Hebammen-Tipp für die Geburt: Dieser kleine Helfer kann Wehenschmerzen lindern
Viele werdende Mütter suchen nach sanften Möglichkeiten gegen Wehenschmerzen. Hebamme Britta Urban erklärt, wie ein TENS-Gerät unter der Geburt unterstützen kann und was dahintersteckt.
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Die Geburt ist ein einmaliges Ereignis im Leben – egal ob du das erste oder das vierte Kind bekommst. Doch eine Geburt ist nicht nur aufregend, sondern vor allem anstrengend und schmerzhaft. Um die Schmerzen zu lindern, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Wärme, Massagen durch den Partner/die Partnerin, Schmerzmittel, PDA. Doch Hebamme Britta Urban empfiehlt zusätzlich noch folgendes: ein TENS-Gerät.
Was ist ein TENS-Gerät?
TENS steht für transkutane elektrische Nervenstimulation – klingt technisch, ist aber eigentlich ganz einfach: Ein TENS-Gerät sendet sanfte elektrische Impulse über kleine Klebe-Elektroden auf deiner Haut. Diese Impulse reizen die Nerven leicht und sorgen dafür, dass Schmerzsignale abgeschwächt werden, bevor sie im Gehirn ankommen. Gleichzeitig regt die Stimulation die Ausschüttung körpereigener Endorphine an, also der natürlichen Schmerzhemmer.
Das Ergebnis: Schmerzen werden oft deutlich erträglicher. Viele Frauen erleben die Geburt mit einem TENS-Gerät als aktiver und entspannter.
TENS-Geräte für die Geburt: Hebamme Britta Urban empfiehlt diese Modelle
„Nicht jedes TENS-Gerät ist für die Geburt gleich gut geeignet. Ich empfehle meinen Patientinnen Geräte, die einfach zu bedienen und handlich sind, damit die Bewegungsfreiheit während der Wehen erhalten bleibt“, sagt Hebamme Britta Urban.
Hier sind einige Geräte, die sie für die Geburt besonders empfehlen kann:
Beurer EM 49 TENS – vielseitige Intensitätsstufen, einfaches Display, ideal für Einsteigerinnen.
Beurer EM 59 Heat digitales TENS/EMS-Gerät – 4-in-1 Gerät mit TENS, EMS, Massage und Wärmefunktion.
TensCare Perfect Mama+ TENS – Speziell für die Geburt entwickelt. Bietet natürliche Schmerzlinderung mit Wehenprotokoll und Kontraktionstimer.
prorelax TENS/EMS Duo – Kombiniert TENS für Schmerztherapie und EMS für Muskelstimulation. Mit 8 voreingestellten Programmen und individuell einstellbarer Intensität.
Wie funktioniert ein TENS-Gerät unter der Geburt?
Viele Frauen wenden das TENS-Gerät in der Eröffnungsphase der Geburt an, also wenn die Wehen regelmäßiger werden und der Muttermund sich öffnet.
So funktioniert’s:
Die Elektroden werden auf deinem unteren Rücken angebracht – meist im Lendenbereich.
Das Gerät ist klein und tragbar, du kannst dich also frei bewegen.
Während der Wehenpause läuft es auf niedriger Intensität.
Kommt eine Wehe, erhöhst du die Intensität wieder.
Das Beste daran: Du hast die Kontrolle! Du kannst selbst bestimmen, wann und wie stark die Impulse sein sollen – ganz nach deinem Gefühl.
Hebamme Britta Urban rät: „Starte am besten schon früh in der Eröffnungsphase mit dem TENS-Gerät. So kann sich dein Körper an die Impulse gewöhnen, und die Wirkung entfaltet sich besser.“
Vorteile: Warum TENS bei der Geburt so beliebt ist
Ein TENS-Gerät hat gleich mehrere Pluspunkte; gerade, wenn du eine natürliche Geburt ohne Medikamente anstrebst:
Medikamentenfrei: Keine Nebenwirkungen für dich oder dein Baby.
Du bleibst mobil: Du kannst dich frei bewegen, stehen, gehen und in Bewegung bleiben.
Selbstbestimmt: Du steuerst Intensität und Dauer selbst.
Entspannter Geburtsverlauf: Viele Frauen berichten, dass sie durch TENS besser mit den Wehen umgehen können.
Natürlich wirkt TENS nicht bei jeder Frau gleich stark, aber für viele ist es eine wunderbare Ergänzung zu Atemtechniken, Bewegung und mentaler Geburtsvorbereitung.
