Von A bis Z

Fetisch Arten: Das sind die häufigsten Sex-Praktiken

Es gibt viele unterschiedliche Fetisch-Arten. Wir stellen gängige und außergewöhnliche Sex-Praktiken vor und geben Tipps.

Video Platzhalter
Video: Glutamat

Die einen verkleiden sich wie ein Baby, die anderen finden es erregend, wenn sie jemand anpinkelt. Sexuelle Lust definiert jeder Mensch anders für sich. Viele von uns gestatten sich vielleicht gar nicht erst, herauszufinden, welche Vorlieben sie haben. Zu groß ist die Scham, zu tabuisiert sind Fetische immer noch in unserer Gesellschaft, die Konventionen sprengen. Grundsätzlich gilt: Erlaubt ist was gefällt, solange dabei niemand zu Schaden kommt. Fetischismus ist also nichts, wofür man sich schämen muss.

Wir zeigen dir in diesem Artikel verschiedene Fetisch-Arten von A bis Z und haben Tipps zur Umsetzung.

Was ist Fetisch-Sex?

Fetischismus bezeichnet eine Neigung, sich durch bestimmte Gegenstände oder Körperteile sexuell erregen zu lassen. Das können Kleidungsstücke, Schuhe, Latex oder auch Körperteile wie Füße sein. Im Grunde kann alles zu einem Fetisch werden, wenn man davon sexuell erregt wird und dadurch sexuelle Befriedigung erlebt. Zu den Fetischen zählt im Detail dieses Spektrum:

  • Tragen von bestimmter Kleidung

  • Verwendung bestimmter Materialien

  • Bestimmte Sex-Toys

  • Rollenspiele

  • Spielen mit bestimmten Körperteilen, zum Beispiel der bekannte „Fußfetisch“ (Partialismus)

  • Ausleben von spezifischen Fantasien

Problematisch wird ein Fetisch erst, wenn er den Alltag beeinträchtigt und sexuelle Erregung nur durch diesen speziellen Reiz möglich ist oder aber, er strafbar ist.

Alle Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Vorteile:

  • Fetisch-Arten können die Sexualität bereichern und sie aufregender gestalten.

  • Fetische können ein starkes Gefühl der Identität bieten.

  • Sie bieten Gemeinschaftsgefühl unter Gleichgesinnten. Fetischsten fühlen sich weniger alleine und ausgeschlossen.

  • Fetische fördern Kreativität.

  • Das Ausleben von Fetisch-Arten kann zu einem höheren Gefühl der Selbsterfüllung führen.

Nachteile:

  • Fetische können im ungünstigsten Fall den Alltag beherrschen und zu einer psychische Indikation werden.

Welche Fetisch-Arten gibt es?

Von einigen Fetisch-Arten hast du bestimmt schon gehört, andere sind dir vielleicht unbekannt. Hier sind einige Sex-Praktiken:

  • Autonepiophilie: Einer der Partner schlüpft in die Rolle eines Babys. Zum Teil kommen Windeln oder Schnuller zum Einsatz.

  • Bondage: Eine Form des BDSM, bei der sexuelle Erregung durch Fesselspiele entsteht.

  • Cisvestismus: Sexuelle Erregung durch das Verkleiden.

  • Dendrophilie: Sexualtrieb, bei dem Erregung und Lustgewinn aus dem Betrachten und Berühren von Bäumen entsteht.

  • Eproktophilie: Eine Form der Olfaktophilie, bei der jemand sexuelle Erregung durch das Geräusch oder den Geruch von Blähungen empfindet.

  • Forniphilia: Sexuelle Erregung, indem der Partner in die Rolle des Möbelstücks schlüpft, häufig in Verbindung mit BDSM.

  • Graviditätsfetischismus: Fetisch für werdende Mütter (auch „Schwangerschaftsfetisch“ oder „Pregnophilie“ genannt), das sich durch die Anziehungskraft auf Frauen während der Schwangerschaft auszeichnet.

  • Hybristophilie: Wird auch als „Bonnie-und-Clyde-Syndrom" bezeichnet und meint die sexuelle Erregung durch den Kontakt mit Verbrechern und Häftlingen.

  • Iantronudie: Diese spezielle Form des Exhibitionismus bezeichnet die Erregung durch das Ausziehen vor einem Arzt.

