Ist es schädlich, den Harndrang zu unterdrücken?

In bestimmten Situationen muss jeder mal seinen Harndrang unterdrücken - aber ist das schädlich?

Inhalt
  1. Wer den Harndrang unterdrückt, tut sich auf jeden Fall weh
  2. Ist es wirklich schädlich, den Harndrang zu unterdrücken?
  3. Wie groß ist die Blase?
  4. Was passiert, wenn ich den Harndrang lange unterdrücke?
  5. Wann wird es schädlich, den Harndrang zu unterdrücken?
  6. Müssen Frauen häufiger auf die Toilette?
 

Wer den Harndrang unterdrückt, tut sich auf jeden Fall weh

Ob in einem wichtigen Vortrag, während eines spannenden Kinofilms oder auf der Autobahn: Manchmal kann oder muss man den Harndrang unterdrücken.

Dabei kennen wir doch die Mythen, die uns in der Kindheit erzählt wurden: Unterdrückt man den Harndrang, platzt die Blase! Nicht auf die Toilette zu gehen ist quasi lebensgefährlich - aber stimmt das?

 

Ist es wirklich schädlich, den Harndrang zu unterdrücken?

Ganz so schlimm ist es zum Glück nicht, wenn der Urin einige Zeit in der Blase bleibt. Das Organ ist ja genau dafür da: Es sammelt Urin an und fungiert als Zwischenlager. Harn wird nämlich kontinuierlich in der Niere nachgebildet – und muss ja irgendwo hinfließen. Damit der Urin nicht im Höschen landet, wird er durch Schließmuskeln am Blasenboden zurückgehalten.

 

Wie groß ist die Blase?

Die Größe der Harnblase hängt natürlich von der Körpergröße des Menschen ab, umfasst aber etwa zwischen 900 und 1500 Millilitern – und sie ist ziemlich dehnbar. „Normalerweise platzt die Harnblase nicht“, bestätigt Dr. Wolfgang Bühmann vom Verband der Deutschen Urologen. Doch was passiert dann mit dem Urin, wenn die Blase voll ist? „Sie läuft über“, sagt Bühmann. „Ein Teil fließt zunächst zurück in die Nieren.“

 

Was passiert, wenn ich den Harndrang lange unterdrücke?

Und wenn ich dann immer noch nicht auf die Toilette gehe? “Unterdrückt man den Harndrang längere Zeit, öffnet sich irgendwann das untere Ventil der Blase, man verliert die Kontrolle über den Schließmuskel“ – und ‚macht in die Hose‘ .

So weit kommt es allerdings in den seltensten Fällen – schließlich ist enormer Harndrang ein sehr unangenehmes Gefühl. Dieses Gefühl zu ‚explodieren‘ und die darauf folgenden Schmerzen in der Bauch- und Rückenregion sorgen auf natürliche Weise dafür, dass man zeitig ein Klo aufsucht – oder zur Not hinter einem Busch verschwindet.

 

Wann wird es schädlich, den Harndrang zu unterdrücken?

Schädlich ist die Unterdrückung des Harndrangs nur wenn man es übertreibt: zu oft, zu lange. Denn Urin ist nun mal ein Ausscheidungsprodukt, ein Abfallstoff des Körpers. Wer immer brav auf Toilette geht, wenn die Blase drückt, reinigt also seinen Körper von innen. Mit dem Urin spült man schließlich auch eventuelle Bakterien heraus, die sich sonst in der Blase vermehren und im schlimmsten Fall Entzündungen hervorrufen könnten. Beim Austritt enthält Urin übrigens rund 10.000 Keime - pro Milliliter.

 

Müssen Frauen häufiger auf die Toilette?

Übrigens: Ja, Frauen müssen tatsächlich öfter pinkeln als Männer! Das liegt daran, dass starker Harndrang bei Männern im Durchschnitt später eintritt (bei ca. 350 – 750 ml) als bei Frauen (250 – 550 ml). Hinzu kommen äußere Reize; wie z.B. die Temperatur. Da Frauen ein sensibleres Kälteempfinden haben, ist ihnen schneller kalt - ihr Harndrang wird auch dadurch verstärkt.

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