Natur-Medizin

Waldbaden: So gesund ist die Stresstherapie im Grünen

In Japan ist die Anwendung des Waldbadens schon lange üblich. Auch hier wird die natürliche Therapie zur Stressreduzierung und Erholung immer populärer. Alles, was du darüber wissen musst, erfährst du hier!

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Im Grunde ist es ganz natürlich für den Menschen sich bei übermäßigem Stress zurückzuziehen, durchzuatmen, um neue Kraft zu tanken. Spaziergänge im Park oder Wald gehören daher zu beliebten Freizeitaktivitäten. Jetzt konnten Forscher sogar nachweislich die heilsame Wirkung der Natur auf den Menschen feststellen. 

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Bewährte Heilpraxis aus Japan: Waldbaden auf Rezept

Ursprung des Trends aus Japan ist wohl der hohe, berufliche und gesellschaftliche Druck, der dort herrscht. Immer mehr Japaner leiden an stressbedingten Erkrankungen, wie Burnout, ständiger Anspannung, Schlafstörungen und nervösen Unruhezuständen.

Deswegen wird dort das sogenannte "Shinrin-Yoku" praktiziert - übersetzt: Waldbaden. Das gibt es sogar auf Rezept, um stressbedingten Erkrankungen vorzeitig vorzubeugen. In Japan wird die Waldmedizin sogar an Universitäten gelehrt und die Zusammenhänge zu einem positven Wohlbefinden erforscht. Auch in den USA ist Waldbaden eine anerkannte Therapie. Mittlerweile ist der Trend auch in Deutschland angekommen.

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Waldtherapie: Anwendung und Wirkung

Waldbaden meint nicht, wie der Name vermuten lassen könnte, das Baden in Waldgewässern, sondern ist eher im übertragenem Sinn gemeint. Vielmehr geht es um ein ganzheitliches "Eintauchen in die Natur": Die Geräusche, der Geruch, das kühle Gefühl auf der Haut - beim Waldbaden sollst du die Natur mit all deinen Sinnen wahr nehmen und so deinen Geist beruhigen und Abstand zum Alltag finden. 

Regelmäßige Ausflüge in den Wald sollen nachweislich das Immunsystem stärken und langfristig sogar vor Krebs schützen. Depressive Verstimmungen, innerer Druck und Burnout sollen durch das Waldbaden minimiert werden.

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Tipps für erfolgreiches Waldbaden

Wenn du das Waldbaden einmal selbst ausprobieren möchtest, gibt es kein "Richtig" oder "Falsch". Natürlich kannst du dich zur Vorbereitung tiefer in das Thema einlesen, entsprechende Literatur findest du im Internet oder im örtlichen Buchhandel. Trotzdem sollte das Naturerlebnis auch immer an deine persönlichen Bedürfnisse angepasst sein. Spaziere in der Geschwindigkeit, die dir gut tun und richte Pausen ein, wie du es magst.

Diese Tipps können dir helfen, den Ausflug in den Wald optimal zu gestalten:

Atemübungen intensivieren das Naturerlebnis

Atemübungen oder eine kurze Pause für eine Meditation können das Naturerlebnis verstärken. Suche dir dazu ein schönes Plätzchen und atme tief und langsam ein. Dein Puls beruhigt sich und Verspannungen lösen sich - du wirst ruhiger und gelassener. 

Ein positiver Nebeneffekt: Die bewusste Atmung ist nicht nur für Entspannungszwecke geeignet, sondern du profitierst auch automatisch von der sauberen Luft des Waldes. 

Plane Zeit für deinen Waldausflug ein

Du hast nur eine Stunde, bevor du wieder deinen alltäglichen Verpflichtungen nachgehen musst? Dann solltest du das Waldbaden besser vertagen, und einen Zeitpunkt wählen, der besser passt. 

Es ist wichtig genügend Zeit einzuplanen, damit Körper und Geist optimal von der heilsamen Wirkung des Waldes profitieren können. Oft stellt sich ein "Erholungs-Erlebnis" auch erst nach einem zweiten, oder dritten Besuch ein. Vielleicht nimmst du dir sogar Proviant mit und planst ein kleines Picknik ein! Verbringe ruhig auch mal einen ganzen Tag im Wald.

Schalte ab!

Das Smartphone zählt zu den größten Stressfaktoren der heutigen Zeit - ständige Erreichbarkeit versetzt unseren Körper in einen ständigen Alarmzustand und lässt dich nie zur Ruhe kommen. Das Handy ist im Wald daher verboten. Schalte dein Telefon am besten für die Waldtherapie ganz ab, du wirst schnell merken, wie gut es dir tut. 

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