FamilieDiese 10 Erziehungsfehler sind gefährlich für das Kind

Inhalt
  1. Gewalt
  2. Liebesentzug
  3. Desinteresse
  4. Schlechtes Vorbild
  5. Kind als Statussymbol
  6. Konkurrenz mit anderen Eltern / Kindern
  7. Überforderung des Kindes
  8. Unterforderung des Kindes
  9. Reizüberflutung durch digitale Medien
  10. Kumpelverhältnis zum Kind

Die zehn schlimmsten Fehler, die Eltern bei der Kindererziehung unterlaufen können, lassen sich vermeiden - wenn man sie kennt. Eine Übersicht.

Wer ein Kind bekommt, kann (und soll) nicht direkt die perfekte Mutter oder den perfekten Vater abgeben. Kein Grund, den Kopf gleich hängen zu lassen, meinen Experten.

Der Vorsitzende der Bundeskonferenz der Erziehungsberatung (bke), Ulrich Gerth, weiß: "Denn wenn man respektvoll mit seinen Kindern umgeht, dann ist das bereits die halbe Miete. Wer zusätzlich noch auf seine Gefühle hört und sich auch mal traut, bei auftretenden Problemen den Rat anderer einzuholen, kommt prima klar."

In dem Buch "Die zehn größten Erziehungsirrtümer und wie wir es besser machen können" von den Professoren Ralph Dawirs und Gunther Moll (Uni-Klinikum Erlangen) werden die schlimmsten Fehler aufgelistet, die Eltern unterlaufen können:

 

Gewalt

Neben der körperlichen Gewalt zählt auch die seelische Gewalt zu den schlimmsten Erziehungssünden, die Eltern ihrem Kind antun können. Neben physischen Schlägen sind also auch verletzende Äußerungen wie Erniedrigungen und Herabsetzungen des Kindes besonders gefährlich für das Kind.

Als Folge können Kinder psychische Schäden davon tragen, sowie ebenfalls gewalttätig werden: Wer geschlagen wird, schlägt (früher oder später) selbst.

 
 

Liebesentzug

Wenn Eltern Liebesentzug als Strafe wählen, gleicht es Experten zufolge psychischer Gewalt. Denn Kinder sind auf die Liebe ihrer Eltern angewiesen. Elternliebe verleiht Kindern Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstliebe. Ein respektvoller Umgang mit dem Kind ist eine Grundvoraussetzung für eine gute Erziehung.

 

Desinteresse

Kinder sehnen sich nach Anerkennung der Eltern. Haben sie etwas geschaffen, worauf sie stolz sind (sei es auch nur ein Bild zu zeichnen), ist es wichtig, als Elternteil hinzusehen und Interesse zu signalisieren. Dadurch wird das Kind in dem bestärkt, was es kann - und motiviert es, immer besser zu werden.

Schauen die Eltern gar nicht erst hin oder tun es halbherzig ab, signalisiert es dem Kind Desinteresse. Das tut dem Kind weh, setzt es herab - und zerstört nach und nach das (noch) zerbrechliche Selbstvertrauen des Nachwuchses. Dabei genügt manchmal schon ein kurzer Moment der (uneingeschränkten) Aufmerksamkeit, des ehrlichen Interesses und / oder Lobes, sowie ein offenes Ohr für das Kind, um ihm Interesse zu signalisieren.

 

Schlechtes Vorbild

Wer seinem Kind predigt nicht zu lügen, es aber selbst vor den Augen des Kindes tut, muss sich nicht wundern, wenn das Kind ebenfalls zu Lügen greift. Was man dem Kind vorlebt ist prägender, als das, was man dem Kind verbal mitgibt. Das Verhalten der Eltern färbt auf das Kind mehr ab, als ihre Worte.

 

Kind als Statussymbol

Wer sein Kind als eine Art Statussymbol missbraucht, kratzt an der Würde seines Kindes. Ein übertrieben feines Outfit oder Benimmregeln von Erwachsenen: Kinder sind kleine Menschen und keine Statussymbole.

 

Konkurrenz mit anderen Eltern / Kindern

Wer mit anderen Eltern in Wettbewerb tritt, wird keinerlei Vorteile davon haben, wissen Experten. Kinder lassen sich nicht vergleichen - jedes entwickelt sich unterschiedlich schnell, unterschiedlich stark und in unterschiedlichen Weisen.

Wer die Fähigkeiten seines Kindes mit denen anderer Kinder vergleicht, läuft Gefahr, seine Schwächen in den Fokus zu stellen, statt seine Stärken zu fördern. Ein fataler Erziehungsfehler, der dem Kind psychisch schaden kann.

 

Überforderung des Kindes

Leistungsgesellschaft hin oder her - Kinder sollten genügend Freizeit haben, um das Kindsein zu genießen. Mag eine noch so gute Absicht hinter der Kindesförderung stecken (etwa größere Karrierechancen im späteren Leben des Kindes) - ein Kind braucht Spiel und Spontanität, um sich gut zu entwickeln.

Wird dem Kind zu viel abverlangt, wird es gestresst, frustriert und womöglich sogar schlechtere Leistungen erbringen, als in Maßen geförderte Kinder.

 

Unterforderung des Kindes

Unterforderung ist für die Entwicklung des Kindes ebenso schlimm wie Überforderung. Die (Um)Welt zu entdecken und zu verstehen gehört zu den Grundbedürfnissen eines Kindes. Eltern, die mit ihrem Nachwuchs nichts unternehmen, ihm die Umgebung und Welt nicht vorstellen, unterfordern das Kind.

 

Reizüberflutung durch digitale Medien

Ob Fernseher, Computer oder Smartphones: Wir leben in einer Welt voller Reize, die sogar Erwachsene überfluten. Wer seinem Kind zu viel surfen oder fernsehen lässt, setzt das Kind einer Reizüberflutung aus. Die Aufnahmefähigkeit des Kindes kann sich nicht altersgerecht entwickeln.

 

Kumpelverhältnis zum Kind

Einige Eltern neigen dazu, vor ihren pubertierenden Kindern kumpelhaft aufzutreten - mit dem Ziel, sich den Zugang zum Jugendlichen zu bewahren. Experten raten von dieser Methode allerdings ab. Zwar versuchen Jugendliche gerade in dieser Lebensphase, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden und sich von den Eltern abzugrenzen. Doch ein kumpelhaftes Verhältnis zu den Eltern hilft Jugendlichen auch nicht weiter. Stattdessen kann es den Teenager daran hindern, selbstständig und unabhängig zu werden.

 

(ww7)

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