Herpes GenitalisGenitalherpes bei Frauen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Genitalherpes ist eine der weltweit am häufigsten vorkommenden Geschlechtskrankheiten. Was sind die Ursachen und Symptome bei Herpes Genitalis und wie kann man es behandeln?

Inhalt
  1. Was sind die Ursachen für Genitalherpes?
  2. Wie kann man sich anstecken?
  3. Herpes Genitalis: Symptome und Diagnose
  4. Behandlung: Wie werde ich die Geschlechtskrankheit wieder los?
  5. Genitalherpes bei Frauen: Gibt es Unterschiede zum Mann?
  6. Die Geschlechtskrankheit in der Schwangerschaft
 

Was sind die Ursachen für Genitalherpes?

Ausgelöst wird Genitalherpes in den meisten Fällen durch das Herpes-simplex-Virus vom Typ 2 (HSV1), das mit dem Lippenherpes verwandt ist. In seltenen Fällen (ca. 20 bis 30 Prozent) kann es auch durch das Herpes-simplex-Virus vom Typ 1 (Lippenherpes) bedingt sein. Da eine Ansteckung fast ausschließlich durch eine Schmierinfektion bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr (auch Oralverkehr!) erfolgt zählt Herpes Genitalis zu den Geschlechtskrankheiten. Wir klären über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit auf.

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Wie kann man sich anstecken?

Durch den Austausch infizierter Körperflüssigkeiten wird der Herpes-Virus weitergereicht. Vor allem Penis und Vagina sind nach dem Gesicht die bevorzugte Infektionsstelle für Herpes-Viren, die vor allem über minimale Verletzungen der Schleimhäute ihren Weg finden. Die Chance sich anzustecken ist am höchsten, wenn die Bläschen bereits zu sehen sind oder kurz vorher.

Grundsätzlich gilt: Genitalherpes ist hochansteckend! Außerdem überleben die Viren auch außerhalb des Körpers bis zu 48-Stunden. Das heißt: Auch eine indirekte Ansteckung über infizierte Gegenstände ist möglich. Menschen, die unter Herpes genitalis leiden, sind nur während der Erstinfektion und der Reaktivierungen ansteckend. Allerdings können diese auch latent und unbemerkt verlaufen, somit ist der Betroffene ansteckend, ohne es zu bemerken.

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Herpes Genitalis: Symptome und Diagnose

Drei bis sieben Tage (in Einzelfällen auch bis zu drei Wochen) nach der Erstinfektion treten die ersten Symptome auf. Hierbei handelt es sich um juckende und kribbelnde Hautbläschen im Genitalbereich. Genitalherpes verursacht oft ein unangenehmes Gefühl in der Intimregion. Vor Ausbruch der Bläschen kribbelt es. Die Bläschen sind klein und mit Flüssigkeit gefüllt, die Hautumgebung ist häufig gerötet und die Beläge eitrig und verkrustet. Nach zwei bis drei Wochen heilen die Herpesblasen von selbst ab. Auch ein allgemeines Krankheitsgefühl ist möglich: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und geschwollene Lymphknoten können auftreten.

Der Arzt wird den Patienten bei einem Herpesverdacht zuerst körperlich untersuchen. Wenn der körperliche Befund auf Herpes genitalis hindeutet, dann wird ein Labortest gemacht. Hierfür wird ein Abstrich der Bläschenflüssigkeit vorgenommen. Antikörper können nachgewiesen werden. In den seltenen Fällen der Auslösung durch den Herpes-simplex Virus Typ 1 kann auch dies nachgewiesen werden.

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Behandlung: Wie werde ich die Geschlechtskrankheit wieder los?

Eine vollständige Behandlung des Virus ist nicht möglich. Wer sich einmal infiziert hat, wird den Virus nicht mehr vollkommen los: Das Herpes-simplex-Virus bleibt nach der Ansteckung lebenslang im Körper und kann jederzeit erneut ausbrechen. Nach Abklingen der Erstinfektion bleibt der Virus allerdings erst einmal symptomlos. 

Begünstigende Faktoren für eine Wiederkehr der Herpesbläschen, also eine Reaktivierung oder fachsprachlich "Rezidivinfektion", sind ein geschwächtes Immunsystem, Erkältungen, Fieber und Stress. Auch andere Infektionen an Penis oder Vagina sowie eine hohe UV-Strahlung können die Reaktivierung von Herpes genitalis begünstigen. Der Krankheitsverlauf ist aber meist milder als bei der Erstinfektion.

Die Behandlung zielt vor allem darauf ab, die Beschwerden zu lindern. Bläschen sollen möglichst eingedämmt werden. Antivirale Medikamente, die fünf bis zehn Tage eingenommen werden, können zum schnelleren Abheilen führen. Je älter der Patient ist, desto seltener hat er Rückfälle.

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Genitalherpes bei Frauen: Gibt es Unterschiede zum Mann?

Bei Frauen wird Genitalherpes auch als Vulvovaginitis herpetica bezeichnet, denn nicht nur der Schambereich, sondern auch weitere Regionen der Vulva und Vagina können sich durch die Infektion mit den Herpes-Viren entzünden und Symptome der Krankheit zeigen. Von der Bläschenbildung des Herpes genitalis können bei Frauen auch Harnröhre, Muttermund, Gebärmutterhals sowie After und Enddarm betroffen sein. Das birgt vor allem für Schwangere und ihre Babys weitere Komplikationsgefahren.

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Die Geschlechtskrankheit in der Schwangerschaft

Es kommt nur sehr selten vor, dass ein Baby sich bei der Geburt mit Herpes-Viren ansteckt, auch eine Übertragung über die Plazenta ist unwahrscheinlich. Allerdings kann eine Ansteckung für ein Neugeborenes lebensbedrohlich sein, deswegen sollten infizierte Frauen eine natürliche Geburt nur in Erwägung ziehen, wenn sie bereits vor der Schwangerschaft infiziert waren und keinerlei Anzeichen für einen Ausbruch bestehen. Der Zeitpunkt, wann die werdende Mutter sich mit Genitalherpes infiziert hat, ist deswegen so wichtig, weil ihr Immunsystem bereits Anti-Körper gebildet hat, wenn sie nach der Ansteckung beziehungsweise Erkrankung schwanger wird. Diese Antikörper gelangen über die Plazenta auch zum Baby und können es bis zu einem gewissen Grad schützen.

 

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