Lauf-Kolumne"Ich hasse Laufen, jetzt trainiere ich für einen Halbmarathon"

Wie ich von meinem Statement "Ich hasse Laufen" dazu gekommen bin, für einen Halbmarathon zu trainieren. Unser erster Teil der neuen Lauf-Kolumne zur Wunderweib-Halbmarathon-Challenge.

Inhalt
  1. Laufen und ich: Es hat nie richtig 'Klick' gemacht
  2. Dann kam sie: die Halbmarathon-Challenge
  3. Bin ich jetzt ein Läufer?

"Laufen beruhigt mich." "Laufen kann man überall. Das ist so ein praktischer Sport." Das sind Sätze, die man von mir in der Vergangenheit garantiert NIE gehört hätte. Ich habe auf die Frage, ob ich regelmäßig joggen gehen würde, mehr so etwas geantwortet wie: "Ich mache alles außer Laufen. Ich hasse Laufen." Sinngemäß kommt das ziemlich genau hin. Spinning, Yoga, Krafttraining, hier mal einene Stunde Bikram Yoga oder auch mal ein Barre Workout testen - all das macht mir Spaß. 

 

Laufen und ich: Es hat nie richtig 'Klick' gemacht

Jetzt könnte man natürlich sagen: Reicht ja auch. Du machst genug Sport. Es muss nicht jeder gerne laufen, auch nicht jede Fitness-Redakteurin, und ein Halbmarathon ist keine Pflichtveranstaltung. Das weiß ich alles. Insgeheim hat es mich aber immer gewurmt, dass es bei mir und dem Joggen nie so richtig geklickt hat. Es ist nicht so, als hätte ich es nicht immer wieder probiert. Ich glaube, als ich so um die 15 Jahre alt war, habe ich mir zum ersten Mal gedacht, dass Laufen doch genau das Richtige für mich sein könnte. Da kann man sich in der Natur bewegen und den Kopf frei bekommen. Außerdem kostet es kaum Geld - als Teenager (und als Erwachsener eigentlich auch noch) ist das definitiv ein Faktor, der eine Rolle spielt. Doch was soll ich sagen: Es war überhaupt nicht so entspannend, wie ich mir vorgestellt habe. Ganz im Gegenteil sogar. Ich hatte Seitenstechen und gefühlt überhaupt keine Ausdauer.

Über die kommenden Jahre hinweg habe ich es immer wieder mit dem Laufen versucht. Zwischendurch hatte ich mal für ein paar Wochen eine ganz gute Phase, aber genau das blieb sie dann auch: eine Phase. Generell war mir Sport aber immer wichtig. Ich mag es, mich so richtig auszupowern und brauche das auch als Ausgleich. Vom Laufen habe ich mich erst einmal wieder verabschiedet. Man könnte auch sagen, wir haben uns darauf geeinigt, dass wir nebeneinander existieren können, aber nicht miteinander.

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Dann kam sie: die Halbmarathon-Challenge

Eigentlich funktionierte das Arrangement ganz gut. Zumindest bis Ende letzten Jahres innerhalb unserer Redaktion die Idee entstand, eine Halbmarathon-Challenge zu machen und im Juni 2019 den hella-Halbmarathon zu laufen (ja, das sind 21,1 km!!!). Drei Redakteure haben sich dafür gemeldet: Maren, Mareike und ich. Ja, genau die Person, die vorher immer behauptet hat, Laufen zu hassen. Was soll ich sagen? Wie ich bereits erklärt habe, hat es mich schon immer genervt, dass ich keinen Zugang zu diesem Sport gefunden habe. Ich habe mir dann im letzten Jahr einfach gedacht: Vielleicht brauche ich ein Ziel, um wirklich durchzuhalten?

Auf jeden Fall hatte ich einen Anreiz, wieder mit dem Laufen anzufangen. Und das habe ich vor wenigen Wochen getan. Jedoch habe ich einige Dinge direkt anders gemacht, als in der Vergangenheit.

  1. Erstens laufe ich nicht mehr zu Musik. Ich höre Hörspiele oder Podcasts, während ich laufe. So bin ich nicht versucht, meine Geschwindigkeit dem Beat anzupassen und laufe nur so schnell, wie ich kann.
  2. Zweitens habe ich mir zu Beginn sehr einfache Ziele gesetzt. Mein erster Lauf, nachdem wir uns für die Halbmarathon-Challenge entschieden hatten, war gerade einmal knapp drei Kilometer lang - und langsam, sehr langsam. Danach habe ich mich nicht gerade gefühlt, als könnte ich laufend die Welt erobern, aber so schlimm war es dann auch wieder nicht.
  3. Drittens laufe ich nur draußen an der frischen Luft. Das funktoniert für mich einfach besser, als im Fitnessstudio auf einem Laufband zu trainieren.

Aktuell - und das wird sich in den nächsten Wochen auf gar keinen Fall ändern - laufe ich mindestens zweimal pro Woche.

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Bin ich jetzt ein Läufer?

Im Moment fühle ich mich nicht so. Vielleicht wird sich das ändern, wenn wir den Halbmarathon hinter uns gebracht haben. Die Frage, die aber noch viel näher liegt, lautet aber: Hasse ich das Laufen jetzt nicht mehr? Um die Frage besser beantworten zu können, möchte ich gerne ein Zitat von Bella Mackie aus ihrem Buch "Jog On - How Running Saved My Life" einflechten: "(...) so oft höre ich Leute sagen, dass sie Laufen hassen. Ich habe das auch gesagt, aber weil ich es nie richtig versucht hatte, war das eine schwache Ausrede. Du hasst nicht das Laufen. Du findest es langweilig oder unangenehm oder kalt. Aber all diese Dinge können mit der Zeit, mit Training und Equipment behoben werden." Bella Mackie bringt es an dieser Stelle, an der es in ihrem Buch darum geht, wann Laufen zur Gewohnheit werden kann, auf den Punkt. Ich habe Laufen wahrscheinlich nie wirklich gehasst. Ich denke, dass ich es eher nicht mochte, weil es mir von vornherein nicht so leicht fällt wie andere Sportarten. Mit der Zeit wird es aber tatsächlich besser. 

Natürlich bedeutet es nicht, dass Joggen jetzt auf einmal meine allerliebste Sportart ist und ich meine Freizeit mit nichts anderem mehr verbringen möchte. Ich habe in den letzten Wochen immer wieder Läufe gehabt, die eine absolute Katastrophe waren und mir drohten den neu gewonnen Spaß zu verderben. Aber gleichzeitig fühlt es sich auch ziemlich gut an, einen besonders schnellen Kilometer zu laufen oder so weit zu laufen, wie noch nie zuvor. Außerdem wird das Gefühl den Halbmarathon geschafft zu haben, bestimmt noch viel viel besser sein. 

An all diejenigen, die nicht laufen, weil sie glauben, es zu hassen: Ich würde es noch einmal darauf ankommen lassen. Das Laufen und ich kommen jetzt ganz gut miteinander zurecht. 

Ab jetzt werdet ihr jede Woche eine neue Lauf-Kolumne von Mareike, Maren oder mir, Tina, lesen. Wir nehmen euch mit auf unserem Weg zum Halbmarathon.

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