Aus dem Tinderbuch"Wollen wir einen Kaffee trinken gehen?"

Warum die Wahl des Treffpunkts beim ersten Date so wichtig ist - oder auch nicht. Unsere Online-Dating-Kolumne Teil 3. 

Tinder-Kolumne: Das erste Treffen
Rote Rose als Erkennungszeichen beim ersten Date? Gibt es zum Glück nur in romantischen Komödien - oder auf Stockbildern.
Foto: LuckyBusiness/iStock

Gibt es was Schlimmeres als Dates? Ja, erste Dates. Jedes Mal, wenn ich ein Treffen mit einem der Männer abgemacht habe, habe ich es in den Stunden vor dem Treffen bereut. Dann gab’s nämlich eine ganz laute Stimme in meinem Kopf, die schrie: Kerstin, lass es einfach. Verschwende deine Zeit nicht. Tja, meine Zeit (und wohl auch die meines Gegenübers) verschwendet habe ich dann aber leider doch das ein oder andere Mal. Der Wahnsinn fängt ja schon bei der Auswahl der richtigen Location an. 

Teil 1 der Kolumne: Wenn ein Hallo nicht reicht ... 

 

Daran erkennst du ein erstes Date

Besonders unangenehm sind erste Treffen, die in einem Restaurant oder einer Bar stattfinden. Beide sind ständig gezwungen einander anzugucken. Peinliches Schweigen fühlt sich noch hundertmal schlimmer an, wenn ich gerade dabei Ramen schlürfe. Und meine Bluse bekleckere. Außerdem ist man gezwungen noch so lange zu bleiben, bis der Gegenüber sein Essen aufgegessen hat. Und das, obwohl schon nach Minute 3 feststeht, dass wir uns nie wiedersehen werden.  

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Zum Glück gibt es im Datingdschungel Alternativen. Ein Kaffee und ein Spaziergang ist die Nummer 1 unter den Aktivitäten beim ersten Date – zumindest bei mir und meinen Freundinnen. Wer sonntags einmal in Hamburg an der Außenalster entlangspaziert ist, wird wissen, was ich meine: Bei schönem Wetter wandern hier gefühlt dutzende First-Daters. Vor allem daran zu erkennen, dass beide für einen Spaziergang vergleichsweise gut angezogen sind, einen Coffee-to-Go-Becher in der Hand haben und man Gesprächsfetzen wie „die Wohnungssuche war so schlimm“, oder „und was machst du so nach der Arbeit?“ mithört.

Video: Auf diese Männer-Typen fallen wir immer wieder rein (Artikel wird unter dem Video fortgeführt) 

 
 

Alles ganz entspannt angehen – oder flüchten

Das Beste am Spazieren gehen: Leichte Bewegung entspannt und man hat immer etwas, worüber man reden kann. Kommentare zur schönen Alster („Ich liebe die Nähe zum Wasser!“), der guten Luft („Heute ist echt super Wetter!“) oder den anderen Spaziergängern („Schau mal, der Hund“ – „Magst du Hunde?“) passen einfach immer und bringen das Gespräch direkt auf eine ganz neue Ebene des Smalltalks. Außerdem: Es gibt in Laufnähe irgendeine Haltestelle, von der man ganz schnell verschwinden kann. Tipp: Hier ist das westliche Alster-Ufer besser ausgestattet.

Teil 2 der Kolumne: Diese Männer rauben mir den letzten Nerv

Doch auch die anderen Umstände sollten passen. Vor ein paar Monaten  gab es für mich eine Prämiere: Ein spontanes Gruppen-Date. Der Herr schrieb mir (wie sich später herausstellte waren es seine Freunde, die mir schrieben) an einem Samstag als ich mit einer Freundin unterwegs war. Seine Freunde entschieden sich, auch in die Bar zu kommen, in der ich mit meiner Freundin war. Was folgte war ein super lustiger Abend, der sich überhaupt nicht wie ein erstes Dates anfühlte, sondern eher so, als hätte man beim Weggehen neue Leute kennengelernt.

Das Problem beim ersten Date ist nämlich eigentlich nicht die Location, sondern die passende Wellenlänge. Wenn die nämlich fehlt, kann sich auch der schönste Alsterspaziergang wie eine Ewigkeit anfühlen. Mein schönstes erstes Date dauerte übrigens zehn Stunden. Wir trafen uns zum Spazieren, gingen dann noch essen und landeten nach diversen Kneipen nachts an den Landungsbrücken. Klingt wie in einem Liebesroman, war es dann auch. Allerdings nur für mich. Aber dazu dann an passenderer anderer Stelle mehr. Jetzt geht es für mich erst mal zum nächsten ersten Date. 

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