Beziehungs-PsychologieEifersüchtig auf die Ex deines Partners? Das Rebecca-Syndrom und was du dagegen tun kannst

Eifersucht auf die Ex des Partners ist kein seltenes Phänomen. Allerdings kann es eine Beziehung stark belasten oder sogar zerstören. Wir erklären, was hinter dem Rebecca-Syndrom steckt und was du dagegen tun kannst, wenn du eifersüchtig auf die Ex deines Freundes oder Mannes bist.

Inhalt
  1. Eifersucht auf die Ex des Partners: Ist das nicht irgendwie normal?
  2. Ich bin eifersüchtig auf die Ex – leide ich am Rebecca-Syndrom?
  3. Was kann ich gegen meine Eifersucht auf die Ex tun?
  4. Das Rebecca-Syndrom: Mit dem Spuk leben

„Rebecca“ ist ein Schauerroman der englischen Schriftstellerin Daphne du Maurier von 1938. Bis heute hat der Roman weder an Beliebtheit noch an Aktualität verloren, denn nicht nur der rätselhafte Tod der vorigen Frau des Mannes der Protagonistin sorgt für Spannung, sondern auch ihr langer Schatten: Rebecca scheint gerade durch ihre geisterhafte Abwesenheit eine enorme und zerstörerische Macht über die Liebe der namenlosen Ich-Erzählerin und ihres frisch angetrauten Ehemanns Maxim de Winter zu haben – ob das ein Happy End haben kann?

So viel zur Fiktion. Das „Rebecca-Syndrom“, das seinen Namen tatsächlich aufgrund des berühmten Romans von Daphne du Maurier trägt, ist im Gegensatz zu der spannenden Schauergeschichte sehr real und sorgt keineswegs für aufregende Unterhaltung, sondern im schlimmsten Fall für ein unschönes Beziehungsende. Wir verraten, was hinter dem Syndrom steckt und was du gegen deine Eifersucht auf die Ex deines Partners tun kannst.

 

Eifersucht auf die Ex des Partners: Ist das nicht irgendwie normal?

Ja, ein bisschen normal ist es schon. Gerade am Anfang einer Beziehung ist eine gewisse Unsicherheit – vor allem in Bezug auf die Ex des neuen Freundes – sicher nicht ungewöhnlich. Schließlich ist Vertrauen für viele Menschen nichts, das einfach da ist und auch frisch verliebt können schon mal Zweifel an einem selbst aufkommen, wenn man zum Beispiel sieht, dass die Ex des Partners umwerfend schön ist oder ständig seine Posts auf Social Media mit irgendwelchen ach-so-lustigen Insidern kommentiert.

Allerdings sollten sich solche Unsicherheiten im Laufe der Zeit von selbst auflösen. Geschieht das jedoch nicht, und es entsteht ständig Streit oder das Gefühl, es sei eine dritte Person (die Ex) in die Beziehung involviert, könnte schon eine krankhafte Form der Eifersucht auf die Ex, das Rebecca-Syndrom vorliegen.

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Ich bin eifersüchtig auf die Ex – leide ich am Rebecca-Syndrom?

Wenn du eifersüchtig auf die Ex deines Partners bist und dich fragst, ob dein Gefühl langsam krankhafte Züge annimmt, solltest du dir zuallererst eine Frage stellen: Beeinflusst deine Eifersucht dein Verhalten gegenüber deinem Partner oder euren Beziehungs-Alltag?

Bist du zum Beispiel sauer auf ihn, wenn sie ein Foto auf Instagram von ihm kommentiert? Entsteht ein riesiger Streit, weil du auf seinem Laptop einen Ordner mit alten Urlaubsfotos mit IHR! findest? Und vor allem: Hast du ein dringendes Bedürfnis, jedes noch so kleine Detail über sie und ihre Beziehung (aktuell und vergangen) zu deinem Freund zu erfahren?

Wenn du zu einer Art Stalkerin der Ex deines Partners geworden bist und sie durch deine Besessenheit tatsächlich wie der Geist einer dritten Person in eurer Beziehung geworden ist, dann leidest du mit ziemlicher Sicherheit unter dem Rebecca-Syndrom. Aber: Einsicht ist bekanntlich der erste Schritt zur Besserung und du kannst etwas gegen deine krankhafte Eifersucht tun.

