Verhütungsmethoden

Sterilisation der Frau: Wann diese Verhütung sinnvoll sein kann

Bei der Verhütung per Sterilisation müssen Frauen einiges beachten. Wir verraten dir alles über Durchführung, Kostenübernahme, Risiken und Voraussetzungen. Außerdem erklären wir, für wen die Verhütungsmethode sinnvoll sein kann.

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Sterilisation der Frau - Eine Frage des Alters?

Sichere Verhütung spielt für Frauen viele Jahre ihres Lebens eine wichtige Rolle. Möglichkeiten gibt es mittlerweile allerhand. Natürliche wie NFP, hormonelle wie Pille oder Hormonspirale oder Barrieremethoden wie Kondom oder Diaphragma.

Doch manch eine Frau möchte vollständig mit dem Thema Verhütung abschließen und entscheidet sich für eine Sterilisation. Eine Frauenärztin erklärt uns alles über Chancen und Risiken der Verhütungsmethode.

Was ist eine Sterilisation bei Frauen?

Bei einer Sterilisation von Frauen werden durch einen Einstich in der Nähe des Bauchnabels die Eileiter verödet oder mit einem Klipp verschlossen. So bleibt bei einem komplikationslosen OP-Verlauf der zyklische Ablauf mit Eisprung, Menstruation und der Produktion von Hormonen in den Eierstöcken bestehen. Es wird jedoch unmöglich, dass Spermien ein Ei befruchten. So sollte eine Schwangerschaft ausgeschlossen sein.

Doch auch wenn es sehr sicher klingt, gibt es immer wieder Fälle, in denen Frauen trotz einer Sterilisation schwanger geworden sind.

Von den Krankenkassen wird eine Sterilisation in den meisten Fällen nur bei medizinischer Indikation übernommen.

Kann eine Sterilisation rückgängig gemacht werden?

Etwa drei bis 14 Prozent der Frauen bereuen ihre Sterilisation. Eine hohe Zahl, die Schnellentschlossenen eine Warnung sein sollte. Denn durch eine sogenannte Refertilisation ist es bisher nur bei ein bis drei Prozent der operierten Frauen gelungen, ihre Fruchtbarkeit wiederherzustellen

Der Weg zurück bleibt also für viele Frauen verschlossen und manch später Kinderwunsch unerfüllt. 

Die psychischen Belastungen, die aus einer endgültigen Sterilisation hervorgehen können, dürfen also nicht unterschätzt werden. Eine Aufklärung hierüber gehört deshalb in das Beratungsgespräch beim Frauenarzt*bei der Frauenärztin. 

Wann Ärzt*innen eher von einer Sterilisation abraten

Die Frauenärztin Stephanie Eder aus dem bayerischen Gräfelfing erklärt, dass sie und viele ihrer Kolleg*innen nicht vorschnell eine Sterilisation bei Frauen durchführen, die es sich wünschen.

"Wenn ich manchmal junge Frauen habe, die noch zehn Jahre reproduktive Phase vor sich haben, bin ich mit dem Thema sehr zurückhaltend. Ich habe einfach schon zu viele Familien gesehen, in denen sich die Lebensumstände unerwartet so gedreht haben, dass sie sich dann doch nochmal Nachwuchs gewünscht haben. Vielleicht auch mit einem neuen Partner oder nach einem Schicksalsschlag. Sich dann mit der Endgültigkeit einer Sterilisation abzufinden, damit haben viele Frauen emotional sehr zu kämpfen.“ 

Eders Beratung zielt deshalb immer darauf, mit ihren Patientinnen über die sicheren Alternativen zu sprechen. Denn davon gibt es heute zum Glück schon einige, die überwiegend gut vertragen werden. 

Wann Ärzte eine Sterilisation befürworten

Gynäkologin Eder erklärt, dass es hin und wieder Fälle gibt, in denen sie deutlich sagen muss: Bitte kriegen sie kein Kind mehr. Weil die Frau sich gesundheitlich gefährden würde oder das Kind in der Schwangerschaft Schaden nehmen könnte. Dann ist eine Sterilisation aus medizinischen Gründen eine überlegenswerte Alternative. 

Manchmal auch, wenn es Unverträglichkeiten von Verhütungsmitteln gibt. "Doch auch bei medizinischen Gründen bin ich zurückhaltend, wenn ich die Sterilisation in der Beratung in die Waagschale werfe", erklärt Eder. "Denn selbst, wenn eine Sterilisation ein relativ kleiner operativer Eingriff ist: Sie ist eine Operation und birgt Risiken."

Junge Frauen ohne Kinderwunsch

In jedem Fall ist die Entscheidung gegen (eine weitere) Mutterschaft eine ganz persönliche und zu respektieren. Und natürlich gibt es auch schon junge Frauen, die ganz sicher für sich sagen können: Ich möchte keine Kinder haben. Wie stark jedoch die Bedeutung unbewusster Anteile der Psyche als Motor oder Bremse für den Entschluss gegen ein Kind ist, wird häufig unterschätzt. 

Viele Lebensgeschichten zeigen, dass sich das Blatt immer wenden kann. Wir entwickeln uns schließlich alle weiter. Jede*r in seinem Tempo. Dieses Wissen aus Erfahrung und die ärztliche Prämisse, sich um den Erhalt der Gesundheit von Körper und Seele zu kümmern, sprechen gegen eine Sterilisation. Besonders bei kinderlosen Frauen.

Risiken der OP und die Endgültigkeit der Entscheidung, eine Sterilisation durchführen zu lassen, wiegen einfach schwerer, als sich manch eine Frau eingestehen mag. Der Schritt sollte daher wohl überlegt sein.

Autorin: Sexualpädagogin Marthe Kniep

Artikelbild & Social Media: iStock/Nerthuz

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