Füße wärmen

Ständig kalte Füße: Ursachen und was du tun kannst

Kalte Füße erwischen uns immer wieder. Aber was sind die Ursachen und was kannst du gegen kalte Füße tun?

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Ich merke meine kalten Füße meist erst, wenn es schon zu spät ist. Typische Situationen sind dann zum Beispiel: Ich berühre das Bein meines Freundes und er schreit auf oder ich stehe unter der Dusche und das warme Wasser prickelt so richtig auf meinen Füßen. Aber Fakt ist, dass meine Füße - genauso wie die von vielen Frauen - eigentlich ständig kalt sind. Was hilft eigentlich gegen kalte Füße? Gibt es einen ganz speziellen Trick?

Kalte Füße: Ursachen für die Kälte

Leider handelt es sich bei kalten Frauenfüßen nicht um ein dummes Klischee: Es stimmt. Frauen haben tatsächlich häufiger Eis-Füße als Männer. Die Wissenschaft geht davon aus, dass es an der niedrigeren Muskel- und Körpermasse hängt.

Das Problem dabei ist nicht nur, dass Muskeln Wärme speichern und so die Füße nicht auskühlen, über die größere Körpermasse lassen Männer auch noch weniger Wärme aus dem Körper über die Haut raus. Bei Frauen werden in puncto kalte Füße also mehrere Ursachen vermutet: Sie produzieren weniger Wärme durch weniger Muskeln und können diese aufgrund der geringeren Körperfläche schlechter speichern, weswegen der Körper dann eben für die Versorgung der lebenswichtigen Organe die Energie reduziert und für kalte Füße und kalte Hände sorgt.

Neben dieser unerfreulichen, aber ebenso ungefährlichen Tatsache, gibt es noch andere Gründe, warum wir manchmal oder ständig Kälte in den Füßen spüren können.

Kalte Füße durch Nässe

Den Tag verbringst du in warmen Schuhen, wenn du nach Hause kommst, ziehst du die natürlich als Erstes aus. Aber wechselst du auch deine Socken? Nein? Solltest du aber vielleicht.

Denn wenn der Fuß über Tag schwitzt, wird der Socken feucht und du hast vielleicht ganz leicht nasse Füße. Läufst du damit dann über den kalten Küchenboden, entsteht Verdunstungskälte. Die Folge: Deine Füße werden schneller kalt. Was hilft? Zu Hause einfach ein mal staubtrockene Socken anziehen. Das hilft, kalten Füßen vorzubeugen.

Die Nässe kann natürlich für einen höheren Sockenverbrauch sorgen, aber damit du nicht häufiger waschen musst, kannst du dir auch einfach noch einige Paare mehr kaufen.

Immer kalte Füße beim Einschlafen? Niedriger Blutdruck

Deine eisigen Füße lassen dich nachts nicht schlafen, weil sie so kalt sind? Dann solltest du vielleicht auch von einer körperlichen Ursache wie niedrigem Blutdruck ausgehen. Denn: Ein niedriger Blutdruck (Hypotonie) kann für kalte Füße sorgen. Wenn du zusätzlich auch Schmerzen und Krämpfe hast, solltest mit einem*einer Arzt*Ärztin über deine kalten Füße sprechen.

Zu enge Schuhe? Füße werden kalt!

Enge Schuhe und Strümpfe komprimieren die Blutgefäße und die Durchblutung nimmt ab. Deine Füße werden kalt. Deshalb solltest du immer drauf achten, dass deine Füße ausreichend Freiheit haben, damit die Durchblutung nicht gestört ist.

Auch wenn es etwas seltsam klingen mag, aber tatsächlich kann dir dadurch nicht nur trotz, sondern wegen den Socken kalt sein an den Füßen. Vielleicht solltest du also auf bequemere Socken und Schuhe umsteigen, damit du nicht mehr so sehr frieren musst wegen kalter Extremitäten.

Kalte Füße durch Schilddrüsenunterfunktion

Viele Frauen leiden an einer Unterfunktion der Schilddrüse und bemerken diese gar nicht. Doch die Schilddrüsenunterfunktion kann für frostige Füße und eisige Zehen sorgen, da die Durchblutung gestört sein kann. Häufiger als kalte Füße sind allerdings Müdigkeit und Haarausfall, auch eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit kommt vor. Mehr zum Thema kalte Füße und Schilddrüse erfährst du hier:

Weitere Ursachen für eiskalte Füße

Es gibt neben den genannten Ursachen natürlich noch ein paar mehr Gründe, warum du eiskalte Füße bekommen kannst. Darunter fallen alltägliche Dinge wie das Rauchen & Medikamente, aber auch krankhafte Ursachen:

  • Herzschwäche: die verminderte Durchblutung sorgt für kalte Temperaturen an Füßen und Händen

  • Raynaud-Syndrom: auch als Leichenfinger-Krankheit bekannt

  • Gefäßverkalkungen: Arteriosklerose sorgt dafür, dass das Blut schlechter durch den Körper kommt

  • Rauchen: Führt zur Gefäßverkalkung

  • Depressionen: psychische Erkrankungen können physische Folgen wie Hypotonie haben

  • Diabetes: durch die Stoffwechselerkrankung kommt es zu einer schlechteren Durchblutung

  • Stress: sorgt dafür, dass sich der Körper allgemein nicht wohl fühlt und es kann schneller zu kalten Händen und Füßen kommen

  • Essstörungen: sind wie Stress und Depressionen eine Belastung für den Körper

  • Medikamente: Blutdrucksenker oder Parasympathomimetika (wirken sich auf das vegetative Nervensystem aus, indem sie die Wirkung des Parasympathikus nachahmen), können Ursache kalter Füße sein

Ständig kalte Füße: Was tun und gibt es Hausmittel?

