#wunderbarECHT"Warum ich nicht gerne als Letzte das Haus verlasse..."

Ich habe da so eine Angewohnheit. Ich mag nicht gerne als letzte Person das Haus verlassen und wenn ich es tun muss, dann brauche ich morgens immer noch fünf bis zehn Minuten länger. Vielleicht kennt jemand von euch das auch...

#wunderbarECHT: Darum verlasse ich nicht gerne als Letzte das Haus
Ich habe eine Angewohnheit Ich mag nicht gerne als Letzte das Haus verlassen.
Foto: iStock/ stevecoleimages
Inhalt
  1. Checken ist besser als erschrecken
  2. Meine Haustür: eine Schwachstelle
  3. Das Witzige ist...

Wie ein typischer Morgen bei mir aussieht: Ich stehe auf, setze mir meinen Tee auf, dusche, mache mich für die Arbeit fertig und los geht's. In diesem Fall gibt es für mich keine Probleme. Meine Angewohnheit macht sich dann nicht bemerkbar. Sollte es jedoch passieren, dass ich - warum auch immer - nicht vor meinem Freund die Wohnung verlasse, kann es durchaus passieren, dass ich noch einmal fünf bis zehn Minuten morgens extra brauche, obwohl ich schon längst los zur Bahn laufen könnte. 

 

Checken ist besser als erschrecken

Es ist mir immer ein bisschen unangenehm über den Grund dafür zu sprechen. Doch obwohl es mich nervt und ich weiß, dass es eigentlich keinen Grund für meine Angewohnheit gibt, werde ich ihn doch nicht ganz los. Das Problem ist, dass ich mir Sorgen darüber mache, was in meiner Wohnung passieren könnte, bis ich wieder da bin. Bevor ich dann morgens (oder auch mittags oder auch abends) die Wohnung verlassen kann, muss ich darum einmal sichergehen, dass alles seine Ordnung. Darum prüfe ich zum Beispiel, ob alle Fenster geschlossen sind, ob noch irgendwo ein Gerät läuft, das eigentlich ausgeschaltet sein sollte, ob der Herd noch angeschaltet ist (wenn ich morgens noch etwas darauf stehen hatte, ist das besonders wichtig) und so weiter...

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Meine Haustür: eine Schwachstelle

Auch eine meiner Schwachstellen: Ich konzentriere mich beim Abschließen der Haustür gerne ganz genau darauf, um mich hinterher auch daran erinnern zu können. Nicht auszudenken, wenn ich es einfach nur so nebenbei mache und dann später keine Erinnerung mehr daran heraufbeschwören kann. Da kommen schon immer noch ein paar Minuten extra zusammen, die ich mir eigentlich sparen könnte. Aber ich kann einfach nicht anders. Zumindest an manchen Tagen nicht. Wenn ich grundsätzlich gestresst bin, überkommt mich mein Tick eher als sonst. Wenigstens habe ich inzwischen die Phase überwunden, in der ich manchmal vor Urlauben Fotos von unserem ausgeschalteten Herd gemacht habe, um mich hinterher davon überzeugen zu können, dass auch wirklich alles aus war (eine wirklich blöde Idee, weil ich mir diese Fotos wirklich NIE ansehe!). Die Reaktion meines Freundes, als er das zum ersten Mal mitgekriegt hat, könnt ihr euch vorstellen: Auf ein entgeistertes "Was machst du denn da?" folgte nur Lachen. 

Dieser Artikel ist Teil von #wunderbarECHT, eine Aktion für mehr Authentizität im Netz. Sei dabei!

 

Das Witzige ist...

..., wenn ich nicht die letzte Person bin, die die Wohnung verlässt, mache ich mir kaum Gedanken. ICH möchte anscheinend nur nicht dafür verantwortlich sein, dass in meiner Abwesenheit etwas mit unseren Sachen passiert. Ich kann die Verantwortung aber ohne Probleme abgeben. Warum genau ich diese Angewohnheit habe, kann ich nicht erklären. Es hat aber angefangen, als ich in meiner ersten Wohngemeinschaft gewohnt habe. Eventuell hätte ich ihn nicht mehr, wenn ich wüsste, dass es nur um meine eigenen Sachen geht. Doch ich werde meinem Freund eher nicht vorschlagen, dass ich zu Testzwecken mal alleine wohnen will... ;) 

Dieser Artikel ist ein Beitrag zur #wunderbarECHT-Kampagne. Alle Infos zum Hahstag wie auch zur Aktion findest du hier. 

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