Eine Frage der Gene?

Was bedeutet es, wenn du keinen Koriander magst?

An Koriander scheiden sich die Geister so sehr wie an keinem anderen Gewürz. Aber liegt es wirklich in den Genen, ob man Koriander mag oder nicht? 

 

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Schon mal von dem "Koriander-Gen" gehört? Angeblich entscheidet dieses Gen darüber, wem von uns das grüne Gewürz schmeckt und wem nicht. Was hat es damit auf sich? 

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Koriander: Ganz oder gar nicht

Koriander gehört zu den Dingen, die man entweder liebt oder hasst – wie Rosinen, Trash-TV oder Deutschrap von Bushido. Niemand mag Koriander nur ein bisschen. 

Oft wird behauptet, dass ein bestimmtes Gen, das sogenannte Koriander-Gen, entscheidend dafür ist, ob das Gewürz uns schmeckt oder nicht. Tatsächlich gibt es ein Gen, das in die Vorliebe oder Abneigung mit hineinspielt. Aber nicht nur Erbfaktoren spielen bei Koriander eine Rolle. 

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Das Koriander-Gen

Das Gen OR6A2 soll Schuld daran sein, wenn man keinen Koriander mag. Einer Studie aus dem Jahr 2012 zufolge ist dieses Gen am Bau eines Geruchsrezeptors beteiligt, der bestimmte Aldehyde in Lebensmitteln wahrnimmt. Diese Aldehyde sind es, die dem Koriander seinen seifigen Geruch verleihen. 

Jene Testpersonen, die eine bestimmte Variation von OR6A2 in sich tragen, haben angegeben, Koriander nicht zu mögen – sie nahmen das Gewürz als besonders seifig wahr. Die Probanden mit einer anderen Genvariante hingegen empfanden den seifigen Anteil des Gewürzes als nicht so intensiv.

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Eine Frage des Geruchs? Nicht nur!

Inzwischen weiß man: Das Koriander-Gen allein entscheidet nicht darüber, ob jemandem das Gewürz schmeckt oder nicht. Das liegt zum einen daran, dass alleine das Wahrnehmen eines seifigen Aromas nicht gleichbedeutend sein muss damit, ein Gewürz nicht zu mögen. 

Zum anderen ist die Geruchsforschung im Allgemeinen noch nicht weit genug fortgeschritten, um eindeutige Aussagen zu Koriander zu treffen. "Es gibt keine Daten dazu, mit welchem Duft man Rezeptor OR6A2 aktivieren kann, also auch nicht ob mit Aldehyden", erklärt der Biologe und Mediziner Hanns Hatt gegenüber dem WDR-Wissenschaftsmagazin "quarks". 

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Ernährungssozialisation: Das steckt in Wahrheit hinter einer Koriander-Abneigung

Bei der Frage, wem Koriander schmeckt und wem nicht, könnten Gene also eine Rolle spielen. Viel sicherer aber ist der Einfluss unterschiedlicher Ernährungssozialisationen. Sprich: Wer als Kleinkind schon Koriander vorgesetzt bekommt, wird ihn vermutlich als Erwachsener auch eher mögen.

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