Wer ständig kalte Füße hat und darunter leidet, fragt sich irgendwann: Was kann ich gegen die kalten Füße tun? Gibt es Hausmittel oder ein paar Anwendungen, die mir helfen? Wir haben die besten Tipps gegen die Kälte in den unteren Extremitäten. Damit bringst du das Blut in Wallung oder kannst einfach auch von außen dafür sorgen, dass deine Füße kuschelig warm werden oder bleiben.

Bewegung

Hört sich doof an, aber am schlimmsten für die Füße ist zu wenig Bewegung. Das kannst du merken, wenn du länger auf dem Sofas lagst und die Füße zum Beispiel über die Lehne gebaumelt haben. Wenn du den Blutfluss in den Füßen nicht in Bewegung hältst, dann werden dieser schneller kalt.

Wer also vor dem Schlafengehen noch mal einen kleinen Spaziergang durch die Wohnung (oder sogar vor der Tür) macht, hat bessere Chancen, dass die Füße in der Nacht nicht so stark frieren. Bewegung fördert den Blutkreislauf in den Gefäßen und du kannst mit warmen Füßen ins Bett steigen.

Richtiges Socken-Material

Wenn es um kalte Füße geht, sind die richtigen Socken das A & O, denn was auf der Haut liegt, ist mitentscheidend dafür, wie sie sich am Ende anfühlen. Baumwollsocken sollten gemieden werden. Der Grund: Schwitzt der Fuß im Schuh, saugt sich die Baumwollsocke voll und bleibt feucht. Die Folge kennst du ja schon. Besser gegen kalte Füße sind Socken aus Merinowolle. Sie speichert die Körperwärme und bleibt auch bei schwitzenden Füßen trocken, da die Fasern die Feuchtigkeit binden und nach außen abgeben. Denn: Merinowolle ist hygroskopisch, also wasserbindend, und wird erst bei etwa einem Drittel Wasser des Trockengewichts klamm.

Zudem gilt: Auch bei Füßen funktioniert der Zwiebeleffekt! Zwei oder drei Paar dünne Socken können länger warm halten, als ein Paar dicke Socken.

Wärmesohlen

Wärmende Schuheinlagen aus Lammfell oder Schafswolle halten die Füße kuschelig warm. Der Vorteil bei Wolle ist, dass sie von der Schur stammt und das Tier dafür nicht sterben muss. Wer extrem friert, kann auch zu Aktivkohlesohlen greifen: Sie heizen sich bei Kontakt mit Luft auf 39 Grad auf. Die sind allerdings nicht so atmungsaktiv wie die Einlagen aus Fell oder Wolle, sodass die Füße bei den warmen Temperaturen eher schwitzen. Expert*innen raten daher eher zur natürlichen Variante.

Aufgewärmte Socken

Wenn du dazu neigst, mit kalten Füßen aufzustehen, sei dir geraten, die Socken über Nacht auf die Heizung zu legen. Zwar bleiben sich angezogen nicht ewig warm und helfen auch nicht dem ganzen Körper, allerdings ist es ein schöner Start in den Tag, wenn man direkt in warme Socken schlüpfen kann.

Heißes Fußbad

Ebenfalls akute Hilfe bieten heiße Fußbäder, etwa mit Eukalyptus-Extrakt oder einem Zusatz aus der Latschenkiefer. Das heiße Wasser an sich hilft schon, die Durchblutung zu fördern, aber das warme Fußbad wird durch die Zusätze noch besser und kann deine Extremitäten besonders gut wärmen.

Wasserfeste Schuhe

Nässe ist der Kältemacher Nummer Eins! Wasserfeste, isolierte Schuhe sind bei kalten Temperaturen mindestens genauso wichtig, wie die richtigen Socken. Sind die Füße trocken, kühlen sie nicht so schnell ab. Helfen kann es auch, wenn du deine Lederschuhe regelmäßig imprägnierst.

Scharfe Speisen und Tees

Scharfe Speisen und Tees regen die Durchblutung an und sind daher ein gutes Hausmittel im Winter. Je besser die Durchblutung, desto besser zirkuliert das warme Blut durch deinen Körper - und erreicht auch "entlegene" Stellen wie Füße und Hände bzw. Zehen und Finger. Durchblutungsanregend sind scharfe Gewürze (z.B. Chili, Pfeffer, Curry) und scharfe Tees (z.B. mit Ingwer). Was noch alles die Durchblutung fördert, verraten wir dir hier:

Fußmassage

Eine Fußmassage mit der Hand oder einem Igelball regt ebenfalls die Durchblutung an - und zwar direkt an der Stelle, an der es warm werden soll. So kannst du selbst schnell dafür sorgen, dass die kalten Füße der Vergangenheit angehören.

Von unseren wärmenden Tipps abgesehen ist es besonders wichtig, dass du bei immer kalten Füßen mal in die Praxis deines Vertrauens gehst und dich gründlich durchchecken lässt. Eine Krankheit frühzeitig zu erkennen kann dir helfen, sie in den Griff zu bekommen und im besten Fall sogar zu besiegen. Denn manchmal sind die kalten Füße leider doch das Symptom einer schwerwiegenderen Erkrankung und nicht das Produkt eines kalten Winters.

Artikelbild und Social Media: elenaleonova/iStock (Themenbild)