Sexuelle Orientierung: Von asexuell bis pansexuell

Die sexuelle Orientierung bestimmt, zu wem du dich hingezogen fühlst. Der Liebe sind keine Grenzen gesetzt - es gibt viel mehr, als hetero- und homosexuell. Wir klären auf, was hinter pansexuell, demisexuell und Co. steckt.

Inhalt
  1. Asexuell, bisexuell, pansexuell: Sexuelle Orientierungen erklärt
  2. Die Vielfalt der sexuellen Orientierung
  3. Geschlechtliche Identität
  4. Beziehungformen
 

Asexuell, bisexuell, pansexuell: Sexuelle Orientierungen erklärt

Zu wem fühle ich mich angezogen - emotional und sexuell? Neigungen sind von Mensch zu Mensch verschieden. Auch sexuelle Orientierungen gibt es viele.

Frauen lieben Frauen, Männer lieben Männer, Frauen lieben Männer - oder man liebt beide Geschlechter. Das sind wohl die gängigsten Orientierungen, an die die meisten Menschend denken. Tatsächlich ist Sexualität aber viel diverser - so wie die Menschheit selbst.

Dasselbe gilt für Beziehungsformen. Es gibt dabei kein richtig oder falsch. Während manche Paare monogam glücklich werden, finden andere ihre Erfüllung in Polyamorie. Der Liebe sind keine Grenzen gesetzt - und wenn, dann bestimmst du sie selbst. Wir haben die Vielfalt der sexuellen Orientierung zusammengefasst.

 

Die Vielfalt der sexuellen Orientierung

Heterosexuell

Heterosexuell ist man, wenn man sich zum jeweils anderen Geschlecht hingezogen fühlt. Als Frau hast du Interesse an einem Mann, als Mann an einer Frau. 

Homosexuell / schwul

Männer fühlen sich emotional und körperlich von Männern angezogen.

Homosexuell / lesbisch

Homosexuell funktioniert natürlich in beide Richtungen - fühlen sich Frauen von demselben Geschlecht angezogen, sind sie lesbisch.

Gleichgeschlechtliche Ehe: Studie belegt, dass Kindern nichts fehlt

Bisexuell

Manchmal ist die sexuelle Orientierung gar nicht an ein Geschlecht geknüpft. In diesem Fall fühlt ein Mann oder eine Frau sich emotional wie sexuell von beiden Geschlechtern angezogen. Ob mit Mann oder Frau eine Beziehung eingegangen wird, kann variieren.

Asexuell

Asexuelle Menschen verspüren keine oder nur sehr geringe sexuelle Anziehung zu anderen Menschen. Trotzdem können sie sich natürlich verlieben und emotional binden. Lediglich die sexuelle Komponente fällt weg, da sie schlichtweg keinen Reiz ausmacht. 

Asexualität: Wie es ist, mit dem Partner keinen Sex zu haben

Omnisexuell / pansexuell

Mann oder Frau? Ist doch egal! Wenn es dich nicht kümmert, ob die Person, die du attraktiv findest, ein Mann, eine Frau oder transsexuell ist, kannst du dich als omnisexuell oder pansexuell bezeichnen. Vielmehr zählen für dich dann geschlechtsunabhängige Faktoren, wie zum Beispiel der Charakter, die Persönlichkeit oder schlichtweg die Ausstrahlung, in die du dich verliebst.

Androsexuell

Die Androsexualität bezeichnet grundsätzlich nur die sexuelle Hingezogenheit zu Männern. Das Geschlecht der Person, die androsexuell ist, spielt bei diesem Begriff keine Rolle. Vielmehr zählen maskuline Eigenschaften.

Gynosexuell

Die Gynosexualität ist das Gegenteil von Androsexualität: Es bedeutet die sexuelle Hingezogenheit zu Frauen oder Personen mit weiblichen Attributen. Wie bei der Androsexualität spielt das Geschlecht der Person, die die Anziehung empfindet, bei diesem Begriff nicht unbedingt eine Rolle.

