GeschlechtskrankheitTripper: So erkennt man Gonorrhoe!

Tripper alias Gonorrhoe ist eine der weltweit am häufigsten verbreiteten Geschlechtskrankheiten. Wir verraten, wie man Tripper erkennt und wieder los wird.

Inhalt
  1. Tripper-Symptome sind meist nicht gravierend
  2. Bei Symptomen sofort zum Frauenarzt
  3. Infektion durch öffentliche Toiletten?
  4. Schwangere geben die Infektion an das Baby weiter
  5. Wie kann man Tripper behandeln?
  6. Wie kann ich mich vor Gonorrhoe schützen?

Eine Tripper-Infektion ist vor allem schlimm, wenn die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt wird. Wir erklären dir die Symptome, die Auswirkungen und wie Gonnorhoe behandelt wird.

 

Tripper-Symptome sind meist nicht gravierend

Die Symptome, die eine Infektion mit Gonokokken bei Frauen verursacht, sind meist nicht dramatisch:

Diese Anzeichen sind oft alles, was die Frau davon merkt, dass sich in ihrer Harnröhre, ihrer Vagina und ihrem Muttermund Gonokokken, die Auslöser der Gonorrhö, angesiedelt haben. Die Problematik: Bei 50 Prozent der Frauen verläuft die Erkrankung zunächst symptomlos, was die Diagnose erschwert.

Auch bei Männern macht sich die Erkrankung meist nach zwei bis sechs Tagen durch Ausfluss bemerkbar.

Wenn ein Tripper lange unbehandelt bleibt, dann können Eileiter, Eierstöcke und Bauchfell des Beckens sich anstecken. Sind diese Organe befallen kann es zu Eileiterschwangerschaften, Unfruchtbarkeit und chronischen Unterleibsschmerzen kommen kann.

Auch Anal- und Mund-Rachenrauminfektionen sind möglich, diese haben aber meist kaum Symptome und werden daher nur selten bemerkt, wodurch das Weiterverbreitungsrisiko gesteigert wird.

Diagnostiziert wird Tripper vom Arzt durch einen Abstrich der betroffenen Stelle, der den Erreger nachweist.

 

Bei Symptomen sofort zum Frauenarzt

Wenn du die genannten Symptome feststellst, solltest du schnell handeln. "Jede Frau, die solche Symptome an sich feststellt, sollte so früh wie möglich zu ihrer Frauenärztin oder zu ihrem Frauenarzt gehen, um einen Test auf Tripper durchführen zu lassen", betont Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte.

"Dasselbe gilt auch für Frauen ohne Symptome, deren Partner Anzeichen für eine Gonokokken-Infektion aufweisen, wie heftigen Ausfluss aus der Harnröhre und Brennen beim Wasserlassen." Wenn eine Infektion festgestellt wurde, müssen alle Sexualpartner der letzten drei Monate informiert und ebenfalls untersucht werden, auch wenn bei ihnen noch keine Krankheitszeichen aufgetreten sind.

Wenn Keime nachgewiesen werden, muss in jedem Fall eine Behandlung durchgeführt werden, auch dann, wenn die Infektion keinerlei Krankheitszeichen hervorgerufen hat.

Tripper kann unfruchtbar machen.
Tripper kann unfruchtbar machen.
Foto: iStock
 

Infektion durch öffentliche Toiletten?

Eine Ansteckung mit Gonorrhoe erfolgt meist durch direkten Kontakt mit der Schleimhaut, in der sich die Erreger befinden. Der Großteil der Infektionen erfolgt durch sexuelle Kontakte, weswegen Tripper als Geschlechtskrankheit gilt. Doch auch durch Küssen kann man sich infizieren. Es ist ebenfalls möglich sich durch Händeschütteln zu infizieren, dies ist aber sehr selten und setzt einen direkten Kontakt zur eigenen Schleimhaut direkt nach dem Händeschütteln voraus. Durch öffentliche Toiletten oder andere Hygienevorrichtungen kann keine Ansteckung erfolgen, da die Bakterien nicht außerhalb des menschlichen Körpers überleben können.

 

Schwangere geben die Infektion an das Baby weiter

Wenn eine schwangere Frau an Tripper erkrankt ist, besteht die Möglichkeit, dass sie die Krankheit bei der Geburt direkt an das Baby weitergibt. Dieses erkrankt dann aber nicht an Tripper, sondern an einer eigenständigen Krankheit namens Gonoblenorrhoe, bei der es sich um eine eitrige Bindehautinfektion handelt, die sofort behandelt werden muss.

 

Wie kann man Tripper behandeln?

Wichtig ist, dass der Sexualpartner über die Infektion informiert wird und sich ebenfalls untersuchen und gegebenenfalls behandeln lässt. Sonst ist eine gegenseitige Ansteckung auch nach erfolgreicher Therapie möglich. Außerdem sollte bis zum Ende der Therapie auf Sex verzichtet werden.

Bisher sind Antibiotika die einzige Therapiemöglichkeit. Innerhalb der letzten Jahre mussten Mediziner jedoch eine beunruhigende Entwicklung feststellen: Immer häufiger zeigen sich Gonokokken gegenüber verschiedener Antibiotika resistent. Es wird derzeit nach neuen Behandlungsmöglichkeiten geforscht. 

 

Wie kann ich mich vor Gonorrhoe schützen?

Um sich vorbeugend vor Tripper zu schützen, wird der Einsatz eines Kondoms beim Sex empfohlen. Allerdings kann die Infektion auch über Oralverkehr übertragen und sich im Rachen ausbreiten. 

Auch wenn bei vorherigen Partnern keine Symptome auftreten, sollten alle Sexualkontakte der letzten drei Monate informiert werden und sich auf Gonorrhoe testen lassen. 

Leider gibt es für Tripper keine Schutzimpfung und auch keine Immunität nach der Erstinfektion. Es wird geschätzt, dass etwa 30.000 Menschen in Deutschland pro Jahr an der Gonerrhoe erkranken, weshalb vor allem Aufklärung über Tripper und andere Geschlechtskrankheiten so wichtig ist.

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