Sorge um den PartnerPenisprobleme: Damit solltest du deinen Liebsten zum Urologen schicken!

Für Frauen ist der regelmäßige Gang zum Frauenarzt schon früh etabliert. Mancher Mann tut sich hingegen schwer damit, sich mit einem Penisproblem einem Arzt anzuvertrauen. Wann es besonders wichtig ist, dass du deinem Schatz in dieser Hinsicht ein bisschen auf die Sprünge hilfst, verrät unsere Expertin Marthe Kniep.

Inhalt
  1. Der Penis – Fachgebiet des Urologen oder Andrologen
  2. Vorhautprobleme müssen behandelt werden
  3. Ein ernsthaftes Problem: Einriss des Vorhautbändchens
  4. Hodenschmerzen sind ein wichtiger Grund, einen Arzt aufzusuchen
  5. Krebsfrüherkennung ab 40 Jahren
  6. Potenzprobleme: Ein Arzt kann helfen!
  7. Jucken und Brennen sind Penisprobleme, die ärztlich abgeklärt werden sollten
  8. Blut im Sperma
  9. Feigwarzen: Schick deinen Mann zu Arzt
  10. Verhütung: Es gibt mehr als nur Kondome und die Pille...
  11. Unerfüllter Kinderwunsch
  12. Der beste Umgang mit Schamgefühlen
  13. Arztsuche im nahen Umfeld
 

Der Penis – Fachgebiet des Urologen oder Andrologen

Urologen und Andrologen sind die Fachärzte für alles, was mit dem Penis und männlicher Sexualität zu tun hat. Deswegen werden sie auch manchmal als „Männerarzt“ bezeichnet. Die Bezeichnung Männerarzt ist jedoch etwas zu kurz gesprungen, da der der Urologe nicht nur Männer behandelt, sondern alle Menschen, die an Blase, Harnleiter oder Nieren Beschwerden haben.

Zum Urologen zu gehen, fällt manchen Männern nicht so leicht, wie zu einem Allgemeinmediziner, HNO oder Orthopäden, weil es eben um das „beste Stück“ geht und auch die härtesten Typen nicht frei von Ängsten sind. Deshalb ist es manchmal notwendig, dass die Partnerin ihnen einen kleinen Schubs gibt und ermutigt, sich eine fachliche Auskunft einzuholen oder behandeln zu lassen, statt auszuharren oder Eigentherapieversuche zu starten.

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Hier findest Du einen Überblick, welche Probleme ein Grund sind, den Partner zum Urologen zu schicken.

 

Vorhautprobleme müssen behandelt werden

Eine Vorhautverengung ist zwar vorrangig ein Thema der Pubertät. Doch es kann auch bei Erwachsenen Probleme mit der Vorhaut geben, wenn entweder eine leichte Verengung bisher nicht erkannt wurde und es zu Beschwerden kommt. Es kann sich zum Beispiel die Vorhaut durch kleine Einrisse als Folge von Überdehnung und daraus entstehenden Vernarbungen so weit verengen, dass sie nicht mehr schmerzfrei zurückgezogen werden kann. Das ist ein Grund für einen Arztbesuch.  

 

Ein ernsthaftes Problem: Einriss des Vorhautbändchens

Es passiert gar nicht so selten, dass das Vorhautbändchen einreißt. Wird es zum Beispiel bei der Selbstbefriedigung überbeansprucht oder im Reißverschluss eingeklemmt, kann ein Riss in dieser Region ganz schön heftig bluten. Also nicht lange fackeln und gleich zum Arzt schicken, damit das beste Stück schnell fachmännisch versorgt wird.

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Hodenschmerzen sind ein wichtiger Grund, einen Arzt aufzusuchen

Generell empfehlen Urologen das regelmäßige Abtasten des Hodens, um Veränderungen rechtzeitig zu bemerken. Werden Knoten oder Schwellungen festgestellt oder gibt es Schmerzen im Hoden, ist eine Abklärung durch den Arzt wichtig. Es muss kein Krebs sein, aber ausschließen kann das nur ein Fachmann. Und Früherkennung steigert immer die Chancen auf Heilung.

 

Krebsfrüherkennung ab 40 Jahren

Wer einen Mann über 40 Jahre hat, sollte wissen: Die Krebsfrüherkennungsuntersuchung für Männer bei familiärer Vorbelastung wird ab 40 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Ab 45 Jahre ist sie für alle kostenlos und wird dringend empfohlen. Denn Prostatakrebs ist der am häufigsten diagnostizierte bösartige Tumor bei Männern. Doch nur ein kleiner Prozentsatz der Männer nimmt die Früherkennungsuntersuchung wahr. Deshalb spricht mit deinem Schatz und bitte ihn, die Früherkennung ernst zu nehmen, auch wenn er sich gesund fühlt.   

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Potenzprobleme: Ein Arzt kann helfen!

