VerhütungsmethodenSterilisation der Frau - wann diese Verhütung Sinn machen kann

Verhütung per Sterilisation der Frau – für welche Frauen die Sterilisation Sinn machen kann, Durchführung, Kostenübernahme, Risiken und Voraussetzungen.

Inhalt
  1. Sterilisation der Frau - Eine Frage des Alters?
  2. Was ist eine Sterilisation? 
  3. Kann eine Sterilisation rückgängig gemacht werden?
  4. Wann Ärzte eher von einer Sterilisation abraten
  5. Wann Ärzte eine Sterilisation befürworten
  6. Junge Frauen ohne Kinderwunsch

 

Sterilisation der Frau - Eine Frage des Alters?

Sichere Verhütung spielt für Frauen viele Jahre ihres Lebens eine wichtige Rolle. Möglichkeiten gibt es mittlerweile allerhand. Natürliche wie NFP, Hormonelle wie Pille oder Hormonspirale oder Barrieremethoden wie Kondom oder Diaphragma.

Doch manch eine Frau möchte vollständig mit dem Thema Verhütung abschließen und entscheidet sich für eine Sterilisation. Was Frauenärzte dazu sagen, erfahren Sie hier. 

 

Was ist eine Sterilisation?
 

  • Bei einer Sterilisation werden durch einen Einstich in der Nähe des Bauchnabels die Eileiter verödet oder mit einem Klipp verschlossen.
     
  • So bleibt bei einem komplikationslosen OP-Verlauf der zyklische Ablauf mit Eisprung, Menstruation und der Produktion von Hormonen in den Eierstöcken bestehen.
     
  • Es wird jedoch unmöglich, dass Spermien ein Ei befruchten. So sollte eine Schwangerschaft ausgeschlossen sein.
     
  • Doch auch wenn es sehr sicher klingt, gibt es immer wieder Fälle, in denen Frauen trotz einer Sterilisation schwanger geworden sind.

Von den Krankenkassen wird eine Sterilisation in den meisten Fällen nur bei medizinischer Indikation übernommen.

 

Kann eine Sterilisation rückgängig gemacht werden?

Etwa drei bis 14 Prozent der Frauen bereuen ihre Sterilisation. Eine hohe Zahl, die Schnellentschlossenen eine Warnung sein sollte. Denn durch eine sogenannte Refertilisation ist es bisher nur bei ein bis drei Prozent der operierten Frauen gelungen, ihre Fruchtbarkeit wiederherzustellen

Der Weg zurück bleibt also für viele Frauen verschlossen und manch später Kinderwunsch unerfüllt

Verhütung per Sterilisation der Frau - eine Frage des Alters? Für welche Frauen die Sterilisation Sinn machen kann.
Verhütung per Sterilisation der Frau - eine Frage des Alters? Für welche Frauen die Sterilisation Sinn machen kann.
Foto: iStock

Die psychischen Belastungen, die aus einer endgültigen Sterilisation hervorgehen können, dürfen also nicht unterschätzt werden. Eine Aufklärung hierüber gehört deshalb in das Beratungsgespräch beim Frauenarzt. 

 

Wann Ärzte eher von einer Sterilisation abraten

Die Frauenärztin Stephanie Eder aus dem bayerischen Gräfelfing erklärt, dass sie und viele ihrer KollegInnen nicht vorschnell eine Sterilisation als Möglichkeit ins Feld führen.

„Wenn ich manchmal junge Frauen habe, die noch zehn Jahre reproduktive Phase vor sich haben, bin ich mit dem Thema sehr zurückhaltend. Ich habe einfach schon zu viele Familien gesehen, in denen sich die Lebensumstände unerwartet so gedreht haben, dass sie sich dann doch nochmal Nachwuchs gewünscht haben. Vielleicht auch mit einem neuen Partner oder nach einem Schicksalsschlag. Sich dann mit der Endgültigkeit einer Sterilisation abzufinden, damit haben viele Frauen emotional sehr zu kämpfen.“ 

Eders Beratung zielt deshalb immer darauf, mit ihren Patientinnen über die sicheren Alternativen zu sprechen. Denn davon gibt es heute zum Glück schon einige, die überwiegend gut vertragen werden. 

 

Wann Ärzte eine Sterilisation befürworten

Gynäkologin Eder erklärt, dass es hin und wieder Fälle gibt, in denen sie deutlich sagen muss: Bitte kriegen sie kein Kind mehr. Weil die Frau sich gesundheitlich gefährden würde oder das Kind in der Schwangerschaft Schaden nehmen könnte. Dann ist eine Sterilisation aus medizinischen Gründen eine überlegenswerte Alternative. 

Manchmal auch, wenn es Unverträglichkeiten von Verhütungsmitteln gibt. „Doch auch bei medizinischen Gründen bin ich zurückhaltend, wenn ich die Sterilisation in der Beratung in die Waagschale werfe.“ erklärt Eder. „Denn selbst, wenn eine Sterilisation ein relativ kleiner operativer Eingriff ist: Sie ist eine Operation und birgt Risiken.“ 

 
 

Junge Frauen ohne Kinderwunsch

In jedem Fall ist die Entscheidung gegen (eine weitere) Mutterschaft eine ganz persönliche und zu respektieren. Und natürlich gibt es auch schon junge Frauen, die ganz sicher für sich sagen können: Ich möchte keine Kinder haben. Wie stark jedoch die Bedeutung unbewusster Anteile der Psyche als Motor oder Bremse für den Entschluss gegen ein Kind ist, wird häufig unterschätzt. 

Viele Lebensgeschichten zeigen, dass sich das Blatt immer wenden kann. Wir entwickeln uns schließlich alle weiter. Jede/r in seinem Tempo. Dieses Wissen aus Erfahrung und die ärztliche Prämisse, sich um den Erhalt der Gesundheit von Körper und Seele zu kümmern, sprechen gegen eine Sterilisation. Besonders bei kinderlosen Frauen.

Risiken der OP und die Endgültigkeit der Entscheidung wiegen einfach schwerer, als sich manch eine Frau eingestehen mag. 

Autorin: Sexualpädagogin Marthe Kniep

Mehr zum Thema:

Verhütungscomputer im Test: So gut sind Persona, Cyclotest und Lady-Comp

Verhütungs-Apps: Wie sicher sind sie?

Natürliche Verhütung mit den fruchtbaren Tagen

Franziska Ferber: Wie ich lernte, mit meinem unerfüllten Kinderwunsch zu leben

Kategorien: