Geschlechtskrankheit

Trichomonaden: Infektion, Symptome und Behandlung

Gefährliche Geschlechtskrankheit: Trichomonaden sind längst nicht so bekannt wie andere Infektionskrankheiten, dabei kann die Krankheit zu Unfruchtbarkeit führen. Alles zu Trichomonaden-Symptomen, Infektion und Behandlung gibt es hier.

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Eine Trichomonaden-Infektion oder auch Trichomoniasis ist zwar nicht lebensgefährlich, kann aber Unfruchtbarkeit auslösen. Bei uns erfährst du alles zu Symptomen, Behandlung und wie du dich vor dem Erreger Trichomonas vaginalis schützen kannst.

Trichomonaden-Infektion: Ausgelöst durch Trichomonas vaginalis

Verantwortlich für eine Trichomonaden-Infektion ist der Parasit Trichomonas vaginalis. Dabei handelt es sich um sogenannte Geißeltierchen (wiss. "Flagellate"), also kleine Einzeller, die sich in den Geschlechtsorganen festsetzen und eine Infektion verursachen. Die Erreger der Trichomoniasis werden überwiegend beim Sex übertragen.

Geißeltierchen heißen so, weil Trichomonas vaginalis & andere Vertreter der Gattung kleine Verlängerungen am Körper haben, die wie Geißeln aussehen. Damit sind peitschenähnliche Gegenstände gemeint, mit denen sich Menschen selbst bestrafen ("geißeln") können. Die Geißeln an den Trichomonaden befähigen die kleinen Tierchen, sich selbstständig fortzubewegen.

Trichomoniasis: So kannst du dich vor einer Infektion schützen

Um sich vor der Trichomoniasis zu schützen, ist es wichtig, den Kontakt mit potenziell infektiösen Köperflüssigkeiten zu vermeiden. Kondome und Lecktücher bieten größtmöglichen Schutz vor Geschlechtskrankheiten und somit auch vor einer Trichomonaden-Infektion. Bedenke jedoch, dass diese Verhütungsmittel auch mal reißen können und dann nicht mehr vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen.

Du solltest außerdem nicht dasselbe Handtuch wie eine eventuell infizierte Person benutzenVorsicht ist auch bei Petting und Oralverkehr geboten, da es auch hierbei zum Kontakt mit Körperflüssigkeiten kommen. Wenn du also Geschlechtsverkehr mit einer Person hattest, die du nicht gut kennst oder mit der du sonst nicht intim bist, solltest du beim Duschen ein anderes Handtuch nehmen. Das Gleiche solltest beachten, wenn du vielleicht "mal kurz" das Handtuch einer anderen Person benutzen willst, wenn ihr z.B. am Badesee seid. Nur so bist du sicher vor einer Trichomonaden-Infektion. Allerdings gilt auch: Im Urlaub ist das Risiko höher, da die Erkrankung in Deutschland eher selten ist.

Bei der falschen Behandlung der Krankheit kann es zudem zum Ping-Pong-Effekt kommen, also der wiederholten Infektion mit dem Erreger. Dazu aber später mehr.

Eine weitere Geschlechtskrankheit sind die Chlamydien, die ebenfalls Frau und Mann befallen können. Mehr über Chlamydien erfährst du hier:

Trichomonaden-Infektion: Risikofaktoren bei Trichomoniasis

Trichomonaden sind für alle Menschen unangenehme Erreger, auch wenn wir von der Infektion manchmal gar nicht viel mitbekommen. Dennoch gibt es einige Umstände, in denen oder durch die eine Ansteckung schwerwiegendere Folgen haben kann, als für gesunde Menschen.

Folgende Faktoren erhöhen das Risiko einer Trichomoniasis:

  • Östrogenmangel in der Scheide

  • Tampons, die in der Vagina vergessen wurden

  • Scheidenflora im Ungleichgewicht

  • Schwangerschaft: Gefahr für vorzeitiges Einsetzen der Wehen, für eine Frühgeburt und Infektion des Fötus

  • Erkrankung an bakterieller Vaginose

  • Diabetes mellitus

  • Immunsuppression (Unterdrückung einer bestimmten Immunreaktion, z.B. mit Medikamenten)

  • HIV-Infektion: Risiko ist bei einer Trichomonaden-Infektion und für Weitergabe des Virus höher als sonst

  • Tumore

Gerne nisten sich die Trichomonaden an Orten ein, die feucht sind und einen neutralen pH-Wert haben, aber auch in mäßig saurer Umgebung fühlen sie sich wohl.