Trotz Viagra und Co. sind sexuelle Misserfolge wegen einer nicht vorhandenen oder nicht ausreichenden Erektion ein Tabuthema bei vielen Männern. Auch bei Paaren herrscht oft eine gewisse Sprachlosigkeit zu Potenzproblemen, weil sie mit Schamgefühlen und Ängsten besetzt sind. Doch oft gibt es ganz klare medizinische Gründe für derlei Probleme und oft auch gute Behandlungsmöglichkeiten.

Beim Thema Potenzprobleme ist es nach einer körperlichen Untersuchung des Mannes oft hilfreich, wenn beide Partner zu einem aufklärenden Arztgespräch gehen. Dies gilt insbesondere, wenn über den Einsatz von potenzfördernden Medikamenten nachgedacht wird. Das geht dann nicht nur den Mann etwas an. Die Erfolge und das Gefühl dabei, diesen Weg einzuschlagen, ist häufig viel besser, wenn das Paar die Sache gemeinsam angeht.

 

Jucken und Brennen sind Penisprobleme, die ärztlich abgeklärt werden sollten

Ein Mann muss nicht fremdgegangen sein, um Symptome wie Jucken oder Brennen am Penis zu bekommen. Denn diese Symptome können auch andere Ursachen haben als die Ansteckung mit einer sexuell übertragbaren Krankheit. Es kann zum Beispiel an einer Infektion der Harnröhre liegen oder einer Hauterkrankung, einer Allergie und vieles mehr. Deshalb erstmal ruhig bleiben, wenn der Partner solche Probleme beklagt und ihn zum Arzt schicken. Bakterielle Erkrankungen verschwinden oft nicht von selber und müssen nicht selten mit einem rezeptpflichtigen Medikament oder einer Salbe behandelt werden.

Und auch bei sexuell übertragbaren Krankheiten sollte ein Mann nicht abwarten, sondern sich lieber schnell um die passende Medikation kümmern. Denn manche Infektion kann sonst Spätfolgen mit sich führen.

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Blut im Sperma

Rötlich gefärbtes Sperma macht erstmal Angst. Meist ist die Ursache aber harmlos. Am häufigsten liegt es an einer Entzündung der Prostata, der Samenblase oder ableitenden Samenwege. Der Gang zum Arzt klärt schnell, ob ein Antibiotikum genommen werden muss oder ob es sich von selber wieder beruhigt. In seltenen Fällen kann es auch bei jüngeren Erwachsenen eine ernste Ursache haben. Deshalb ist eine Abklärung beim Urologen immer ratsam.

 

Feigwarzen: Schick deinen Mann zu Arzt

Feigwarzen bei Männern sind ein Symptom einer HPV-Infektion. Sie können am Penis, Hoden und rund um den After auftreten und sehen oft sehr unschön aus. Aber niemand muss damit sein Leben lang rumlaufen. Denn es ist möglich Feigwarzen zu entfernen. Ein Urologe kann die Möglichkeiten mit deinem Partner besprechen.

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Verhütung: Es gibt mehr als nur Kondome und die Pille...

Für den Mann gibt es neben dem Kondom nur eine sichere Alternative zur Verhütung: die sogenannte Vasektomie. Dabei werden die Samenleiter durchtrennt. Jungen Männern wird eher davon abgeraten, weil sich diese Methode nicht zuverlässig rückgängig machen lässt. Wenn sich ein Mann jedoch klar gegen (weiteren) Nachwuchs entschieden hat, ist er mit einer Vasektomie auf der sicheren Seite. Und seine Partnerin auch.

 

Unerfüllter Kinderwunsch

Bei unerfülltem Kinderwunsch stellt sich vielen die Frage: An wem liegt es? Das ist zwar nicht immer so eindeutig festzustellen. Dennoch ist es in dieser Situation sinnvoll, die Spermienqualität zu prüfen. Und dafür braucht es den Gang zum Fachmann.

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Der beste Umgang mit Schamgefühlen

Anders als für den Urologen sind Penisprobleme für die meisten Menschen keine alltägliche Sache. Viele Männer schämen sich wegen ihrer Beschwerden. Vor allem, wenn ihr Problem durch „spezielle“ Sexualpraktiken entstanden ist. Andere haben Befürchtungen, was passieren könnte, wenn ein anderer Mann ihre Genitalien untersucht. Und wieder andere möchten nicht als „Schlappschwanz“ wahrgenommen werden.

Dennoch liebe Frauen: Ermutigt eure Männer, ihr Problem dem Fachmann anzuvertrauen. Für ihn ist es das normalste der Welt und er wird sicher keine beschämenden Fragen stellen. Die meisten Urologen haben eine angenehm sachliche und lebenspraktische Art über ihr Fachgebiet zu sprechen und den Menschen darüber aufzuklären, wie ihm geholfen werden kann.

Manch ein Mann muss vielleicht zu einem Termin verdonnert werden. Aber das ist immer noch besser, als wenn er nicht geht und die ganze Zeit in Sorge um sein bestes Stück ist.

 

Arztsuche im nahen Umfeld

Viele Menschen setzen auf Empfehlungen. Wer nicht weiß, wen er fragen soll, kann hier nach einem Urologen in der Nähe schauen.

 

Autorin: Marthe Kniep

 

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