Raynaud-SyndromDiese Krankheit löst "Leichenfinger" bei Kälte aus

Kalte Hände sind im Winter keine Seltenheit, doch wenn die Finger taub und wie "Leichenfinger" aussehen kann eine ernsthafte Erkrankung dahinter stecken: das Raynaud-Syndrom.

Inhalt
  1. Auslöser des Raynaud-Syndroms
  2. "Leichenfinger" als Symptom
  3. Sind die "Leichenfinger" gefährlich?
  4. Ursachen der Durchblutungsstörung
  5. Ursachen des sekundären Raynaud-Syndroms
  6. Therapie der "Leichenfinger"-Krankheit

Klar, im Winter haben wir alle kalte Hände, wenn wir sie nicht in warme Handschuhe packen. Doch viele Menschen reagieren extrem empfindlich auf Kälte. Bei ihnen kann schon ein Griff in den Eisschrank sogenannte "Leichenfinger" zur Folge haben. Die extreme Durchblutungsstörung nennt sich Raynaud-Syndrom.

 

Auslöser des Raynaud-Syndroms

Für Menschen, die unter der umgangssprachlich bezeichneten "Leichenfinger"-Krankheit leiden, können schon kleinste Kältereize zum Problem werden. Ob ein gekühltes Getränk oder ein kurzer Griff in den Eisschrank - der Körper reagiert so sensibel, dass die Durchblutung sofort heruntergefahren wird und die Eisfinger entstehen. Für Betroffene ist die kalte Jahreszeit daher eine besonders große Belastung, denn es ist schwer, sich komplett vor der Kälte zu schützen. 

Doch auch die psychische Komponente soll eine Rolle spielen: Psychische Belastungen können ebenfalls ein Auslöser für die Durchblutungsstörung sein.

 

"Leichenfinger" als Symptom

Durch den Kältereiz ziehen sich die Gefäße an den Fingern blitzschnell zusammen, das Blut wird verdrängt. Durch das Entweichen des Blutes entsteht eine blasse, bläuliche Färbung der Haut. Die Finger sehen leblos aus und fühlen sich kalt und taub an, weshalb die Krankheit auch als "Leichenfinger"-Syndrom bezeichnet wird.

Die Durchblutungsstörung kann pro Schub bis zu einer halben Stunde anhalten. Dann kommt das Blut wieder langsam zurück in die Finger, wobei die Hände eine rote Farbe annehmen können. Dieser Prozess kann äußerst schmerzhaft sein.

Symptome der "Leichenfinger" sind unter anderem die blasse Farbe und Taubheit.
Beim Raynaud-Syndrom verlieren die Finger ihre Farbe.
Foto: iStock/Barb Elkin
 

Sind die "Leichenfinger" gefährlich?

Es gibt zwei unterschiedliche Arten der "Leichenfinger"-Krankheit: das primäre und das sekundäre Raynaud-Syndrom. Beim primären Raynaud-Syndrom treten die Symptome in beiden Fingern und manchmal auch in den Füßen auf. Es bleiben aber keine Schädigungen des Gewebes zurück.

Beim sekundären Raynaud-Syndrom tritt die Durchblutungsstörung nur auf einer Seite auf. Bei dieser Variante handelt es sich um die gefährlichere Art der Erkrankung. Chronische Schmerzen und Schädigungen des Gewebes können die Folge sein.

Wer Symptome der Erkrankung feststellt, sollte auf jeden Fall eine Arzt zu Rate ziehen.

 

Ursachen der Durchblutungsstörung

Beim primären Raynaud-Syndrom sind die Ursachen nicht wirklich bekannt. Allerdings erkranken meist junge Frauen an dieser Art der Krankheit. Auffällig ist, dass die Betroffenen meist zusätzlich einen niedrigen Blutdruck haben. Mit zunehmendem Alter nehmen die Symptome häufig ab.

 

Ursachen des sekundären Raynaud-Syndroms

Das sekundäre Raynaud-Syndrom tritt als Folge von anderen Krankheiten auf. Es betrifft alle Altersklassen und ist keine geschlechtsspezifische Erkrankung. Folgende Ursachen sind möglich:

  • Autoimmunerkrankungen, wie Rheuma
  • neurologische Krankheiten, wie Multiple Sklerose
  • Nervenentzündungen oder Nervenschäden, wie das Karpaltunnelsyndrom
  • Bindegewebserkrankungen

Doch auch bestimmte Medikamente, wie Betablocker und die Anti-Babypille können die Krankheit verursachen. Eine Risikogruppe, die besonders gefährdet ist, sind Menschen, die mit vibrierenden Geräten, wie Presslufthammern oder Motorsäge, arbeiten.

 

Therapie der "Leichenfinger"-Krankheit

In schwerwiegenden Fällen werden Medikamente verschrieben. Ansonsten gibt es einige Tipps, die helfen können, den "Leichenfingern" vorzubeugen. Vor allem in der kalten Jahreszeit gilt, Hände und Füße gut vor der Kälte schützen. Dicke Socken und Handschuhe aus Wolle wärmen am besten. Betroffene sollten keinesfalls rauchen, da es die Krankheit verschlimmern kann. Gut hingegen ist regelmäßige Bewegung. Dabei gilt jedoch: Keine Sportarten machen, die die Hände zu sehr beanspruchen. Für den psychischen Aspekt sind Entspannungstechniken wie Meditation eine gute Methode, um in stressigen Situationen gelassener zu werden.

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