Trichomonaden: Symptome der Trichomoniasis

Wer sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit wie Trichomoniasis infiziert, bemerkt ja sicherlich Symptome, oder? Falsch gedacht. Leider ist Vorhandensein von Trichomonaden-Symptomen nicht immer der Fall.

Das Fiese an der Geschlechtskrankheit: Die Infektion mit dem Parasit löst bei Männern im Normalfall keine Beschwerden aus. Auch ein Viertel aller Frauen verspürt keinerlei Folgen bei einer Erkrankung. Dadurch können die Erreger unbemerkt weitergegeben werden.

Die Trichomonaden-Symptome treten aber nicht sofort auf, die Inkubationszeit beträgt zwischen 5 und 28 Tagen. Dann kann eine Entzündung an der Scheide darauf hindeuten. Wichtig ist es, sich als Frau bei betreffenden Symptomen wie Juckreiz oder Brennen an der Scheide oder in der Harnröhre - auch bei Männern - untersuchen und eine Diagnose stellen zu lassen, damit eine entsprechende Therapie eingeleitet werden kann. Die Behandlung an sich ist bei rechtzeitiger Feststellung unkompliziert.

Diese Symptome deuten auf eine Infektion hin:

  • intensiv nach Fisch riechender Ausfluss bzw. schaumiger, eitriger Ausfluss aus Scheide, Penis oder After: der Geruch ist zurückzuführen auf eine zusätzliche Infektion mit Gardnerella vaginalis sowie Bakterien aus dem Stuhl

  • Entzündung in der Harnröhre bzw. Scheidenentzündung

  • starker Juckreiz und rötliche Schwellung im Intimbereich

  • Zwischenblutungen

  • vermehrter Harndrang

  • brennendes Gefühl beim Wasserlassen bzw. Samenerguss

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

  • Schmerzen im Unterbauch

Wenn du die Anzeichen bei dir oder deinem Partner bemerkst, sollte unbedingt ein*eine Arzt*Ärztin kontaktiert werden, um die Therapie zeitnah zu beginnen. Eine Trichomonadeninfektion kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu Unfruchtbarkeit führen. Zudem steigt das Risiko für eine HIV-Infektion an.

Trichomoniasis: Diagnose der Geschlechtskrankheit

Die Diagnose erfolgt durch eine Untersuchung des Urins oder durch die Untersuchung eines Abstrichs der Schleimhaut bzw. der Harnröhre des betreffenden Geschlechtsorgans, um andere Erreger auszuschließen. Dazu kann der pH-Wert bestimmt werden. Ein Wert über 6,0 deutet auf eine Trichomoniasis hin. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten jedoch nur, wenn dein*deine Sexualpartner*in ebenfalls an einer Infektion erkrankt ist.

Trichomonaden: Behandlung und Therapie mit Metronidazol

Wird eine Infektion mit Trichomonaden frühzeitig erkannt, ist sie einfach zu behandeln. Bei der Trichomoniasis-Therapie steht ein Antibiotikum im Vordergrund, und zwar Metronidazol. Kommt es zu einer Trichomonadeninfektion, sollte auch der*die Sexualpartner*in behandelt werden. Während der Behandlung mit Metronidazol sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren und einen Ping-Pong-Effekt zu vermeiden. Bei Trichomonaden kann es zu auch zu einer Spontanheilung kommen, allerdings liegt die Quote nur bei 20 Prozent.

Eine Trichomonadeninfektion zählt nach bakterieller Vaginose und Scheidenpilz zu den häufigsten Infektionskrankheiten der Vagina. Betroffen sind bis zu 12% aller Frauen. Daher ist es wichtig, sich vor der Geschlechtskrankheit zu schützen und sie - wenn infiziert - auch gezielt mit Metronidazol zu behandeln. Die Therapie für Schwangere wird hingegen individuell festgelegt, durch die Risiken der Infektion wird aber meist ein Antibiotikum in geringerer Dosierung eingesetzt, um eine Frühgeburt oder den vorzeitigen Blasensprung zu vermeiden.

Artikelbild und Social Media: Dr_Microbe/iStock (Themenbild)