Erste Hilfe

Per App zum Lebensretter werden: So hilft „Saving Life“ Menschen in Not

Zwischen Leben und Tod entscheiden oft nur wenige Minuten. Die „Saving Life“-App soll genau diese Zeit überbrücken und könnte damit Leben retten.

Zwei Frauen beugen sich über eine bewusstlose Frau am Boden
Ersthelfer:innen können den entscheidenden Unterschied machen und Leben retten. Foto: iStock/Jan-Otto
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Ob Herzstillstand oder schwerer Unfall: Im Notfall zählt jede Sekunde. Doch viele Menschen sind in solchen Situationen verunsichert oder trauen sich nicht, Erste Hilfe zu leisten. Genau hier setzt die „Saving Life“-App des Arbeiter-Samariter-Bunds Schleswig-Holstein (ASB SH) an. Über die App werden qualifizierte Ersthelfer*innen in der Nähe eines Notfalls alarmiert. Ziel ist es, dass innerhalb von drei Minuten jemand vor Ort ist. 

So funktioniert die „Saving Life“-App

Im Notfall wird wie gewohnt die 112 gewählt. Die Leitstelle alarmiert den Rettungsdienst und schickt einen Rettungswagen zum Einsatzort. Besteht Lebensgefahr, werden zusätzlich über die „Saving Life“-App registrierte Ersthelfer*innen in der Umgebung benachrichtigt.

Diese erhalten eine Meldung auf ihr Smartphone und können den Einsatz direkt annehmen. Erfolgt innerhalb von zwei Minuten keine Rückmeldung, wird die Anfrage automatisch beendet. Wer den Einsatz annimmt, erhält die Adresse des Notfalls und begibt sich umgehend dorthin, um Erste Hilfe zu leisten, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Wer sich als Ersthelfer registrieren möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein und über einen Erste-Hilfe-Kurs verfügen, der nicht älter als zwei Jahre ist. Alternativ ist auch eine weiterführende medizinische Ausbildung möglich.

Praktisch: In der App sind außerdem die Standorte von mehr als 1.000 automatisierten externen Defibrillatoren (AED), auch als „Defis“ bekannt, hinterlegt.

Die „Saving Life“-App ist kostenlos im Google Play Store und im Apple App Store erhältlich.

Warum Ersthelfer-Apps so wichtig sind

Die „Saving Life“-App wurde 2017 in Schleswig-Holstein eingeführt. Seitdem haben sich rund 43.000 Menschen als Ersthelfer*innen registriert. Nach Angaben des ASB werden in Schleswig-Holstein täglich durchschnittlich 30 Einsätze über die App ausgelöst.

Allein im Jahr 2024 kam die App bei 3.784 Einsätzen zum Einsatz. In 1.142 Fällen mussten die alarmierten Helfer*innen sogar Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen. Die Zahlen zeigen: Schnelle Hilfe kann einen entscheidenden Unterschied machen und im Ernstfall Leben retten.

In anderen Bundesländern gibt es ähnliche Systeme, allerdings unter anderen Namen, etwa „Region der Lebensretter“, „KatRetter“, „Mobile Retter“ oder „Saarretter“. Ein deutschlandweit einheitliches System gibt es bislang nicht.

Wer Erste Hilfe leisten kann, hat mit nur wenigen Klicks die Möglichkeit, im Ernstfall genau dort zu helfen, wo jede Sekunde zählt.