  • Japan Bondage: Japanische Fesselkunst, die auch als „Shibari Bondage“ bezeichnet wird.

  • Klismaphilie: Klismaphile Personen werden durch das Erhalten oder Verabreichen von Einläufen sexuell erregt.

  • Looner: Menschen, die Luftballons beim Sex integrieren und auch sexuelle Lust empfinden, wenn andere Luftballon aufblasen, zerplatzen oder drauf treten. Auch als „Balloon Fetish“ bezeichnet.

  • Makrophilie: Sich von großen Personen sexuell angezogen zu fühlen; das Gegenteil von Mikrophilie.

  • Narratophilie: Sexuelle Erregung durch Dirty Talk.

  • Olfaktophilie: Sexuelle Erregung durch diverse Gerüche (z.B. durch Füße oder Blähungen).

  • Petplay: Mit „Petplay“ oder „Animal Play“ ist ein Rollenspiel gemeint, bei dem einer der Partner in die Rolle eines Tieres schlüpft.

  • Queening: Auch „Facesitting“ genannt, bei der eine Person auf dem Gesicht der anderen sitzt.

  • Rollenspiele: Sexuelle Erregung durch Rollenspiele. Dabei können (müssen aber nicht) Kostüme und Requisiten zum Einsatz kommen.

  • Sitophilie: Sexuelle Erregung durch den Einsatz von Lebensmitteln beim Sex.

  • Trichophilie: Sexuelle Erregung durch das Berühren oder Ansehen von Haaren.

  • Urophilie: Sexuelle Erregung durch Urin.

  • Voyeurismus: Sexuelle Neigung, bei der sich ein Mensch erregt fühlt, wenn er andere beim Ausziehen oder der Selbstbefriedigung beobachtet (in diesem Fall meinen wir den abgesprochenen Voyeurismus, der in gegenseitigem Einverständnis geschieht).

  • Wachsspiele: Erregung durch heißes Wachs, das über die Haut eines anderen gegossen wird.

  • Zelophilie: Sexuelle Erregung durch Eifersucht.

Woher stammt der Begriff Fetisch?

Der Begriff Fetisch hat seinen Ursprung nicht in der Psychologie oder der Sexualwissenschaft, sondern in der Ethnologie. Portugiesische Seefahrer brachten im 15. Jahrhundert von ihren Reisen nach Westafrikageschnitzte Tier- und Menschenfiguren mit. Die Eingeborenen schrieben den Artefakten eine magische Wirkung zu. Sie wurden als "fetiço" bezeichnet, was portugiesisch für „Zauber“ steht.

Im 18. Jahrhundert wurde der Begriff von europäischen Anthropologen und Ethnologen übernommen. Sie umschrieben damit die Anbetung von Gegenständen in verschiedenen Kulturen. Diese wurden als übernatürlich oder mit besonderen Kräften ausgestattet angesehen wurden.

In der Psychologie tauchte der Begriff erstmals 1905 bei Sigmund Freud auf. Der Psychoanalytiker schrieb in seiner Schrift "Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie" das ein Fetisch als Abwehrmechanismus und Ersatzobjekt im Rahmen der psychosexuellen Entwicklung zu sehen sei. 

Die wichtigsten Tipps für Fetisch-Sex

Damit der Fetisch-Sex, der mit einem oder mehreren Partner ausgeführt wird, auch wirklich Spaß macht, haben wir Tipps:

  1. Einwilligung: Fetisch-Sex sollte immer nur (und das gilt natürlich auch für jegliche andere Form von Sex) unter der Einwilligung aller Beteiligten stattfinden.

  2. Kommunikation: Sprich ehrlich und offen über deine Wünsche. Erkläre, warum dieser Fetisch für dich wichtig ist und was er dir sexuell bringt.

  3. Sichere Umgebung: Habt den Fetisch-Sex an einem Ort, wo ihr euch wohl fühlt.

  4. Grenzen setzen: Respektiere die Grenzen deiner*s Partnerin*Partners. Legt ein Save-Word fest, damit ihr den Sex sofort stoppen könnt.

Fetisch-Arten: Diese Sextoys machen es noch aufregender

Für viele Fetisch-Arten eignen sich Sex-Toys wie Auflegevibratoren oder Sexspielzeug für Paare. Diese können wir empfehlen: