Parasit

Dasselfliege: Larven unter der Haut entfernen?

Die Dasselfliege ist ein häufig vorkommendes Insekt. Manchmal wird auch der Mensch zum Opfer. Wie wird die Dasselfliege dann entfernt?

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Es mag im ersten Moment aussehen wie ein Mückenstich, aber irgendwas ist anders - denn der "Pickel" lebt. So geschah es auch einem Mann in Panama, dem eine Dasselfliege ihre Eier in den Rücken legte. Daraus entstanden Larven, die irgendwann schlüpfen wollen. Kann der Parasit nur in Südamerika zuschlagen oder sind die europäischen Arten der Dasselfliege für den Menschen auch gefährlich?

Dasselfliege: Ekel-Schock für Tourist in Panama

Es war bestimmt ein schöner Aufenthalt, doch dann wandelte sich das Idyll in Panama. Das ging unter die Haut, denn der "Pickel" auf dem Rücken dieses Mannes lebt! Eine Dasselfliege hatte ihre Eier unter seine Haut gelegt.

Der Mann wurde von einem Insekt gestochen - es juckte und fühlte sich so an wie ein Mückenstich, daher ging er von einem Mosquito als Übeltäter aus. Als der Pickel auf dem Rücken allerdings immer größer wurde, ließ er die Beule von Freunden untersuchen. Er selbst konnte nicht sehen, was sich auf seinem Rücken befand - eine Tatsache, die dem Mann in diesem Fall wohl zugutekam.

Denn als die Freunde das Klebeband abzogen, mit dem der Mann die Beulen abgedeckt hatte, kam die große Überraschung. Es handelte sich weder um Pickel, noch um Mückenstiche. Bei näherer Betrachtung stellten sie fest, dass die Beule lebte!

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DISCLAIMER: Auf YouTube kannst du dir das Video anschauen. Es ist aber nur was für Hartgesottene. Die dort gezeigte "Behandlung" sollte keinesfalls so durchgeführt werden.

Die Wunden sahen tatsächlich aus wie kleine Löcher, in denen sich etwas Unbekanntes bewegte. Mithilfe einer Pinzette versuchten sie, das Tier hinausziehen. Schock und Faszination wuchsen mit der Größe der Larve, die aus dem Pickel ragte.

Auf seinem Rücken hatten sich bereits kleine Maden aus den Eiern entwickelt, die aus den vermeintlichen Pickeln entfernt wurden. Auch wenn es das Insekt normalerweise auf Tiere abgesehen hat, ist Vorsicht angesagt: die Dasselfliege kommt auch in ganz Europa vor - aber ist sie auch immer für Menschen gefährlich?

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Dasselfliege: Vorkommen auf der ganzen Welt

Fest steht: Es war keine Mücke, sondern eine Dasselfliege, die den Mann "gestochen" hat. Die Insektenart ist auch bekannt unter dem Namen Biesfliege und legt ihre Eier unter die Haut von Warmblütern. Normalerweise sucht sich die Dasselfliege vor allem Huftiere wie Kühe als Wirt für ihre Maden aus. Aber auch Pferde oder Rehe können von der Fliege heimgesucht werden, um als Wirt zu dienen.

Es kommt allerdings ganz auf die Art der Dasselfliege an. Insgesamt gibt es vier Unterarten der Dasselfliege:

  • Nasendasseln (Oestrinae): in Mitteleuropa nur die Schafbremse und die Pferdebiesfliege. Im Urlaub kann am Mittelmeer kann diese Art von Dasselfliege allerdings Eier ablegen, was jedoch sehr selten passiert.
  • Hautdasseln (Hypodermatinae): mehrere Arten, v.a. wichtig sind die Große Rinderdasselfliege und die Kleine Rinderdasselfliegen aus der Art Hypoderma. Befallen sehr selten auch den Menschen, allerdings kann sich die Larve nicht vollständig entwickeln. Sind in Deutschland allerdings auch eher selten.
  • Rachendasseln (Cepenemyiinae): in Europa Rentier-, Hirsch-, Elch- und Reh-Rachendassel. Erstere befällt seltener auch Menschen, da die Menschen in Nordeuropa meist nah bei ihren Rentierherden leben.
  • Magendasseln (Gasterophilinae): kommen fast nur bei Pferden oder Eseln vor. Sie befallen seltener auch Menschen und Hunde, was dann Hautmaulwurf genannt wird. Die Larven können sich dann aber nicht entwickeln und sterben ab.

Die auf den Menschen spezialisierte Art Dermatobia hominis ist dagegen ausschließlich in Südamerika und Mittelamerika heimisch - daher konnte die Fliege dem Mann in Panama auch die Eier in die Haut legen, die sich dann zu Larven entwickelten.

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Dassefliege entfernen: Nur chirurgisch wird empfohlen

Entfernen lassen sich die Larven des Parasiten am besten chirurgisch, damit sie nicht schlüpfen. Der Eingriff im verlinkten Video ist keinesfalls zu empfehlen.

Dennoch ist eine solche Myasis keine große Sache, wie Dr. Jens Amendt, Insektenkundler vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Frankfurt, dem Deutschlandfunk erzählte: "Die Tiere an sich sind aber nicht wirklich ein großes Gesundheitsproblem, muss man auch ganz klar sagen. Wenn man zum Beispiel eine Schmeißfliege vergleicht, die eventuell, wenn man sie lässt, an einem Obdachlosen eventuell viele Hunderte Maden deponiert, dann sind diese fünf, sechs, sieben vielleicht Dermatobia-Individuen zu vernachlässigen."

Festzuhalten ist also, dass der Mensch als Wirt der Fliege bei uns eher selten vorkommt, da die Dasselfliegen in Europa vor allem Huftiere wie Pferde, Rinder und andere Tiere befallen, um in deren Haut Larven zu entwickeln. In der menschlichen Haut können sich die Larven der Dasselfliegen, die Pferde und Rinder befallen, nicht wirklich entwickeln. In Mitteleuropa brauchst du also eher keine Angst vor den ekelhaften Wirtstieren haben.

Artikelbild und Social Media: Gudella/iStock

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