Sex-Lexikon

Was ist Tribadie? Alles über die heiße Sexpraktik für Frauen

Tribadie klingt nicht sexy, ist es aber. Der heute zu Recht umstrittene Begriff bezeichnet eine Sexpraktik, die vor allem Frauen genießen. Neugierig?

Frau und Mann haben Sex
Foto: RapidEye/iStock
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Ich werde nie meinen Lachflash vergessen, als eine gute Freundin, die gerade "50 Shades of Grey" gelesen hatte, zu mir sagte: "Ich meine, was da drin steht, machen mein Mann und ich schon seit Jahren im Schlafzimmer. Wir haben's nur nie BDSM genannt."

Das Gleiche gilt für Tribadie und für die meisten von uns, bin ich mir sicher.

Was ist Tribadie?

Der Begriff Tribadie geht auf das griechische Wort "tribein" für "reiben" zurück und meint das Reiben der Vulva zur sexuellen Erregung. Wie so oft geistert hier also ein altmodischer Begriff für eine sexuelle Praktik herum, die viele von uns schon seit Jahren genießen.

Bei Tribadie ist eigentlich nicht festgelegt, woran die Vulva gerieben wird: ob an einer anderen Vulva, einer Person oder an einem Gegenstand – beispielsweise einem Sexkissen. Im deutschen Sprachraum wurde der Begriff bis zur Hälfte des 20. Jahrhunderts jedoch überwiegend verwendet, um lesbischen Sex, also das Aneinanderreiben zweier Vulven, zu beschreiben.

Tribadie vs. Scherenstellung: Was ist der Unterschied?

Tribadie, Scissoring und Scherenstellung klingen für dich vollkommen gleich? Fast. Es gibt lediglich einen kleinen, feinen Unterschied: Scissoring und Scherenstellung bezeichnen ausschließlich das Aneinanderreiben von Genitalien – was bei der Scherenstellung übrigens den Penis miteinschließt. Bei Tribadie darf die Vulva neben Genitalien auch an Gegenständen oder Körperteilen (wie dem Bauch oder Oberschenkel deines Gegenübers) gerieben werden.

Und genau hier kommt der Punkt, an dem wir uns Tribadie zurückholen sollten: Als erotische Sexpraktik für Frauen, die ohne Penetration zum Höhepunkt kommen wollen – ob lesbisch oder nicht.

Die 5 heißesten Tribadie-Sexstellungen

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Grafik von zwei Frauen, die Sex in der Stellung Schere haben.
Foto: Redaktion Wunderweib

Scissoring

Beim Scissoring rutscht ihr mit geöffneten Beinen aneinander, bis sich eure Genitalien berühren. Ihr könnt das entweder im Liegen tun oder eure Oberkörper aufrichten. Die Schere gehört zu den intimsten Sexstellungen der Welt.

Grafik von zwei Frauen, die in der Stellung Budapester Schere Sex haben.
Foto: Redaktion Wunderweib

Budapester Beinschere

Die Budapester Beinschere ist eine Variante der klassischen Schere, bei der eine*r von euch auf dem Rücken liegt, während sich die andere Person aufrichtet.

Grafik von zwei Frauen, die in der Sexstellung Reverse Cowgirl Sex haben.
Foto: Redaktion Wunderweib

Reiterstellung

Ob Cowgirl oder Reverse Cowgirl: In der Reiterstellung kannst du deine Vulva lustvoll an der unter dir liegenden Person reiben und den Rhythmus bestimmen.

Grafik von zwei Frauen, die in der Missionarsstellung Sex haben.
Foto: Redaktion Wunderweib

Missionarsstellung

Blickkontakt, Dirty Talk, Küssen: In der Missionarsstellung ist Tribadie vor allem zärtlich.

Grafik von zwei Frauen, die in der Stellung Elefant Sex haben.
Foto: Redaktion Wunderweib

Elefantenstellung

Ein wenig versauter wird es, wenn du deine Vulva am Po deines Gegenübers reibst. Die Elefantenstellung aus dem Kamasutra lädt dazu ein. Hot, hot, hot!

Tribadie bis 1950: Hallo, Patriarchat!

Anders als die Scherenstellung hat Tribadie einen negativen Beigeschmack, da der Begriff Jahrhunderte lang abwertend verwendet wurde. In der Wissenschaft, Medizin, Psychologie und der Gesellschaft ging es vorrangig darum, (lesbische) Frauen als krankhaft darzustellen. In der antiken Literatur beispielsweise bezeichnete tribas eine "mannhafte Frau", die durch eine penetrative Sexualität – teils durch die Vorstellung einer vergrößerten Klitoris, teils durch den Gebrauch eines Dildos (olisbos) – von der Norm abwich.

Die amerikanische Autorin Lillian Faderman beschäftigte sich 1981 in ihrem Buch "Surpassing the Love of Men" mit dem Begriff und kam zu dem Schluss:

„Tribadie war eher ein medizinisches und moralisches Konstrukt als eine Beschreibung des tatsächlichen erotischen Lebens der Frauen.“
Lillian Faderman

Tribbing: Tribadie im Porno

Die Pornoindustrie wäre nicht die Pornoindustrie, wenn sie aus der Pathologisierung der Frau kein Business machen würde.

Als komplett eigene Kategorie hat sich Tribbing oder auch Tribfights etabliert. Bei diesen "Sexkämpfen" reiben sich zwei Frauen gegenseitig die Vulva. Die Frau, die als erstes zum Orgasmus kommt, verliert. Kein Kommentar…

Sexspielzeuge und Tribadie: Perfect Match

Für mich gehören drei Toys zu Tribadie:

  • Liebeskugeln, die deinen G-Punkt stimulieren, während du dich sinnlich reibst

  • Ein wärmendes oder kühlendes Gleitgel für den Extrakick

  • Ein Dental zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten

Von hier aus kannst du bzw. könnt ihr einfach weiter experimentieren. Wie wäre es zum Beispiel mit Analspielzeug für euren sinnlichen Ritt?

So negativ besetzt der ursprüngliche Begriff auch gewesen sein mag: Als lustvolle Sexpraktik für Frauen lieben wir Tribadie.

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Quellen

  • Parker, Holt. “The Teratogenic Grid.” In Roman Sexualities, edited by Judith P. Hallett and Marilyn B. Skinner, 47–65. Princeton: Princeton University Press, 1997.

  • Langlands, Rebecca. Sexual Morality in Ancient Rome. Cambridge: Cambridge University Press, 2006.

  • Winkler, John J. The Constraints of Desire: The Anthropology of Sex and Gender in Ancient Greece. New York: Routledge, 1990.

  • Faderman, Lillian. Surpassing the Love of Men: Romantic Friendship and Love Between Women from the Renaissance to the Present. New York: William Morrow, 1981.