Wofür kann man ein TENS-Gerät noch verwenden?
Auch nach der Geburt oder im Alltag kann ein TENS-Gerät echte Dienste leisten:
Bei Rückenschmerzen
Bei Regelschmerzen – sanfte Impulse können Krämpfe im Unterleib lösen.
Bei Muskelkater oder Verspannungen – auch im Nacken oder Schulterbereich.
Wichtig: In der Schwangerschaft dürfen die Elektroden nicht auf dem Bauch angebracht werden. Und wer einen Herzschrittmacher trägt, sollte kein TENS-Gerät verwenden, da dieses den Schrittmacher stören kann.
FAQ: Häufige Fragen zum TENS-Gerät bei der Geburt
Hilft ein TENS-Gerät wirklich bei Wehenschmerzen?
Ja, laut Hebamme Britta Urban und verschiedenen Studien kann ein TENS-Gerät die Wehenschmerzen deutlich erträglicher machen. Die sanften Stromimpulse lenken vom Schmerz ab und fördern die Ausschüttung von Endorphinen, den natürlichen Glücks- und Schmerzhemmern.
Wann sollte ich das TENS-Gerät bei der Geburt einsetzen?
Am besten beginnst du mit der Anwendung, sobald die Wehen regelmäßig werden, also in der Eröffnungsphase. Wenn du zu spät startest, kann die Wirkung schwächer sein. Hebamme Urban rät: „Je früher, desto besser; so kann dein Körper sich an die Impulse gewöhnen.“
Kann ich ein TENS-Gerät bei einem Kaiserschnitt verwenden?
Bei einem (geplanten) Kaiserschnitt wird das TENS nicht während der Operation eingesetzt. Du kannst es aber nach dem Eingriff nutzen, etwa zur Linderung von Rückenschmerzen oder muskulären Verspannungen. Frag deine Ärztin oder deinen Arzt, wann der richtige Zeitpunkt ist.
Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?
Die Anwendung eines TENS-Geräts ist grundsätzlich sicher und nebenwirkungsarm. Trotzdem gilt:
Nicht bei Herzschrittmacher oder Herzrhythmusstörungen verwenden.
Keine Elektroden auf offene Wunden oder direkt auf den Bauch kleben (als Schwangere).
Gerät niemals im Wasser (z. B. in der Geburtswanne) benutzen.
Wo bekomme ich ein TENS-Gerät für die Geburt?
Manche Kranken- und Geburtshäuser bieten TENS-Geräte zum Ausleihen an. Frage am besten bei der Geburtsanmeldung nach. Du kannst dir aber auch selbst eines besorgen, zum Beispiel in der Apotheke, im Sanitätshaus oder online.
Kann ich das TENS-Gerät auch nach der Geburt weiterverwenden?
Ja, ein TENS-Gerät kann dich auch nach der Geburt begleiten, etwa bei Rückenschmerzen, Verspannungen oder Regelschmerzen. Viele Mamas empfinden es als wohltuend und entspannend.

Hebamme Britta Urabn
Britta Urban ist seit 1998 als Hebamme tätig. Sie hat umfangreiche Erfahrungen in verschiedenen Geburtskliniken in Deutschland und England gesammelt und zudem viele Jahre freiberuflich gearbeitet. Außerdem absolvierte sie eine Zusatzausbildung zur Still- und Laktationsberaterin.
Aktuell ist sie als angestellte Hebamme an der Asklepios Klinik Barmbek in Hamburg tätig. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Michaela Lukas bietet sie dort Geburtsvorbereitungskurse für werdende Eltern an.
Britta Urban ist Mutter einer erwachsenen Tochter.
Website: www.geburtsvorbereitunghamburg.de
Instagram: @hebammebrittaurban
Fazit: Sanfte Unterstützung für eine selbstbestimmte Geburt
Ein TENS-Gerät ist eine tolle Möglichkeit, Wehenschmerzen natürlich zu lindern, ohne Medikamente und mit viel Eigenkontrolle. Hebamme Britta Urban empfiehlt die Methode vor allem Frauen, die „ihre Geburt aktiv erleben möchten und auf natürliche Weise mit den Wehen umgehen wollen“.
Sprich mit deiner Hebamme, ob du ein TENS-Gerät ausprobieren kannst. Viele Frauen empfinden es als wertvolle Unterstützung auf dem Weg zu einer positiven, selbstbestimmten Geburtserfahrung.













