Hormonelle VerhütungPille und Rauchen: So gefährlich ist die Kombination

Frauen, die rauchen und die Pille nehmen, setzen sich einem erhöhten Thromboserisiko aus, das sehr gefährlich sein kann. Das musste eine 24-Jährige am eigenen Leib erfahren.

Inhalt
  1. So schlimm endete für diese 24-Jährige die Kombination aus Pille und Rauchen
  2. Pille und Rauchen: Darum ist es so gefährlich
  3. Die Zigarettenanzahl spielt eine Rolle
  4. Weitere Risikofaktoren für Raucherinnen

Es ist kein Geheimnis, dass die Pille das Thromboserisiko erhöht. Auch dass Zigaretten einen erheblichen Teil dazu beitragen, dass Risiko noch weiter in die Höhe zu treiben, ist bekannt. Wenn eine Thrombose im Körper wandert, kann sie einen Herzinfarkt oder auch einen Schlaganfall auslösen. Somit ist durch die Einnahme der Pille das Risiko für solche schwerwiegenden Krankheiten erhöht. Die Kombination aus Pille und Rauchen macht es aber noch gefährlicher.

 

So schlimm endete für diese 24-Jährige die Kombination aus Pille und Rauchen

Davon hatte Julia B. auch schon gehört. Allerdings war die junge Frau nicht davon ausgegangen, dass es sie selbst einmal treffen würde. Doch dann kam der Tag, der ihr Leben für immer verändern sollte.

Julia, die damals 24 Jahre alt war, befand sich gerade auf dem Weg zur Arbeit und wollte aus der Bahn aussteigen, als sie auf einmal einen heftigen Stich im Hinterkopf spürte. Zusätzlich wurde ihr sehr schwindelig. Julia wurde von Sanitätern ins Krankenhaus gebracht. Dort angekommen ging man davon aus, dass die junge Frau bloß einen Kreislaufzusammenbruch gehabt hätte. Nachdem ein Blutbild gemacht wurde, versorgte man Julia mit einer Infusion und schickte sie wieder nach Hause. Obwohl die junge Frau zu diesem Zeitpunkt schon bemerkt hatte, dass sie ihre rechte Körperhälfte nicht mehr richtig bewegen konnte und dies dem Arzt auch gesagte hatte.

Zuhause angekommen legte sich Julia erst einmal hin, weil es ihr immer noch nicht besser ging. Die Kopfschmerzen hielten an. Dennoch dachte sich Julia zunächst nichts weiter dabei. Als ihre beste Freundin und gleichzeitig Mitbewohnerin sich abends noch einmal auf den Weg machte, verabredeten die Frauen, dass Julia sich einfach melden würde, wenn es ihr schlechter gehen sollte.

Mitten in der Nacht dann verschlechterte sich Julias Zustand dramatisch. Auf ihrem Blog Miss Finnland schildert Julia, was passierte: "Ich wachte um ca. 2 Uhr nachts auf, (hatte) extreme Kopfschmerzen und ich musste auf die Toilette. Ich versuchte mich nochmal umzudrehen, ich wollte einfach nicht aufstehen. - Dennoch, der Drang siegte. Ich stand auf und gleich knickte meine rechte Seite weg." Geradeso konnte Julia zur Toilette gehen und sich dann wieder ins Bett legen.

Doch die Schmerzen hielten an und ihr war wieder sehr schwindelig. Julia versuchte, ihre Freundin anzurufen, erreichte jedoch nur die Mailbox. Schließlich rief sie einen Krankenwagen. Den Sanitätern war sofort klar, dass etwas nicht stimmte. Bis Julia im Krankenhaus jedoch richtig behandelt wurde, war es bereits Morgen.

Einmal in der Neurologie erhielt sie dann schnell die erschreckende Diagnose: Kleinhirninsult oder auch Schlaganfall. Dabei war Julia zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal 25 Jahre alt.

Neun Tage musste sie daraufhin im Krankenhaus bleiben. Es wurden viele unterschiedliche Tests durchgeführt. Sie erhielt anschließend außerdem Physiotherapie, um ihre rechte Körperhälfte zu trainieren.

Heute ist der Vorfall über sechs Jahre her. Julia hat sich zurück ins Leben gekämpft. Körperlich geht es ihr sehr gut. Auf ihrem rechten Auge kann sie allerdings nicht mehr räumlich sehen. Dies kann in Folge eines Schlaganfalls passieren. Viel schlimmer als die körperlichen Folgeschäden sind für Julia jedoch die geistigen und seelischen Nachwirkungen des Schlaganfalls. Noch Jahre später litt die junge Frau unter Angstattacken. Seit einem Jahr hat sie sich nun von diesen befreit.

Das Rauchen hat Julia übrigens auch ungefähr ein Jahr nach dem Schlaganfall endgültig aufgegeben. Außerdem verhütet sie nicht mehr mit der Pille.

Indem sie mit ihrer Geschichte so offen umgeht, möchte Julia andere Frauen warnen. Auf ihrem Blog appelliert sie besonders an die Leserinnen, die rauchen, dass diese sich ganz genau überlegen sollten, ob sie nicht doch aufhören können. Vor allem sollte man sich der Gefahr bewusst sein, die von der Kombination Pille und Rauchen ausgeht.

 

Pille und Rauchen: Darum ist es so gefährlich

Normalerweise liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Frau, eine Thrombose zu erleiden bei 1:5000 pro Jahr. Das heißt, es trifft statistisch gesehen, eine von 5.000 Frauen. Das Risiko für eine Thrombose steigt aber bei Raucherinnen um das Dreifache an.

Die Antibabypille wiederum erhöht allein für sich genommen auch das Thromboserisiko. Wenn Pille und Rauchen kombiniert werden, kann dies unter Umständen lebensgefährliche Folgen haben.

 

Die Zigarettenanzahl spielt eine Rolle

Tatsächlich spielt es eine wichtige Rolle, wie viel du rauchst, wenn du die Pille nimmst. Sind es regelmäßig mehr als zehn Zigaretten steigt das Risiko für eine Thrombose stark an. Es ist sogar möglich, dass sich das Risiko um das 20fache erhöht, wenn Pille und Rauchen kombiniert werden.

 

Weitere Risikofaktoren für Raucherinnen

Das Thromboserisiko steigt weiter an, wenn du nicht nur rauchst und die Pille nimmst, sondern darüber hinaus auch noch einen zu hohen Blutdruck hast. Auch Krampfadern, Übergewicht und chronische Erkrankungen steigern das Risiko.

Darum sollten Frauen ihrem Gynäkologen auch nicht verschweigen, dass sie rauchen. Im Zweifelsfall kann dieser dann nämlich eine Pille verschreiben, die weniger Östrogen enthält oder aber ein anderes Verhütungsmittel empfehlen.

Welche Alternativen es zur Pille gibt, zeigen wir dir oben im Video.

(ww8)

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