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Was kann ich gegen meine Eifersucht auf die Ex tun?

Zuallererst einmal ist es wichtig, dass du dir deine eigenen Gefühle ganz klar vergegenwärtigst, um anschließend einen Schritt zurückzutreten und zu beurteilen: Was hat meine Eifersucht ausgelöst und was genau fühle ich eigentlich? Habe ich Angst, meinen Partner zu verlieren? Vergleiche ich mich permanent mit der Ex und empfinde mich als nicht gut genug?

Mach deine Gefühle und Gedanken dingfest

Eine große Hilfe ist in diesem Gefühlschaos oft, ein Tagebuch oder einfach ein Zettel und ein Stift: Schreib Dir genau auf, was deine Eifersucht ausgelöst hat und was genau du fühlst. Es hilft, die diffusen Gefühle in klare Worte zu fassen und aufzuschreiben. Sehen wir etwas schwarz-auf-weiß, können wir oft besser beurteilen, ob unsere Gefühle und unser Verhalten berechtigt sind oder nicht. Mach deine Gedanken und Gefühle schriftlich dingfest, anstatt sie wie einen Tornado durch dein Inneres kreisen zu lassen!

Sprich mit einer Vertrauten

Die (etwas traurige) Wahrheit ist: Wir leben alle in unserer eigenen kleinen Welt. Denn wir sind nun einmal an unsere Wahrnehmung gebunden. Es hilft bei fast jedem Problem, mit anderen darüber zu sprechen und zu versuchen, andere Perspektiven und Standpunkte einzunehmen. Vor allem die Frage, „Ist meine Eifersucht in diesem speziellen Fall krankhaft oder berechtigt?“, sollte vielleicht durch die etwas unabhängigere Meinung einer außenstehenden Person geprüft werden.

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Hand aufs Herz

Die Kunst bei krankhafter Eifersucht ist, zu lernen die eigenen Gefühle und das eigene Verhalten genau zu reflektieren. Und dann: Hand aufs Herz – ist es die Ex deines Partners, die eure Beziehung belastet oder ist es deine Angst vor ihr und ihrer Geschichte mit deinem Partner, die sie zu einer Rebecca werden lässt, die eure Beziehung zerstört? Drängt sie sich in eure Beziehung oder holst du sie herein, indem du jede Kleinigkeit in Bezug auf sie zum Thema oder sogar Streit machst?

Bau dich selbst auf!

Eifersucht ist oft ein Zeichen für die eigene Unsicherheit. Die Lösung des Problems ist deshalb oft, an dem eigenen Selbstwertgefühl und an der Liebe zu sich selbst zu arbeiten. Mach dir deinen Wert, deine Stärken und die Besonderheiten deiner Persönlichkeit immer wieder bewusst und bau dich selbst auf, indem du dir selbst Gutes tust! Und vor allem: Vergleich dich nicht mit der Ex – dein Partner ist nicht mehr mit ihr zusammen, sondern mit dir und das hat einen Grund!

Auch hier zeigt die literarische Vorlage das Phänomen übrigens eindrücklich: Rebecca ist in der Erzählung der Protagonistin omnipräsent, obwohl sie nicht einmal da ist, während die Ich-Erzählerin nicht einmal ihren eigenen Namen nennt… Denk also immer daran: In deiner Geschichte sollte vor allem dein Name vorkommen - nicht der der Ex deines Partners.

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Das Rebecca-Syndrom: Mit dem Spuk leben

Gerade in der heutigen Zeit ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass jeder bereits eine oder einen Ex hat. Das kann ein komisches Gefühl sein, wenn man darüber nachdenkt, aber genau das ist der Punkt: Man muss lernen, mit dem Spuk zu leben, und am besten versuchen, gar nicht darüber nachzudenken, wenn nicht wirklich ein ganz konkreter Anlass besteht. Es ist wie in Daphne du Mauriers Roman: Rebecca ist eigentlich gar nicht da und hat nur Macht, weil die namenlose Ich-Erzählerin nicht aufhören kann, über sie nachzudenken und darüber, wie unterlegen sie der vorigen Frau ihres Geliebten ist.

 

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