Alpha-Gal-SyndromZeckenbiss kann Fleischallergie auslösen

Zecken sind für Menschen lästig - und können sogar eine Fleischallergie auslösen. Wie geht das? Das erfährst du im Artikel.

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Inhalt
  1. Fleischallergie: Unverträglichkeit gegen rotes Fleisch
  2. Woran merke ich, ob ich an einer Fleischallergie leide?
  3. Wie kann ein Zeckenbiss eine Fleischallergie auslösen?
  4. Fleischallergie: Früher in Amerika, heute auch in Europa

Zeckenbisse tun nicht weh, aber sie können Borreliose sowie FSME übertragen und eine Fleischallergie auslösen. Wie eine Zecke gegen Fleisch allergisch macht, erklären wir dir hier.

 

Fleischallergie: Unverträglichkeit gegen rotes Fleisch

Früher sind wir barfuß über Wiesen gelaufen, lagen stundenlang im Schatten von Bäumen - und das ganz ohne Angst. Doch seit einigen Jahren gilt die Zecke als Nummer-1-Feind im Sommer. Schmerzhaft ist ein Zeckenbiss nicht, aber die Spinnentiere können die gefährlichen Infektionskrankheiten Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen.

Und eine Fleischallergie auslösen. Eine Fleischallergie? Ja genau - das ist das Ergebnis einer Studie, die 2010 im US-amerikanischen "Journal of Allergy and Clinical Immunology" erschien. Die Krankheit ist auch als Alpha-Gal-Syndrom bekannt.

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Woran merke ich, ob ich an einer Fleischallergie leide?

Forscher der American Association of Allergy, Asthma & Immunology untersuchten weltweit 300 Fälle, in denen Menschen plötzlich allergisch auf rotes Fleisch (z.B. Rind, Kalb, Schwein, Lamm) reagierten. Auch eine australische Studie stützt die Untersuchungen der amerikanischen Kollegen. Sie weisen darauf hin, dass die Fleischallergie die einzige Kohlenhydrat-Allergie sei, die zu Hautausschlägen und im schlimmsten Fall zu Organ- und Kreislaufversagen führen kann. Grundsätzlich sind die auftretenden Immunreaktionen mit den Symptomen einer Erdnuss-Allergie zu vergleichen:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Atembeschwerden
  • Blutdruckabfall

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Wie kann ein Zeckenbiss eine Fleischallergie auslösen?

Grund für diese ungewöhnliche Unverträglichkeit ist eine ganz bestimmte Zuckerart, die Zecken besitzen - Menschen aber nicht. Diese sogenannte α​-Galaktose (Galaktose-alpha-1,3-Galaktose; kurz Alpha-Gal) kommt nicht nur in Zecken, sondern auch in rotem Fleisch und in Milchprodukten vor. Bei jedem Biss der Zecke gelangt etwas von diesem Zucker in die Blutbahn des Menschen, der Organismus kann daraufhin den sogenannten Antikörper Immunglobulin E (IgE) produzieren. Diese lösen wiederum bei erneutem Kontakt, zum Beispiel mit einem Stück Fleisch, allergische Reaktionen aus. Allerdings sind mehrere Zeckenstiche nötig, damit sich eine Immunreaktion entwickelt.

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Fleischallergie: Früher in Amerika, heute auch in Europa

Nicht jede Zecke löst eine Fleischallergie aus. Bislang war die sogenannte Lone-Star-Zecke vor allem im Osten und Südosten der USA zu Hause. Heute ist sie auch in anderen Teilen der Welt vertreten. In Australien, Frankreich, Schweden und Deutschland gibt es bestimmte Zeckenarten, die ebenfalls eine Fleischallergie auslösen können. In Deutschland ist es der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), der vor allem in Wäldern vorkommt. Daher sind Berufsgruppen mit Waldarbeit, wie Förster oder Jäger, besonders gefährdet.

Allerdings können Menschen auch auf andere Fleischarten wie weißes Fleisch allergisch reagieren. In diesem Fall sind die Patienten meist auf ein bestimmtes Protein im Fleisch allergisch. Kommt dieses in allen Fleischsorten vor, ist die Patientin auch auf Fleisch im Allgemeinen allergisch. Finden sich die Proteine nur in weißem Fleisch, also Geflügel, kannst du mit einer Fleischallergie auch darauf reagieren. Insgesamt sind Fleischallergien aber selten.

Insgesamt nimmt aber auch der Fleischkonsum insgesamt eher ab - und mit einem moderaten Konsum von rotem Fleisch verringert sich auch die Gefahr einer koronaren Herzerkrankung, wie Studienergebnisse in der Fachzeitschrift THE BMJ: British Medical Journal im Jahr 2020 belegen.

So kannst du dich vor einem Zeckenbiss schützen

Generell gilt, in Gebieten mit hoher Gefahr für Zeckenbisse besser lange Kleidung an Beinen und Armen zu tragen. Besonders gefährlich sind ungemähte Wiesen und Waldgebiete, insbesondere im Gestrüpp lauern die Blutsauger. Zudem gilt Zecken- und Insektenschutzspray schon lange als zuverlässiges Schutzschild - und das nicht nur auf Reisen in ferne Länder, sondern auch im heimischen Wald.

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