Autosexuell

Autosexuelle Menschen fühlen sich bevorzugt zu sich selbst hingezogen. 

Demisexuell

Demisexuelle Menschen verspüren nur dann sexuelle Erregung, wenn zwischen ihnen und einer anderen Person eine starke emotionale Bindung besteht.

Mehr erfährst du hier: Demisexuell - was ist das? 

 

Geschlechtliche Identität

Cisgender

Die Silbe Cis wird benutzt, um auszudrücken, dass sich ein Mensch mit dem Geschlecht identifiziert, mit dem er geboren wurde. 

Transsexuell

Transsexuelle Menschen möchten ihr Geschlecht wechseln, von Mann zu Frau oder von Frau zu Mann. Sie haben das Gefühl, im falschen Körper gelandet zu sein. Manche Menschen entscheiden sich daher zu einer Geschlechtsumwandlung per Hormontherapie und Operation. Die Entwicklung beginnt oft mit dem Kleiden nach den Normen des gegensätzlichen Geschlechts. Transsexuelle möchten als Angehörige des jeweils anderen Geschlechts leben und anerkannt werden. Körperlich weibliche Personen, die Mann sein wollen, werden als Transmänner bezeichnet. Physisch männliche Personen, die als Frau leben wollen, werden Transfrauen genannt.

Intersexuell

Bei intersexuellen Menschen lassen sich die körperlichen Eigenschaften wie die Genitalien oder die Chromosomen nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen. Intersexuelle Kinder werden oft noch als Babys zu einem Geschlecht umoperiert.

 

Beziehungformen

Monogamie

In einer monogamen Beziehung führen zwei Menschen eine exklusive Paarbeziehung, Treue ist die Basis. 

Treue ist auch keine Lösung? Warum die Liebe viel mehr Freiheit braucht

Mingle

Eine Mingle-Beziehung ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Offiziell ist man Single, lebt aber auf eine bestimmte Art und Weise wie ein Pärchen. Experten sprechen von einer halben Beziehung. Mingle ist eine Wortneuschöpfung, die sich aus ‚mixed‘ und ‚Single‘ zusammensetzt. Im Gegensatz zu "Freundschaft plus" (Sex unter Freunden, mehr nicht), wissen die Beteiligten beim Mingle-Dasein oft selbst nicht genau, was sie eigentlich gemeinsam sind.

Living apart together

LAT-Paare führen eine feste Beziehung, leben aber nicht zusammen in einem Haushalt. Diese Variante kann sich zufällig aufgrund weit entfernter Arbeitsplätze ergeben, aber auch gewollt sein. Manche Paare brauchen räumliche Distanz, um sich in einer Beziehung wohl zu fühlen.

Polyamory

Polyamouröse Menschen können sich gleichzeitig in mehr als eine Person verlieben und sexuelle Beziehungen pflegen. Wichtig ist dabei, dass alle beteiligten Personen von dem Arrangement wissen.

BDSM-Beziehungen

BDSM ist die Abkürzung für „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“, es handelt sich um einen Sammelbegriff verwandter sexueller Vorlieben, bei denen Dominanz und Unterwerfung eine wichtige Rolle spielen. Eine emotionale Komponente kann eine Rolle spielen, muss aber nicht. Es gibt auch reine "Spielbeziehungen", die ausschließlich dazu dienen, zusammen die speziellen sexuellen Vorlieben auszuleben.

BDSM: Zehn Tipps für Einsteiger

Requiesoromantisch

Ein Mensch wird als requisoromantisch bezeichnet, wenn er oder sie keine romantische Anziehung mehr fühlt, weil er zum Beispiel aufgrund von schlechten Erfahrungen in romantischen Beziehungen mental und körperlich erschöpft ist. Bin ich beziehungsunfähig? Wie Bindungsangst entsteht!

Weiterlesen:

Kategorien: