Vier SchweregradeErfrierungen: Wenn Kälte dem Körper schadet

Wenn die Kälte in den Körper kriecht, kann es zu Erfrierungen kommen. Diese muss es nicht nur bei tiefen Minusgraden geben – was du zu Erfrierungen wissen musst, erfährst du hier.

Video Platzhalter
Inhalt
  1. Erfrierungen: Wann der Körper teilweise kalt wird
  2. Diese Körperteile sind von Erfrierungen betroffen
  3. Risikofaktoren bei Kälteschäden
  4. Die vier Schweregrade bei Erfrierungen
  5. Welche erste Hilfe sollte ich bei Erfrierungen leisten?

Eine Erfrierung? Das gibt’s doch nur bei tiefsten Temperaturen, magst du jetzt sagen. Das ist aber leider nicht ganz richtig. Worauf du achten musst und was im Falle von Erfrierungen zu tun ist, verraten wir dir in diesem Artikel.

Krankheit durch Kälte: Diese 8 Krankheiten verschlimmern sich bei Kälte

 

Erfrierungen: Wann der Körper teilweise kalt wird

Erfrierungen passieren vor allem im Winter. Dazu muss es auch kalt sein, meist liegen die Temperaturen dabei im Minusbereich, aber nicht immer. Es kann beim Skifahren passieren, beim Sturz in kaltes Wasser oder beim Spazieren – die Liste der Möglichkeiten ist lang.

Begünstigt werden die Erfrierungen an deinem Körper neben der Kälte auch durch andere Wetterfaktoren. Zum einen ist dies erhöhte Luftfeuchtigkeit, zum anderen auch Wind – das lässt den Körper noch schneller auskühlen.

Das kann dann bei nicht ganz so niedrigen Temperaturen um den Gefrierpunkt schon zu Erfrierungen führen – wenn du beispielsweise sehr schnell mit den Skiern unterwegs bist.

Eine weitere Möglichkeit, Erfrierungen zu erleiden, ist die Kälteverbrennung. Dabei wird die Haut mit einem besonders kalten Gegenstand „verbrannt“, es kommt innerhalb von Sekunden zur Erfrierung.

7 Tipps, damit dein Baby im Winter nicht friert

 

Diese Körperteile sind von Erfrierungen betroffen

Bei Erfrierungen geht der Körper oft in einen Schutzmodus über. Falls die Körpertemperatur unter 36°C fällt, also eine Unterkühlung ansteht, handelt der Körper und stellt seine Blutzirkulation um, um die Kerntemperatur zu halten. Das führt dazu, dass einige Körperteile schwächer durchblutet werden:

  • Finger
  • Zehen
  • Nase
  • Ohren

Zusätzlich gibt es das Gesicht, das oft nicht bedeckt sind und daher besonders gefährdet ist – neben der Nase betrifft es hier vor allem deine Wangen. Im Zweifel also lieber mal eine Skimaske tragen, wenn es richtig kalt ist.

Allerdings müssen Erfrierungen nicht unbedingt aus einer Unterkühlung resultieren. Es kann genauso sein, dass du durch falsches Schuhwerk eine eigentlich stabile Körpertemperatur hast, du aber an den Zehen Erfrierungen erleidest, ohne dass sich die Kernkörpertemperatur absenkt.

Abwehrkräfte stärken: Mit diesen Verhaltensweisen bleibst du fit

 

Risikofaktoren bei Kälteschäden

Verschiedene Faktoren führen zu einem erhöhten Risiko von Erfrierungen. So sind Menschen mit verengten Blutgefäßen besonders gefährdet, zum Beispiel Raucher.

Leider ist der Umkehrschluss, dass blutgefäßweitende Mittel wie Alkohol nun helfen könnten, auch falsch. Denn wenn du Alkohol im Blut hast, gehörst du auch wieder zu den gefährdeten Menschen, da es den Wärmeverlust des Körpers beschleunigt.

Das kann beispielsweise obdachlosen Menschen in kalten Nächten zum Verhängnis werden, aber auch Partygänger sind deswegen schon erfroren.

Aus diesen Gründen sollten Menschen mit Erfrierungen auch niemals Rauchen oder Alkohol trinken, um sich aufzuwärmen. Damit erzielst du nur das Gegenteil dessen.

Alkoholvergiftung: Auf diese Symptome solltest du achten!

 

Die vier Schweregrade bei Erfrierungen

Eine Erfrierung ist nie schön, dennoch wird wie bei Verbrennungen auch bei Erfrierungen nach der Schwere des Kälteschadens unterschieden. Es gibt Erfrierungen ersten, zweiten, dritten und vierten Grades. Wie stark deine Erfrierungen sind, kann oft erst nach einigen Tagen bestimmt werden.

Erfrierungen ersten Grades

  • graue, blasse oder weiß-gelbe Haut
  • gefühllos
  • runde, weiße Flecken im Gesicht
  • im Warmen Rötung der Haut und stark schmerzendes Kribbeln

Erfrierungen zweiten Grades

  • Blasen und Geschwüre, die entweder gleich oder auch erst nach Stunden auftreten können

Erfrierungen dritten und vierten Grades

  • harte, gefühllose Haut
  • Nekrosen (abgestorbenes Gewebe)
  • blaurote Blutblasen

Bei Erfrierungen dritten und vierten Grades kann der Kälteschaden an der Haut so groß sein, dass als letzter Ausweg ein Körperteil amputiert werden muss. Das kennst du am ehesten aus Filmen oder von Bergsteigern, die in großen Höhen oft extremen Wetterbedingungen ausgesetzt sind.

Normale Körpertemperatur oder habe ich erhöhte Körpertemperatur?

 

Welche erste Hilfe sollte ich bei Erfrierungen leisten?

Wenn eine Person in deinem Umfeld eine Erfrierung erleidet, ist auch die richtige Reaktion darauf entscheidend. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) empfiehlt, sofort den Notruf zu wählen und Hilfe zu holen.

Neben dem Tragen von Schutzhandschuhen wird geraten, die von den Erfrierungen betroffenen Körperteile nicht passiv zu bewegen, enganliegende Kleidung sowie Schuhe zu öffnen, damit die Körperpartien besser durchblutet werden.

Bei leichteren Erfrierungen solltest du zudem versuchen, die betroffene Person mit deiner Körperwärme zu erwärmen. Nun sollte die betroffene Person versuchen, ihre Gliedmaßen selbst und ohne Hilfe zu bewegen.

Von Wärmflaschen oder dem Reiben der betroffenen Körperstellen rät das DRK hingegen dringend ab. Diese sollten besser mit locker sitzendem Verbandsmaterial versorgt werden. Da die Kälte auch weiterhin eine Gefahr für die Person ausstrahlt, sollte sie zudem auf einer Decke oder ähnlichem sitzen.

Wie schon erwärmt ist auch Rauchen und Alkohol schlecht, stattdessen sollte die betroffene Person warme, zuckerhaltige Getränke zu sich nehmen. Die Blasen sollten nicht geöffnet werden. Zudem sollte die Person bis zum Eintreffen der Rettung umsorgt und beruhigt werden, wie das DRK schreibt.

Zudem weist das DRK darauf hin, dass im Falle einer Unterkühlung diese Vorrang vor den Erfrierungen hat – denn hier sinkt die Kernkörpertemperatur wie beschrieben ab, was schnell lebensbedrohlich werden kann.

Noch mehr spannende Gesundheitsthemen:

Kategorien: