Du stehst auf Bad Boys?Hybristophilie: Wenn Frauen auf Verbrecher stehen

Auf Bad Boys zu stehen, ist ein weit verbreitetes Klischee. Doch was, wenn du du dich von Menschen angezogen fühlst, die wirklich straffällig werden? Dann könnte Hybristophilie dahinterstecken.

Frauen, die auf Rockstars mit Drogenproblemen stehen. Oder einfach nur auf Männer, die sich nicht mehr melden. Oder zwei-drei-vier-gleisig fahren. Hollywood-Filme bedienen sich dankbar am Klischee der Frauen, die auf Bad Boys stehen. Doch wie das so ist, mit den Klischees, steckt meistens ein Funken Wahrheit in ihnen. Und so haben viele Frauen sich schon einmal dabei ertappt, wie ein Mann ominöserweise immer attraktiver für sie wurde, je weniger er sich um sie scherte. Langeweile, das Geheimnisvolle, Selbstbestrafung, über die Ursachen lässt sich streiten. Bis zu einem gewissen Grat ist diese Phase jedoch vor allem normal.

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Wenn allerdings nur ein Vorstrafenregister dein Herz höher schlagen lässt, könnte es auch Hybristophilie sein. Dabei handelt es sich um eine spezielle sexuelle Neigung, bei der Menschen sich von Kriminellen angezogen fühlen.

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Hybristophilie: Wenn Frauen auf Verbrecher stehen

Hybristophilie wird in der Psychologie immer wieder beobachtet, zum Beispiel, wenn Gefängniswärterinnen sich in Insassen verlieben. Meistens handelt es sich bei den Betroffenen um Frauen. Die in Filmen und Romanen aufgearbeitete Thematik hat somit einen realen Hintergrund. Aus diesem Grund wird das Phänomen umgangssprachlich oftmals als Bonnie-and-Clyde-Syndrom betitelt. 

Eine besondere Anziehung verspüren Betroffene ausgerechnet bei den Verbrechern die bei anderen auf Ablehnung stoßen: Sexualstraftäter oder Mörder ziehen sie in ihren Bann. Sich selbst in Gefahr zu bringen, löst sexuelle Erregung aus.

Obwohl Hybristophilie medial präsent ist, als Krankheitsbild ist sie bis heute kaum erforscht. Psychologen gehen davon aus, dass die Gründe für die Entwicklung einer solchen sexuellen Neigung in Einsamkeit und einem geringen Selbstwertgefühl liegen. Auch kommt es vor, dass Betroffene selbst in ihrer Kindheit Opfer von Gewalttaten oder Missbrauch geworden sind. Sitzt der spätere Geliebte hinter Gittern, entsteht ein Machtgefälle. Der Frau in Freiheit gehört nun die Kontrolle. Auch darüber, dass der Mann ihr treu bleibt. Sie führen eine Beziehung ohne Alltag, mit seltenen Besuchen, deren Häufigkeit die freie Person bestimmt. 

Auch ein ausgeprägtes Helfersyndrom kann das Interesse an Straftätern wecken - der Glaube daran, den Partner ändern zu können, hält die Liebe stabil. 

Hinzu kommem Aufmerksamkeit und das öffentliche Interesse, das oftmals in Verbindung mit besonders grausamen Straftaten entsteht. Das Fremde löst in vielen Menschen eine Art Faszination aus - Menschen tun etwas, das fernab der gesellschaftlichen Regeln liegt. Diese Faszination des Bösen kann in Bewunderung umschwingen. 

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Der Traum von Bonnie und Clyde 

Es gibt übrigens zwei Formen der Hybristophilie - die passive und die aktive. Erstere zeigt sich lediglich durch sexuelle Anziehung zu einem Straftäter. Manchmal wird der Partner aber auch zum Mittäter. Gemeinsam begangene Verbrechen stellen für Betroffene eine neue Form der Verbundenheit dar. Dann spricht man von aktiver Hybristophilie. 

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