Schwangerschaft

Schwangerschaftsmythos: Wird eine Frau eher schwanger, wenn sie einen Orgasmus hat?

Die vierte Staffel von „Bridgerton“ auf Netflix bringt einen alten Schwangerschaftsmythos wieder ins Gespräch. Aber was ist dran an der Theorie?

Hannah Dodd als Francesca Bridgerton und Victor Alli als John Stirling in der vierten Staffel Bridgerton
Hannah Dodd als Francesca Bridgerton und Victor Alli als John Stirling in "Bridgerton".   Foto: Netflix © 2025 / Liam Daniel
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Die neue Staffel der Netflix-Serie „Bridgerton“ ist da! Nach langem Warten können wir nun dabei zuschauen, wie Benedict Bridgerton seine große Liebe findet. Doch die Staffel befördert nicht nur neue Intrigen und Liebesgeschichten an die Oberfläche, sondern auch eine alte Theorie zum Thema Schwangerschaft.

Die frisch vermählte Francesca und ihr Mann John stehen vor einem Problem, das auch viele Paare im 20. Jahrhundert beschäftigt: Sie werden einfach nicht schwanger. Doch im Gegensatz zu heute gab es damals wenig Ressourcen und vor allem wenig Aufklärung. Das sehen wir in einer Szene, in der Francesca und ihr Mann darüber sprechen, woran es liegen könnte, dass sie trotz regelmäßigem Geschlechtsverkehr noch kein Kind erwarten.

John fragt Francesca: „Aber du hattest doch immer einen Orgasmus, oder?“. Und genau wie viele andere Frauen bejaht Francesca diese Frage, obwohl der Sex für sie keinesfalls so erfüllend ist wie für ihn. Während diese Szene die Orgasmus-Gap thematisiert, stellt sie gleichzeitig die alte Hypothese in den Raum, dass der Orgasmus der Frau die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft erhöht. Aber ist das wirklich so? Diese Frage wird in der Serie nicht beantwortet. Deswegen gibt es hier eine Antwort auf die Frage, welche Rolle der weibliche Orgasmus bei der Befruchtung der Eizelle spielt.

Beeinflusst der Orgasmus bei einer Frau die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit?

Laut dem Mythos sollen Frauen, die während des Geschlechtsverkehrs einen Orgasmus erleben, mit höherer Wahrscheinlichkeit schwanger werden. Durch das Zusammenziehen der Muskeln in der Vagina und der Gebärmutter sollen Spermien besser bzw. schneller in den Eileiter gelangen. Das ist zwar richtig, aber es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass es die Befruchtung der Eizelle erleichtert und somit die Bedingungen für eine Schwangerschaft verbessert. Daher kann gesagt werden: der Orgasmus einer Frau ist nicht relevant für die Befruchtung und wissenschaftlich nicht belegt.

Warum haben Frauen einen Orgasmus?

Anschließend stellt sich die Frage, warum Frauen einen Höhepunkt erleben. Denn im Gegensatz zum männlichen Orgasmus bzw. der Ejakulation scheint er, rein aus der Reproduktionsperspektive betrachtet, keinen Nutzen zu haben. Mit dieser Frage beschäftigt sich auch die Wissenschaft, die bis heute aber noch keine eindeutige Antwort darauf gefunden hat. Es gibt allerdings einige Theorien, warum Frauen trotzdem einen Orgasmus erleben:

Der weibliche Orgasmus: ein Überbleibsel der Evolution?

Studien weisen darauf hin, dass der Orgasmus ursprünglich mal wichtig für den Eisprung war. Bei einigen Säugetieren befindet sich die Klitoris im Inneren der Vagina, wodurch sie beim Fortpflanzungsakt direkt stimuliert wird. Diese Stimulation führt während des Geschlechtsverkehrs zum Eisprung. Es könnte sein, dass dies früher auch bei Primaten der Fall war und der Orgasmus tatsächlich eine Rolle bei der Befruchtung gespielt hat, sich mit der Zeit aber der zyklische Eisprung entwickelte.

Bei einer anderen Theorie soll der Orgasmus Frauen dabei helfen, den*die richtige*n Partner*in zu finden. Wenn der*die Partner*in sie zum Höhepunkt bringt, ist das ein Zeichen, dass er*sie der*die Richtige sein könnte.

Eine weitere verbreitete Hypothese befasst sich damit, dass der Ursprung für den Orgasmus der Frau in der Embryonenentwicklung liegen könnte. Während der anfänglichen Phase des Embryowachstums entstehen die Geschlechtsorgane bei Jungen und Mädchen aus dem gleichen Gewebe. Dadurch könnten die Mechanismen, also auch die, die für den Orgasmus verantwortlich sind, einander ähneln.

Klitoraler und vaginaler Orgasmus: Das ist der Unterschied!

Orgasmus bei der Frau: Deshalb ist er so wichtig

Somit ist also nicht hundertprozentig klar, warum Frauen einen Orgasmus erleben können. Zumindest dann, wenn der*die Sexpartner*in weiß, wie. Denn auch wenn ein Orgasmus die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft nicht direkt erhöht, können regelmäßige Höhepunkte dafür sorgen, dass die Frau sich allgemein wohler fühlt. Es werden Glückshormone ausgeschüttet, die Bindung zu dem*der Partner*in wird gestärkt und wenn der Sex Spaß macht, findet er auch öfter statt. Insofern ist es gar keine schlechte Idee, dafür zu sorgen, dass die Frau beim Geschlechtsverkehr auf ihre Kosten kommt.

Solltest du Probleme dabei haben, beim Sex zu kommen, ist das kein Grund zur Panik. Es gibt einige Gründe, warum Frauen nicht zum Orgasmus kommen. Aber zum Glück gibt es auch viele Möglichkeiten, wie z. B. bestimmte Stellungen oder Stimulationsvarianten, bei denen die Frau kommen kann. Ob du nun schwanger werden möchtest oder nicht – einen Orgasmus sollte jede Frau erleben können!

Diese Faktoren beeinflussen, ob eine Frau schwanger wird

Aber was beeinflusst, ob eine Frau schwanger wird oder nicht? Am wichtigsten ist der Zeitpunkt, an dem ihr miteinander schlaft. Während der Ovulation, also der fruchtbaren Phase des Zyklus, ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten. Aber auch Stellungen, Ernährung und der Lebensstil spielen eine Rolle. 

Quellen

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