SchlafenszeitSchlafbedarf von Kindern: Wann muss mein Kind ins Bett?

Den Schlafbedarf von Kindern richtig abzuschätzen, ist manchmal nicht leicht. Erst bekommt man die Kinder nicht ins Bett, dann aber schlummern sie auf der nächsten Autofahrt sofort ein. Viele Eltern kennen das Spiel. Aber wie findet man raus, wann die ideale Zubettgehzeit ist und wie viel Schlaf das eigene Kind braucht? Wir klären diese Fragen.

Jedes Kind ist anders. Die einen sind lebhaft, andere wiederum eher ruhig. So unterschiedlich Kinder sind, so sehr unterscheiden sich auch der Schlafbedarf und die richtige Zubettgehzeit. Babys und Kleinkinder gleichen zu kurze Nächte mit kleinen Tagesschläfchen wieder aus, doch spätestens ab der Grundschule ist dies nicht mehr möglich. Bei welchen Anzeichen du aufhorchen solltest, damit dein Kind keine Schlafstörung entwickelt, wie du rausfindest, wie viel Schlaf dein Kind braucht und wann die richtige Zubettgehzeit für dein Kind ist, klären wir hier.

 

Alarmsignal: Woran erkenne ich, dass mein Kind zu wenig schläft?

Wenn alles gut läuft, sollten die Schlafens- und Zubettgehzeiten gelassen werden, wie sie sind. Aber woran erkenne ich, dass mein Kind zu wenig Schlaf bekommt? Alarmsignale sind je nach Alter des Kindes unterschiedlich. Kleinkinder sind bei Schlafmangel extrem quengelig und gereizt. Allerdings ist es nicht ungewöhnlich, wenn sie tagsüber mal spontan von alleine einschlafen. Ein Alarmsignal ist dieses Verhalten wiederum für Schulkinder. Schlafen sie schon bei kurzen Autofahrten, beim Spielen oder Essen ein, schlafen sie in der Nacht definitiv zu wenig. Auch Konzentrationsschwierigkeiten und allgemeine Müdigkeit sind Anzeichen für eine zu kurze Nacht. Da durch die festen Schulzeiten eine flexible Schlafenszeit nur eingeschränkt möglich ist, kann ein kurzes Mittagsschläfchen oder eine kleine Ruhepause auf dem Sofa dabei helfen, leichte Schlafmängel auszugleichen.

 

Schlafbedarf von Kindern: Wann müssen sie ins Bett?

Der Schlafbedarf von Kindern ändert sich mit dem Alter und ist auch von Kind zu Kind individuell. Babys schlafen zwischen neun bis 19 Stunden, Kleinkinder um die zwei Jahre benötigen im Schnitt zwölf bis dreizehn Stunden und mit gut vier Jahren brauchen Kinder elf bis zwölf Stunden Schlaf. Dies sind allerdings Durschnittsangaben, weshalb du dir keine Gedanken machen musst, wenn bei deinem Kind der Schlafbedarf bis zu zwei Stunden abweicht.

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Die richtige Zubettgehzeit rausfinden

Bleibt die Frage: Wann muss mein Kind ins Bett? Die richtige Zubettgehzeit ergibt sich aus der Aufstehzeit, wobei der jeweilige Schlafbedarf abgezogen wird. Zunächst kann man sich an den Durchschnittsangaben orientieren. Wird dein Kind früher wach als gedacht oder bekommst du es morgens nicht aus dem Bett, kann nachkorrigiert werden.

Abendliche Routine ist unabdingabr

Die abendliche Routine ist für unsere kleinen Lieblinge sehr wichtig, denn sie verhindert Schlafstörungen. Es sollte jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett gegangen und auch aufgestanden werden. Auch kleine Rituale wie Vorlesen bei gedämmtem Licht (zum Beispiel aus dem Buch "Das Kaninchen, das so gerne einschlafen will", das Kinder ganz schnell beruhigen soll) oder das Hören von ruhiger Musik können beim Einschlafen helfen. Auf Fernsehen, PC oder Smartphone sollte hingegen besser verzichtet werden, denn das künstliche Licht macht nachweislich wach. Die letzten 30 Minuten oder die letzte Stunde vor dem Schlafen gehen können die Kleinen mit Malen, in einem Buch blättern oder ruhigen Spielen in ihrem Zimmer verbringen.

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Die Routine sollte immer gleich und ruhig etwas langweilig sein, damit die Kinder schon entspannt und nicht aufgedreht ins Bett gehen. Natürlich darf es bei einem besonderen Anlass auch mal eine Ausnahme der Regel geben.

Schlafzeiten anpassen

Ist dein Kind trotz aller Routine ständig müde und unausgeglichen, müssen die Schlafzeiten wahrscheinlich angepasst werden. Um das herauszufinden, solltest du über zwei bis drei Wochen ein Schlafprotokoll führen. Notiere wann und wie lange dein Kind geschlafen hat und passe die Zubettgehzeiten an. Braucht es sehr lange, bis dein Kind eingeschlafen ist, rechne ruhig eine Stunde dazu, damit die Schlafphase auch nicht zu kurz wird. Zudem kann dir ein Schlafprotokoll helfen, den Schlaftyp deines Kindes zu bestimmen.

Eine gute Eselsbrücke: Lerchen kommen morgens leicht aus den Federn, sind abends aber früh müde. Bei Eulen ist es genau andersherum. Morgens fällt ihnen das Aufstehen sehr schwer und abends kommen sie erst spät zur Ruhe. Daher sollte der Schlaftyp bei den Zubettgehzeiten immer berücksichtigt werden.

Der Gang zum Arzt sollte gemacht werden, wenn eine Einschlaf- oder Schlafstörung an mindestens drei Tagen die Woche über drei Monate hinweg auftritt.

Außerdem solltest du einen Arzt aufsuchen, wenn dein Kind über Monate hinweg schnarcht, ohne dass eine Erkältung oder Allergie der Auslöser ist. Denn dafür können Polypen die Ursache sein. Klingt banal, aber sie können das Schnarchen verursachen und zu Schlafapnoen führen. Das sind Atemaussetzer im Schlaf, die wiederum die ständige Müdigkeit zur Folge haben.

 

Von Lisa Philomena Strietzel

 

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