KinderkrankheitenSymptome von Windpocken bei Erwachsenen, Kindern und Babys

Windpocken (Varizella) ist die häufigste Kinderkrankheit. Windpocken-Viren werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Wie Windpocken auf Erwachsene, Kinder und Babys wirken.

Inhalt
  1. Welche Ursache haben Windpocken?
  2. An welchen Symptomen erkenne ich Windpocken?
  3. Welche Komplikationen können bei Windpocken auftreten?
  4. Wie behandelt man Windpocken?
  5. Gibt es eine Windpocken-Impfung?
  6. Können Erwachsene Windpocken bekommen?

Von Windpocken - auch Wasserpocken genannt - hat jeder schon mal gehört. Die meisten Erwachsenen können sich daran nicht mehr erinnern - schließlich waren sie selbst noch (Klein-)Kinder (häufig zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr), als es sie erwischt hat.

Wer einmal mit den hoch ansteckenden Windpocken infiziert war, ist sein Leben lang immun gegen die Krankheit. Laut des Infektionsschutzgesetzes sind Windpocken seit März 2013 meldepflichtig.

Was man über die Symptome, Ursachen, Heilungschancen und die Windpocken-Impfung wissen muss:

 

Welche Ursache haben Windpocken?

Windpocken sind eine Virusinfektion, ausgelöst von dem sogenannten Varizella-Zoster-Virus (VZV). Es ist einer der acht Herpesviren, mit denen sich Menschen anstecken können - und gleichzeitig derselbe Virus, der auch Gürtelrose (Zoster) verursacht. Litt jemand einmal an Windpocken, können die Viren auch nach der Heilung passiv im Körper verbleiben und nach Jahrzehnten als Gürtelrose wieder aktiv in Erscheinung treten.

Über die Tröpfcheninfektion (z.B. durch Husten, Niesen oder Atmen) verbreitet sich das Virus einige Meter weit durch die Luft. Auch durch Schmierinfektion können sich Menschen voneinander anstecken (z.B. beim Kontakt mit dem Bläscheninhalt). In seltenen Fällen kann die Mutter die Viren über den Mutterkuchen an das Ungeborene übertragen.

Das VZV kann auch außerhalb des menschlichen Körpers tagelang überleben (vor allem in feuchten Milieus).

 

An welchen Symptomen erkenne ich Windpocken?

Die Inkubationszeit von Windpocken liegt normalerweise bei 14 bis 16 Tagen, kann in Ausnahmefällen aber auch bis zu 28 Tage lang andauern. Mit Windpocken kann man sich vor allem im Frühling und Winter anstecken. Der symptomatische Krankheitsverlauf dauert drei bis fünf Tage lang.

Die typischen Symptome von Windpocken sind

  • Unwohlsein
  • Husten und Halsschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Fieber (selten über 39 Grad)
  • juckender Hautausschlag mit wasserklaren Bläschen (auch "Sternenhimmel" genannt)

Der charakteristische Hautausschlag beginnt am Oberkörper und Kopf, geht mit der Zeit auf Hände, Beine, Genitalien und Schleimhäute über. Werden die Bläschen zerkratzt (wegen des Juckreizes), können Narben zurückbleiben. Ohne Kratzen heilen die Bläschen meist spurlos ab.

Die Ansteckungsphase ist vorbei, sobald alle Bläschen auf der Haut eine Kruste haben.

 

Welche Komplikationen können bei Windpocken auftreten?

Windpocken verlaufen in der Regel ohne Komplikationen. Allerdings können sie nicht ganz ausgeschlossen werden. Es gilt: Je älter ein Mensch bei der Infizierung ist, desto häufiger kommen Komplikationen vor. Auch für Neugeborene können Windpocken gefährlich werden. Schwangerschaften und ein geschwächtes Immunsystem des Patienten können ebenfalls zu einem schwereren Verlauf der Windpocken führen.

