Stressfrei im Arbeitsalltag

Hochsensibilität im Beruf: So entkommst du der Reizüberflutung

Hochsensibilität ist keine Krankheit. Dennoch haben hochsensible Menschen es im Alltag oft schwerer als andere, die ihre Umgebung gefilterter wahrnehmen. Besonders der Arbeitsalltag kann für jemanden, der hypersensibel auf Reizeinflüsse reagiert, zu einer großen Herausforderung werden. Wir haben ein paar Strategien für Hochsensible, die einer Reizüberflutung im Beruf vorbeugen oder diese zumindest ein wenig eindämmen können.

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Wer hochsensibel ist, leidet schnell unter Reizen, die ein anderer vielleicht höchstens am Rande bemerkt. Gerüche, Geräusche oder Licht erreichen die Sinne in so intensiven Ausmaß, dass sie schon in geringen Dosen zu viel werden können. Auch die Gefühle und Stimmungen anderer Menschen können bei dir ein starkes physisches Unwohlsein auslösen, wenn du hochsensibel bist. Hoch- oder Hypersensibilität erschwert das Leben jedoch nicht nur: Sie ist auch eine Gabe und verhilft zu besonderen Fähigkeiten. Besonders im Arbeitsalltag musst du als Hochsensibler deswegen eine Balance finden, die es dir ermöglicht, deine schwachen Wahrnehmungsfilter auszugleichen, sodass du dich im Beruf wohlfühlen und volle Leistung bringen kannst.

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Eigene Bedürfnisse anerkennen und kommunizieren

Nicht nur Hochsensible, sehr viele Menschen neigen dazu, ihre persönlichen Bedürfnisse im Job hintenanzustellen. In einem gewissen Maß ist das natürlich auch notwendig. Bist du hochsensibel, ist es jedoch enorm wichtig für dich, starke Bedürfnisse wie Ruhe nicht kleinzureden, sondern sie anzuerkennen und ihnen nachzugeben. Wenn nötig, solltest du bei Kollegen oder Vorgesetzten offen ansprechen, was dich belastet und dir die Arbeit erschwert.

Geordneter Rückzug

Wird bei der Arbeit mal alles zu viel – sei es der Lärmpegel, die Hektik oder andere Menschen – nimm dir fünf Minuten für einen Rückzug. Ein Spaziergang ums Gebäude kann ebenso helfen, wie ein paar Minuten Alleinsein mit geschlossenen Augen. Ist kein Raum zum Rückzug vorhanden und kein Spaziergang möglich, kann sogar ein ruhiger Moment bewussten Zur-Ruhe-Kommens in einem Toilettenraum helfen.

Auch für die Mittagspause gilt: Bewegung, Alleinsein oder Einzelgespräche und (wenn möglich) ein Stück Natur helfen, die Reizüberflutung zu stoppen und den Sinnen eine Pause zu gönnen. Natürlich ist der Kontakt zu Kollegen und anderen Menschen sehr wichtig, doch im Zweifelsfall solltest du dir Zeit allein gönnen oder dich vielleicht mit nur einer Person zum Essen verabreden.

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Achtsamkeitsübungen und Meditation

Durch Achtsamkeitsübungen und Meditation kannst du trainieren zur Ruhe zu kommen, dich auf dein Inneres zu fokussieren und äußere Reize auszublenden. Schon ein paar Minuten am Morgen oder am Abend kannst du nutzen, um zu lernen dich gezielt zu entspannen. Diese in ruhigem Umfeld gelernten Fähigkeiten kannst du dann auch auf der Arbeit einsetzen, wenn der Stress dich zu überwältigen droht.

Realistische Anforderungen deutlich formulieren

Als hochsensible Person neigst du zu Perfektionismus und dazu, zu hohe Ansprüche an dich zu haben. Gerade im Berufsleben führt das schnell dazu, dass du überfordert bist und nicht alles schaffst, was du deiner Ansicht nach schaffen solltest. Deshalb: Mach dir jeden Morgen bevor du mit der Arbeit beginnst eine To-Do-Liste und überprüfe kritisch, ob die aufgezählten Aufgaben wirklich innerhalb deiner Arbeitszeit zu schaffen sind. Es kann außerdem helfen, die Liste nach Prioritäten zu ordnen und jeder Aufgabe nur so viel Zeit und Energie zu widmen, wie ihre Wichtigkeit es erfordert.

Ganz wichtig: Nimm dir, wenn möglich, immer nur eine Aufgabe zur Zeit vor und beende sie, bevor du etwas Neues beginnst.

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Entscheidungen nicht überbewerten und schriftlich fokussieren

Entscheidungen sind für hochsensible Menschen oft eine große Herausforderung: Durch ihre Fähigkeiten versuchen sie, enorm viele Faktoren in ihre Entscheidungen mit einzubeziehen und jede mögliche Konsequenz vorauszuberechnen, die ihr Entschluss zur Folge haben könnte. Bist du hochsensibel solltest du dir bei jeder Entscheidung bewusstmachen, dass du unmöglich die Zukunft vorhersagen kannst, egal wie oft du dein Handeln überdenkst. Auch in diesem Fall sind Stift und Papier deine besten Freunde: Eine Pro- und Kontra-Liste oder eine Mind-Map ist ganz schnell aufgeschrieben und hilft, komplizierte Situationen zu überblicken und nicht in Handlungsstarre zu verfallen.

Rituale pflegen

Zeitdruck, Stress und nahezu alles Unvorhergesehene sind natürliche Feinde eines Hochsensiblen. All diese Phänomene lassen sich vor allem im Beruf oft nicht vermeiden. Deswegen ist es umso wichtiger, die Zeit aktiv stressfrei zu gestalten, auf die man Einfluss hat. Vor allem der Morgen sollte entspannt beginnen: Tu Dir zum Start in den Tag Gutes und beuge Stress vor, indem du rechtzeitig aufstehst, den Kaffee oder eine Dusche in Ruhe genießt oder gemütlich frühstückst.

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Nach dem Feierabend

Nach einem langen stressigen Tag machen sich viele Menschen auf einen ebenfalls stressigen Weg nach Hause, nur um dort ebenfalls von stressigen Pflichten oder Menschen erwartet zu werden, die (natürlich zu Recht) auch Aufmerksamkeit fordern. Nicht nur für Hochsensible kann es sich lohnen, den Weg von der Arbeit nach Hause bewusst angenehm zu gestalten, anstatt ihn nur als notwendiges Übel zu betrachten: Wenn möglich, sollte man wenigstens ein Stück an der frischen Luft zu Fuß gehen oder den Arbeitsweg mit dem Fahrrad bestreiten, denn Bewegung sorgt für Stressabbau. Ein Hörbuch des Lieblingsautors oder Musik unterstützen dabei, äußere Reize auszublenden und machen Bahn- oder Autofahrten angenehm.

Vielen Menschen hilft es außerdem, nach der Arbeit nicht direkt nach Hause zu gehen, sondern einen Zwischenstopp einzulegen: Ob das ein Yoga- oder Fitnessstudio, ein Park oder ein Strickkurs ist, ist vollkommen egal, Hauptsache es gibt ein gutes Gefühl.

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