Deutschland jede dritte Frau ihr Baby per Kaiserschnitt zur Welt. Diese Erfahrung ist für jede Frau anders, genau wie auch jede Frau eine spontane Geburt anders empfindet. Die Erfahrung von Raye Lee ist also eine von vielen. Für sie war dieses Erlebnis erschreckend und traumatisch, diese Erfahrung öffentlich zu teilen ist mutig und verdient Respekt, doch abschrecken lassen solltet ihr euch davon nicht, denn nicht jede Kaiserschnittgeburt verläuft so.

Kaiserschnittnarben ist nicht gleich Kaiserschnittnarbe

Jede Kaiserschnittnarbe sieht anders. Direkt nach der Geburt sind die einen überrascht, wie klein der Schnitt ist, andere schockiert wie groß. Das Empfinden ist ganz individuell. Durchschnittlich ist eine Kaiserschnittnarbe 12 bis 15 Zentimeter lang und sie verläuft quer oberhalb des Schambeins. Für einen Kaiserschnitt selbst braucht ein erfahrener Chirurg etwa 30 Minuten, die komplette OP inklusive Vorbereitung dauert ca. eine Stunde.

In den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt ist die Narbe natürlich geschwollen und sehr empfindlich. Die meisten Kaiserschnittnarben verheilen jedoch sehr gut und verblassen mit der Zeit immer mehr, sodass sie Jahre später oft kaum mehr sichtbar sind.

Kaiserschnittnarbe
(1/5) iStock/ DashaMuller

Jede Kaiserschnittnarbe sieht anders aus

Eine gut verheilte Kaiserschnittnarbe kann nach einigen Monaten so aussehen.

Kaiserschnittnarbe
(2/5) iStock/ Taborsk

Jede Kaiserschnittnarbe sieht anders aus

Nach längerer Zeit kann die Kaiserschnittnarbe so verblassen, dass sie kaum noch zu sehen ist.

Kaiserschnittnarbe
(3/5) iStock/ Ida Nystrom

Jede Kaiserschnittnarbe sieht anders aus

Eine frische Kaiserschnittnarbe braucht vor allem eins, Zeit zum heilen und gute Pflege.

Kaiserschnittnarbe
(4/5) iStock/ JodiJacobson

Jede Kaiserschnittnarbe sieht anders aus

Kaiserschnittnarben ist in der Regel 12 bis 15 Zentimeter lang.

Kaiserschnittnarbe
(5/5) iStock/ Jun

Jede Kaiserschnittnarbe sieht anders aus

Am Ende verdanken wir Mütter dieser Narbe das schönste Geschenk unseres Lebens: unser Kind.

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