Folgende Schwierigkeiten können bei Windpocken auftreten:

  • bakterielle Superinfektion der Bläschen auf der Haut
  • lebensgefährliche Lungenentzündung (Varizellenpneumonie)
  • Erkrankung des zentralen Nervensystems (z.B. Gehirnentzündung)
  • Varizellen-Syndrom (u.a. Hautveränderungen, Fehlbildungen, Augenschäden) bei Ungeborenen (z.B. wenn eine Schwangere in den ersten sechs Schwangerschaftsmonaten an Windpocken erkrankt)
  • neonatale Windpocken bei Neugeborenen (wenn die Mutter zwischen 5 Tagen vor bis 2 Tagen nach der Geburt an Windpocken erkrankt und das Baby ansteckt)

Ein schwerer Verlauf von Windpocken kann für Neugeborene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem tödlich verlaufen.

Diese Symptome haben Windpocken bei Erwachsenen, Kindern und Babys
Neben Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen gehören auch juckender hautausschlag zu den Symptomen von Windpocken
Foto: iStock
 

Wie behandelt man Windpocken?

Windpocken werden - wie viele andere Viruserkrankungen - meist symptomatisch behandelt, z.B. durch sorgfältige Hautpflege (etwa täglichem Baden). Da Schweiß den Juckreiz verstärkt, kann eine kühle Umgebung Linderung verschaffen. Auch Medikamente können gegen den Juckreiz eingenommen werden, sogenannte Antihistaminika).

Die Bläschen können mit einer Zinkschüttelmixtur zum Auftupfen behandelt werden, um das Austrocknen der Bläschen zu fördern. Gegen das Fieber kann Paracetamol oder Ibuprofen eingesetzt werden.

Bei Kindern empfiehlt es sich, die Fingernägel zu kürzen, um das Aufkratzen zu vermeiden. Auch Handschuhe anzuziehen, kann das Kratzen verhindern (v.a. in der Nacht).

Selten wird ein Virostatikum (z.B. Aciclovir) gegen Windpocken eingesetzt (etwa wenn Komplikationen auftreten, s.o.).

 

Gibt es eine Windpocken-Impfung?

Seit Juli 2004 wird in Deutschland offiziell eine Varizellen-Schutzimpfung empfohlen. Entweder als Einzelimpfstoff oder als Sammelimpfung gegen die Kinderkrankheiten Masern, Mumps und Röteln. Die Impfung ist in der Regel gut verträglich.

Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt die erste Impfung im Alter von 11 bis 14 Monaten, die Folgeimpfung im Alter zwischen 15 und 23 Monaten. Der Abstand zwischen den beiden Impfungen sollte 4 bis 6 Wochen betragen.

Auch Erwachsene, die als Kinder nicht geimpft wurden, sollten sich der Empfehlung nach gegen Windpocken impfen lassen.

Kinder impfen: ja oder nein?

 

Können Erwachsene Windpocken bekommen?

Das Robert Koch Institut erklärt, dass "eine Erkrankung bei älteren Kindern und Jugendlichen mit einer höheren Komplikationsrate einhergeht."

Die Symptome sind bei Erwachsenen und Jugendlichen die gleichen wie bei Kindern. Allerdings bilden sich bei Erwachsenen häufig mehr Bläschen auf der Haut als bei Kindern. Auch das Krankheitsgefühl ist bei Erwachsenen stärker ausgeprägt. Zudem ist das Risiko an einer Varizellen-Lungenentzündung zu erkranken fünf Mal so hoch wie bei Kindern. Auch eine Mittelohr- oder Hirnhautentzündung sowie eine Bronchitis können als weitere Erkrankung begünstigt werden.

Auch können Erwachsene, die an Windpocken erkranken, Störungen im zentralen Nervensystem erleiden, wie z.B. Nackensteife oder Gleichgewichtsstörungen. Zudem dauert der Krankheitsverlauf bei Erwachsenen sieben bis zehn Tage lang, also länger als bei Kindern. 

Windpocken, Masern und Keuchhusten bei Erwachsenen

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