BeziehungskillerNicholas Pesch: Wie unbewusste Erwartungen unsere Beziehung belasten

Leidest du oft unter Streit in der Beziehung und weißt nicht so recht, warum ihr euch immer wieder streitet? Wie unbewusste Erwartungen unsere Beziehung belasten – der geheime Beziehungskiller!

Plötzlich bist du einfach sauer auf deinen Mann, böse Worte fliegen durch den Raum, von Liebe ist kaum noch etwas zu spüren. Irgendwas hat er anders gemacht, als du dir das erwartet hättest. Dumm nur: ihm war gar nicht klar, was genau du von ihm erwartest und er versteht überhaupt nicht, warum du auf einmal so böse bist.

 

Wie unbewusste Erwartungen Streit in der Beziehung auslösen

Tatsächlich entsteht viel Streit in Beziehungen wegen unbewusster und unausgesprochener Erwartungen dazu, wie der Mensch an unserer Seite sich in bestimmten Situationen verhalten sollte. Nur -  wie das Wort „unbewusst“ schon sagt: wir merken das gar nicht, oder erst viel zu spät, wenn der heftige Streit schon entstanden ist.

Solche unbewussten Erwartungen können zum Beispiel sein …

… dass er abends nach der Arbeit mit den Kindern spielt, damit du dich ausruhen kannst

… dass du jeden Abend das Abendessen für die Familie kochst

… dass er sich immer deine Arbeitssorgen anhört und dich aufbaut

… dass du selbstverständlich seine Wäsche bügelst

… dass er dir endlich einen Heiratsantrag macht

… dass du dich fit hältst, um für ihn attraktiv zu sein

… dass er bei einer Party stets mit liebevollen Gesten an deiner Seite bleibt

… dass er wochenends Zeit mit dir verbringt, statt vor der dem Fernseher zu hängen

„Gerade, wenn es um unseren Partner geht, dann haben wir ja alle viele, viele Erwartungen – bewusste wie unbewusste“, erklärt Persönlichkeits-Coach Nicholas Pesch. „Die wichtigste Funktion deines Partners ist natürlich nicht, dass er dir alle deine Wünsche erfüllen muss und all deinen Erwartungen entsprechen muss – genauso wenig, wie du alle Erwartungen deines Partners erfüllen musst und auch kannst.

 

Insofern, so der erfahrene Coach, „ist es in der Partnerschaft ganz, ganz wichtig, zuerst einmal zu realisieren und ganz bewusst wahrzunehmen: Welche Erwartungen habe ich eigentlich an meinen Partner und welche Erwartungen hat mein Partner an mich? Und dann ist es in einer Partnerschaft existentiell wichtig, dass man sich miteinander über solche Erwartungen austauscht.“

Dabei geht es dann darum herauszufinden: Welche dieser Erwartungen können wir gegenseitig erfüllen? Welche wollen wir gegenseitig erfüllen? Und welche auch nicht?

Unbewusste Erwartungen an unseren Beziehungspartner können die Beziehung sehr belasten, wenn sie immer wieder enttäuscht werden.
Unbewusste Erwartungen an unseren Beziehungspartner können die Beziehung sehr belasten, wenn sie immer wieder enttäuscht werden.
Foto: iStock

„Worum es da geht, was wir trainieren müssen“, so Pesch, „wenn wir einen entspannten Umgang mit unseren Erwartungen, mit unseren Zukunftsvorstellungen erlernen wollen, ist nichts anderes, als Flexibilität - also die Fähigkeit, Dinge zu entwickeln, das Beste dafür zu geben, dass wir sie erreichen und sie aber auch loslassen zu können.

 

Was kann mein Partner tatsächlich leisten?

Glückliche Paare wissen also um ihre Erwartungen an eine Beziehung und einen Beziehungspartner - sind aber fähig dazu, von diesen Erwartungen Abstand zu nehmen und den Blick dafür zu öffnen, was der Partner tatsächlich für uns und die Beziehung leisten kann und möchte.

So können sie genau diese positive Eigenschaften und Handlungen schätzen – statt immer wieder enttäuscht zu sein, weil der Partner nicht irgendwelche unbewussten Erwartungen nicht entsprochen hat, von denen er gar nichts wusste.

 

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