Männer-WissenDicke Eier – so sehr leiden Männer wirklich unter Samenstau

Dicke Eier bei Männern - gibt es das wirklich? Ja! Wie sehr Männer wirklich unter Samenstau leiden und warum Dicker Eier sogar eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit eines Mannes sein können!

Inhalt
  1. Dicke Eier: Das Leid beim Samenstau
  2. Wie ein Samenstau entsteht
  3. Was schlimmstenfalls passieren kann
  4. Wie schnell ein Samenstau entstehen kann
  5. Wer besonders gefährdet ist
  6. Was gegen Samenstau hilft
  7. Samenstau oder Tumor? Woran es erkannt werden kann
  8. Warum Eigeninitiative für die Krebsfrüherkennung wichtig ist

 

Dicke Eier: Das Leid beim Samenstau

Dicke Eier von zu wenig Sex!? Ganz ehrlich. Für mich war das immer völliger Unsinn. So ein typischer Quatsch, der unerfahrenen und unsicheren jungen Frauen erzählt wird, um diese dazu zu bringen ihren Freund durch Beischlaf von diesem angeblichen Leiden zu erlösen. Jetzt wurde ich eines Besseren belehrt. Denn nachgefragt beim Fachmann erfahre ich, dass an dieser Sache wirklich etwas dran ist. "Dicke Eier" können im Extremfall sogar richtig Probleme bereiten. Warum das so ist und was im Notfall hilft, erfahren Sie hier.

 

Wie ein Samenstau entsteht

Es ist tatsächlich so, dass es einen Samenstau gibt.“ erklärt Dr. Ralf Thiel, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie der Asklepios Paulinen Klinik in Wiesbaden. Der anatomische Hintergrund sei, „dass Samen über Kanälchen vom Hoden in den Nebenhoden transportiert und dort gespeichert werden. Und wenn hier länger keine Entleerung stattfindet, kann das schon mal ein Druckgefühl geben.“ Da müsse man die betroffenen Männer also schon etwas in Schutz nehmen, weil das offenbar wirklich weh tun kann.   

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Was schlimmstenfalls passieren kann

Ein leichtes Druckgefühl im Hoden ist nur eines der möglichen Symptome. „Es kann auch brennen oder zu Schwellungen kommen. Und aus einem Samenstau kann sich eine Nebenhodenentzündung entwickeln. Und mit einer Nebenhodenentzündung ist nicht zu spaßen.“ mahnt Urologe Thiel, der aus dem Klinikalltag die Nöte betroffener Männer kennt. „Der Hoden kann dabei auf die Größe einer Mango anschwellen und lange brauchen um wieder richtig abzuheilen.“ Das tut schon beim Gedanken daran weh. Mit dem Gang zum Urologen (Männerarzt) darf deshalb nicht lange gewartet werden. Denn hier braucht es tatsächlich fachliche Hilfe, um die Männergesundheit nicht zu gefährden.

Dicke Eier!? Ja, die gibt es wirklich und so ein Samenstau kann wirklich gefährlich für Männer sein.
Dicke Eier!? Ja, die gibt es wirklich und so ein Samenstau kann wirklich gefährlich für Männer sein.
Foto: iStock
 

Wie schnell ein Samenstau entstehen kann

Wie schnell der Druck im Nebenhoden steigt, sei sehr individuell. Man könne aber durchaus schon nach ein paar Tagen so ein Druckgefühl bekommen, weiß Chefarzt Thiel. „Es ist so, dass der Körper sich auf das einstellt, was er gewohnt ist. Wenn normalerweise viel Durchlauf ist, steigt die Gefahr, dass bei plötzlicher Reduktion des Durchlaufs der Druck recht schnell ansteigt. Wer im Zölibat lebt, hat dieses Problem nicht so schnell.“ 

Dazu muss man noch wissen, so der Fachmann, dass viel resorbiert wird vom Körper. Der Körper baut also auch von allein Spermien ab, die nicht gebraucht werden. Bei den meisten Männern reguliert sich das Ganze also automatisch.  Ein ähnlicher Stau kann auch in der Prostata und den Samenblasen entstehen. In diesen Drüsen wird der größte Teil des Ejakulates gebildet.

 

Wer besonders gefährdet ist

Wen trifft es nun besonders leicht? Thiel erläutert dazu, dass dies individuell sehr unterschiedlich sei. „Manche Männer neigen dazu. Aber letztlich ist es auch Glück, Schicksal und eine Frage der Bakterien, die sich eventuell dazugesellen. Und die Immunlage spielt auch mit rein, ob das System hier anfällig ist.“ 

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Was gegen Samenstau hilft

Die Lösung liegt nahe, was gegen Samenstau hilft und diesem vorbeugt: „Regelmäßige Entleerung. Nicht nur gegen das Druckgefühl, sondern auch, um die Gänge immer mal wieder durchzuspülen, wo sich sonst manchmal Zellreste und Bakterien zu lange aufhalten und die Gefahr für Entzündungen erhöhen. Dafür braucht man nicht unbedingt eine Freundin. Da kann sich ja jeder Mann auch selber helfen.“

Für Urologen ist diese Selbsthilfe ein Thema wie jedes andere auch. Und so darf es auch „trotz Beziehung“ für jeden Mann sein, der unter Druck gerät. Ein Seitensprung, falls die Liebste nicht zur Verfügung steht, ist daher nicht nötig.  

 

Samenstau oder Tumor? Woran es erkannt werden kann

Ein weiterer möglicher Grund für Hodenprobleme kann übrigens ein Tumor sein. Die Risikogruppe hierfür sind junge Männer zwischen 20 und 40 Jahren. Thiel betont: „Es ist wirklich wichtig, dass Männer sich etwa einmal im Monat den Hoden abtasten.“ Wer das regelmäßig tut, bemerkt Veränderungen wie Schwellungen oder Verhärtungen frühestmöglich selber und kann die Ursachen gleich abklären lassen. 

Wer ein Druckgefühl im Hoden bemerkt muss jedoch nicht gleich eine Krebserkrankung befürchten. Denn ein Tumor mache sich anders bemerkbar als ein Samenstau. Bei einem Samenstau seien die Schmerzen meist beidseitig. Und ein Tumor kann zwar ebenfalls eine Schwellung verursachen. Aber er ist meist nur einseitig zu ertasten und fühlt sich hart und knubbelig an. Wer Veränderungen bei sich bemerkt, sollte den Arztbesuch zur Abklärung nicht lange aufschieben. Bei einem Hodentumor ist Früherkennung wichtig! Ganz harmlos sind auch sogenannte Hydrozelen, Wasseransammlungen im Hodensack. Der Fachmann kann diese Erkrankungen leicht voneinander unterscheiden. 

 

Warum Eigeninitiative für die Krebsfrüherkennung wichtig ist

Die routinemäßig vorgesehene Vorsorge beim Urologen wird von den Kassen erst ab dem 45. Lebensjahr übernommen. Der Checkup beim Hausarzt ab 35 schließt die urologische Untersuchung nicht automatisch mit ein. Bis dahin kann vieles unentdeckt bleiben, wenn man nicht selber regelmäßig auf die Männergesundheit achtet. Daher die Aufforderung vom Facharzt: Regelmäßige Eigeninitiative zeigen und Hand anlegen zum Abtasten der Hoden. Zur Abklärung möglicher Veränderungen können Jungen und Männer jeden Alters zum Urologen oder Andrologen kommen. Lieber einmal zu oft, als einmal zu wenig! 

Autorin: Marthe Kniep

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