Toxisches Verhalten in der Partnerschaft

Kontrollzwang in der Beziehung: Diese Anzeichen deuten darauf hin

Hast du das Gefühl, dein*e Partner*in versucht dich zu kontrollieren? Oder neigst du selbst zu Kontrollzwang in der Beziehung? Diese Anzeichen verraten es und so kannst du damit umgehen.

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Wirst du nervös, wenn dein*e Partner*in später als vereinbart nach Hause kommt? Hast du den Drang, sein*ihr Handy zu checken?

Oder hat dein*e Partner*in schon Dinge zu dir gesagt wie „Immer machst du das falsch“ oder „Du solltest das lieber so machen“?

Erfahre hier, welche Anzeichen auf einen Kontrollzwang in der Beziehung hindeuten.

Kontrollzwang in der Beziehung: Diese 6 Anzeichen deuten darauf hin

Bist du kontrollsüchtig? Oder denkst du, deine*e Partner*in könnte unter einem Kontrollwahn leiden? Diese Anzeichen sprechen dafür, dass eine Person innerhalb der Partnerschaft Kontrolle ausübt/ ausüben möchte:

  • Extreme Eifersucht: Ist eine Person immer eifersüchtig? Egal was der*die Partner*in macht, die andere Person möchte stets darüber informiert werden? Eine besonders stark ausgeprägte, unter Umständen sogar krankhafte Eifersucht in der Beziehung kann dazu führen, dass die Person einen Kontrollzwang entwickelt.

  • Häufige Konflikte: Fängt eine Person immer wieder Streit an? Das kann darauf hindeuten, dass die Person an einem Kontrollzwang leidet. Durch Kritik am Partner oder an der Partnerin versucht die andere Person die Kontrolle innerhalb der Beziehung zu bekommen. Wer sehr kontrollierend ist, sieht beim Partner oder bei der Partnerin meist vor allem seine*ihre Schwächen und Fehler.

  • Hohe Erwartungshaltung: Wer unter einem Kontrollzwang in der Beziehung leidet, der hat meist hohe, manchmal unrealistische Ansprüche an den*die Partner*in. Verhält sich der Partner oder die Partnerin dann nicht genau so, wie es die kontrollsüchtige Person gerne hätte, ist diese beleidigt, fängt Streit an oder kritisiert den anderen dafür.

  • Ständige Tipps und Hinweise: Weil eine Person besonders strikte Erwartungen an den*die Partner*in hat, verbessert sie diese*n auch ständig und gibt Tipps, worauf er*sie achten sollte. Das kann sich von der „richtigen“ Art, die Spülmaschine einzuräumen, bis hin zu Diskussionen über die Kindererziehung erstrecken. Die Person meint es ja „nur gut“. Das behauptet sie zumindest. Doch dahinter verbirgt sich ein Kontrollzwang.

  • Abkapseln: Hat eine Person ein Problem damit, dass der*die Partner*in „zu viel“ Zeit mit Freund*innen verbringt? Das kann ein Anzeichen sein. Wer kontrollsüchtig ist, möchte den*die Partner*in am liebsten immer um sich haben. Nur so kann er*sie die Person schließlich kontrollieren. Damit das gelingt, fordert eine Person vielleicht, dass die andere den Kontakt zu Familie und Freund*innen reduziert oder redet schlecht über diese, um die Person so zu manipulieren.

  • Narzisstische Züge: Wer kontrollsüchtig ist, kann auch narzisstische Verhaltensweisen aufzeigen. Das kann sich zum Beispiel so äußern, dass die Person wenig Interesse an ihrem Partner bzw. ihrer Partnerin zeigt. Die Person hält sich selbst für „besser“ oder überlegen.

Bin ich kontrollsüchtig? Woher kommt Kontrollzwang in der Beziehung?

Nicht immer ist einer Person bewusst, dass sie kontrollsüchtig ist. Vielleicht hast du dich in den Verhaltensweisen wiedergefunden oder festgestellt, dass die Beschreibungen auf deine*n Partner*in zutreffen?

Hinter einem Kontrollzwang in der Beziehung stecken meist andere Gründe. Wer dazu neigt, den*die Partner*in zu kontrollieren, der leidet möglicherweise auch unter Verlust- und Bindungsängsten, einem geringen Selbstwertgefühl und hat Probleme damit, anderen zu vertrauen. Diese Ängste sind meist auf die Kindheit zurückzuführen. Wer bereits als Kind Ablehnung erlebt hat, der hat im Erwachsenenalter unterbewusst noch mit dieser negativen Erfahrung zu kämpfen. Aus Angst, den*die Partner*in zu verlieren, kann sich eine Kontrollsucht entwickeln.

Aber natürlich kann eine Kontrollsucht auch andere Ursachen oder Zusammenhänge haben. Verhält sich eine Person zum Beispiel besonders negativ oder abwertend gegenüber dem*der Partner*in, stecken dahinter vielleicht eher narzisstische Züge als Verlustängste.

Kontrollzwang in der Beziehung: Verhaltensmuster erkennen und richtig damit umgehen

Bist du selbst davon betroffen, ist der erste Schritt, dir bewusst zu werden, wo der Ursprung für deinen Kontrollzwang gegenüber deinem*r Partner*in liegt. Nur so kannst du deine Verhaltensweisen in deiner Beziehung verändern. Doch es ist nicht immer leicht, die Ursachen für das eigene Handeln alleine herauszufinden. Brauchst du Unterstützung? Dann wende dich zum Beispiel an unsere Berater*innen von Aurea:

Ist dein*e Partner*in kontrollsüchtig und du leidest unter diesem Verhalten? Es ist gut und wichtig, dass du dir darüber Gedanken machst und dir bewusst machst, dass dieses Verhalten nicht normal ist: Eine gesunde Beziehung basiert auf Vertrauen und respektvollem Verhalten auf Augenhöhe.

Doch wie geht es nun weiter? Damit sich etwas verändern kann, ist es wichtig, dass du deinem*r Partner*in ehrlich mitteilst, wie es dir geht. Wichtig dabei: Mache ihm*ihr nicht nur Vorwürfe. Konzentriere dich lieber auf deine Gefühle und teile ihm*ihr diese in Ich-Botschaften mit (z.B. „Ich habe das Gefühl, dass du mich manchmal kontrollieren willst, z.B. wenn du sehr häufig nachfragst, wann ich nach Hause komme. Dadurch fühle ich mich enttäuscht, denn es fühlt sich so an, als würdest du mir nicht vertrauen.“)

Je nachdem, wie stark der Kontrollzwang des Partners oder der Partnerin bereits ausgeprägt ist, wird ein klärendes Gespräch nicht ausreichen, um etwas an der Situation zu ändern. Eine Möglichkeit ist die professionelle Hilfe bei einer Paartherapie. Ein Therapeut kann neutral auf eure Situation schauen und euch helfen, gemeinsam Lösungen zu finden.

Doch wenn du das Gefühl hast, dass sich nichts verändert und dein*e Partner*in dich immer weiter versucht zu kontrollieren, dann ist eine Trennung möglicherweise der bessere Ausweg für dich.

Artikelbild und Social Media: TRAVELARIUM/iStock