FehlbildungTeratome: Symptome, Häufigkeit und Ursache

Das Teratom gehört zu den gefürchtetsten Krankheiten der Welt. Nicht etwa wegen ihrer Häufigkeit, sondern vielmehr wegen der horrorhaften Symptome: Geschwülste mit Zähnen, Haaren, Häuten oder Muskeln.

Inhalt
  1. Teratome an Eierstock und Hoden
  2. Was ist ein Teratom-Zwilling?
  3. Ursache und Symptome eines Teratoms
  4. Häufigkeit von Teratomen
  5. Bekannte Fälle von Teratom-Patienten

Schreckbild, Monster, Ungeheuer - das bedeutet teras auf Griechisch. Die auf diesem Wort basierende Krankheit verheißt nichts Gutes. Ein Teratom ist ein Tumor, der Keimzellen bildet. Das Mischgeschwulst entwickelt sich aus pluripotenten Stammzellen, aus denen sich beispielsweise auch ein Embryo entwickelt. Dadurch ist es möglich, dass sich an dem Ort des Geschwulstes Gewebe bilden, die an dieser Stelle sonst nicht wachsen würden, wie etwa Zähne, Herzmuskelzellen oder Haare.

 

Teratome an Eierstock und Hoden

Teratome entwickeln sich am häufigsten an Eierstöcken (in 97 Prozent der Fälle gutartig) oder im Hoden (meist bösartig). Weitere typische Körperstellen für Teratome sind

  • Steißbein
  • Gehirn
  • Zentralnervensystem
  • Halsweichteile
  • Mittelfellraum (Brusthöhle)
  • Baucheingeweide (z.B. Bauchspeicheldrüse, Darm)

Theoretisch können Teratome jedoch an jeder Körperstelle entstehen. Zudem existiert auch das sogenannte fertiforme Teratom. Dieses Teratom ähnelt einem Fötus.

 

Was ist ein Teratom-Zwilling?

Ein Teratom-Zwilling, auch Zwillingsgeschwür genannt, ist ein umgangssprachlicher Begriff für ein Teratom. Wobei die Bezeichnung nicht korrekt ist, da es sich bei einem Teratom nicht um einen echten Zwilling aus Geschlechtszellen handelt.

 

Ursache und Symptome eines Teratoms

Teratome sind in der Regel angeboren, kommen aber häufig erst im Erwachsenenalter zum Vorschein. Nur selten wird ein Teratom schon im Säuglingsalter erkannt. Befindet sich das Teratom im Bauchraum, nimmt der Bauchumfang des Betroffenen zu. Im Unterbauch dagegen entsteht eine Wölbung.  Weitere Symptome von Teratomen können sein:

Bei Teratomen handelt es sich um ein Gewebe, in dem

  • Haare
  • Zähne
  • Knochen
  • Knorpel
  • Drüsen (z.B. Schweißdrüsen, Talgdrüsen)
  • Hirngewebe
  • Schilddrüsengewebe
  • Leberzellen
  • Nierenzellen
  • Herzmuskelzellen

enthalten sein können. Im Fall von Zähnen kann ein Teratom radiologisch (also z.B. per CT) erkannt werden. Seltener kommen in Teratomen auch Augen, Hände, Füße oder Organe vor.

Ein Teratom besteht aus einem zystenartigen Hohlraum, der mit einer milchigen oder schleimigen Flüssigkeit und Haaren gefüllt ist (s. Video unten). Platz ein Teratom im Bauchraum auf, kann es zu Bauchfellentzündungen führen.

Aktuell vermuten Wissenschaftler, dass Teratome Keimzellen sind, die während der Embryonalentwicklung an einen falschen Ort am Körper gelangt sind. Eine weitere Ursache für Teratome kann eine Verschleppung von Keimzellen sein, z.B. während einer Operation oder durch eine schwere Verletzung.

 

Häufigkeit von Teratomen

Teratome kommen relativ selten vor. Allerdings kann man sich vor einem Teratom nicht schützen, da er spontan entsteht. Teratome werden durch medizinisches Abtasten, Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen erkannt und durch eine histologische Untersuchung einer Gewebeprobe (lokale Betäubung) bestätigt. Auch Blutuntersuchungen können auf Teratome hinweisen, etwa durch einen erhöhten Wert der Tumormarker bHCG, AFP oder LDH.

Gutartige Teratome - sogenannte reife Teratome -  können in der Regel operativ entfernt werden. Dabei wird häufig auch das benachbarte Gewebe und nahegelegene Lymphknoten abgetrennt. Bei Männern muss der befallene Hoden entfernt werden. Bösartige Teratome müssen neben einem operativen Eingriff oft mit einer (Cisplatin-basierter) Chemotherapie einhergehen.

 

Bekannte Fälle von Teratom-Patienten

  • In Deutschland stießen Ärzte bei einem Fötus auf ein Teratom. Es enthielt ein Auge, Knochenfragmente, Muskeln und Knorpelgewebe.
  • In Japan entdeckten Ärzte bei einer 16-jährigen Patientin ein Teratom im Eierstock. Das Teratom enthielt ein drei Zentimeter großes Kleinhirn, das von einer dünnen Knochenschicht umgeben war.
  • In den USA wurde bei einer 26-jährigen Frau ein Teratom im Gehirn entdeckt. Es enthielt Knochen, Zähne und Haare.
  • In Brasilien wurde einer 25-jährigen Frau ein Teratom aus dem Eierstock entfernt. Es enthielt Zähne, Haare und Fettgewebe.
  • In Iran wurde einem 19-jährigen Patienten eine Teratom-Zyste aus dem Auge entfernt, auf dem Haare wuchsen.
  • Auf Zypern diagnostizierten Ärzte bei einer 45-jährigen Britin ein zehn Zentimeter großes Teratom im Eierstock. Es hatte schwarze Haare und ähnelte einem Fötus.
  • In Colorado (USA) entdeckten Ärzte ein Teratom im Gehirn eines Babys. Es enthielt zwei verformte Füße und eine teilweise geformte Hand.
  • In Saudi-Arabien fanden Ärzte im Bauch eines Babys ein haariges Teratom. Es enthielt Fußsohlen, Hirngewebe und einen 15 Zentimeter großen Darm.
  • In Maryland (USA) wurde einem Kleinkind ein Teratom aus dem Gehirn operiert. Es enthielt Unterkieferzähne.

Im folgenden Video wird ein Teratom operiert. Bitte NUR angucken, wenn du hart im Nehmen bist! (Wenn du zum Schluss vorspulst, siehst du ein Foto des gereinigten Teratoms):

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