RedaktionstestSelleriesaft-Kur im Test: Selbst gepresst oder gekauft - bringt das etwas?

Jeder trinkt jetzt Selleriesaft. Wieso eigentlich? Das wollten wir genauer wissen und haben die Selleriesaft-Kur für euch getestet. Was passiert, wenn man 14 Tage lang Selleriesaft trinkt? Und gibt es Unterschiede zwischen gekauftem oder selbstgepresstem Saft? 

Wer in sozialen Medien unterwegs ist, sieht dieses Jahr grün. Denn dem begegnen unweigerlich Bilder von Saftpressen, Gemüsesaft-Gläsern und einem Berg Stauden. Wieso? Die Welt trinkt jetzt Selleriesaft. Das traditionelle Suppengemüse erlebt eine Wiedergeburt als Superfood. 

Warum? Wer recherchiert, stellt schnell fest: Sellerie soll so ziemlich gegen alles helfen. Im Vordergrund steht vor allem die entgiftende Wirkung. Ein Saft am Morgen soll die Gallensäfte im Magen anregen, die Verdauung unterstützen und vor allem den Darm reinigen. Ein Wundermittel? Das haben wir uns gefragt und uns trotz verzogener Gesichter ("Wer trinkt denn freiwillig Selleriesaft?") der Kur gestellt.

Drei Redakteurinnen haben zwei Wochen lang zwei verschiedene Kuren getestet. Während Lisa und Tina jeden Morgen fleißig Sellerie gepresst haben, hat Mareike die Saftkur von Kale & Me getestet.

 

Selleriesaft selbst pressen: Der Test

Für die Kur wird empfohlen, täglich 500ml Saft morgens auf nüchternen Magen zu trinken. Schnell fällt einem da auf: 500ml, ein halber Liter, das ist ganz schön viel! Man kann sich aber auch langsam herantasten und mit 250ml starten. Dazu kommt, dass man für viel Saft auch viel Sellerie braucht. Mit einer Staude pro Person kommt man - je nach Größe - für die empfohlene Menge Saft nicht immer aus.  

Lisas Fazit zur Selleriesaft-Kur

"Bei unserem Selleriesaftexperiment durfte ich zwei Wochen lang die frische Variante testen und Sellerie selbst pressen – was ein ganz schöner Aufwand war. Allein die Vor- und Nachbereitung entpuppte sich als richtiger Zeitfresser: Sellerie waschen, Sellerie schneiden, die Maschine vorbereiten, dann das eigentliche Pressen gefolgt von aufwendigem Reinigen und Auseinanderbauen. Zusammen ergab das einen Zeitaufwand von mindestens 20 Minuten am Tag. Aus einer Staude Sellerie haben wir ungefähr ein Glas puren Saft gewonnen. Pro Kopf kamen wir so auf ungefähr 25 Euro für zwei Wochen Selleriekur.

Nach dem Pressen folgt das Trinken: Tatsächlich fiel es mir viel leichter als gedacht, morgens noch auf leeren Magen den kalten, grünen Saft zu trinken. Auch an den Geschmack habe ich mich schnell gewöhnt. Lediglich der Geruch hat mich jedes Mal aufs Neue irritiert. Wenn ich Sellerie rieche, muss ich einfach sofort an heiße Hochzeitssuppe denken. Da kam die eiskalte Erfrischung immer etwas plötzlich und unerwartet.

Körperliche Veränderungen habe ich in den zwei Wochen an mir nicht festgestellt. Das kann aber auch daran liegen, dass wir die Kur auf ein Glas am Morgen für nur zwei Wochen beschränkt haben. Doch die empfohlene Menge von täglichen 500 Millilitern ist einfach zu viel für meinen Magen, meine Geschmacksknospen und meine Nerven."

Tinas Fazit zur Selleriesaft-Kur

"Zuerst wusste ich nicht so richtig, was ich davon halten soll, jeden Morgen als erstes ein großes Glas Selleriesaft zu mir zu nehmen. Aber da ich bei einer Fitness- oder Ernährungs-Challenge eigentlich immer gerne dabei bin, habe ich auch dieses Mal mitgemacht.

Sellerie war für mich zuvor immer ein Gemüse, dass ich zwar mal gegessen habe, aber nie regelmäßig. Umso überraschter war ich herauszufinden, dass mich der Geschmack – auch in Saftform und an jedem Tag – überhaupt nicht stört. Gerade wenn das Getränk schön gekühlt ist, lässt es sich gut trinken und hat zumindest mir direkt das Gefühl gegeben, gesund in den Tag zu starten. Nach 14 Tagen konnte ich leider trotz der vielen tollen Wirkungen, die Sellerie zugeschrieben werden, noch keine besonders auffälligen positiven Veränderungen feststellen. Dazu muss man die Selleriesaft-Kur wohl über einen längeren Zeitraum durchführen. Dennoch kann ich für meinen Teil sagen, dass ich aufgrund meines gesunden Starts in den Tag mit dem Selleriesaft auch den Rest des Tages über häufig gefühlt gesünder als sonst gegessen habe. Und das ist meiner Meinung auf jeden Fall etwas Gutes. Außerdem lässt sich mithilfe der Selleriesaft-Kur auf einfache Art mehr Gemüse essen und man startet schon morgens damit.

Einmal zur Einordnung: Ich habe vor allem den selbstgepressten Selleriesaft getrunken, die Saftkur von Kale & Me aber auch einmal probiert. Generell muss ich sagen, dass mir der pure Saft etwas besser geschmeckt hat - vielleicht weil ich mich zu diesem Zeitpunkt schon an den Geschmack gewöhnt hatte? Dennoch stimme ich Mareike zu: Eine fertige Kur spart eindeutig Zeit und außerdem ist die feine Zitronennote, die die Säfte von Kale & Me enthalten, vielleicht genau für diejenigen richtig, die mit dem Geschmack von Sellerie eigentlicht nicht so viel anfangen können, eine solche Kur aber trotzdem gerne ausprobieren möchten.“

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Wir haben Selleriesaft sowohl frisch gepresst, als auch als fertige Kur getestet.
Wir haben Selleriesaft sowohl frisch gepresst, als auch als fertige Kur getestet.
Foto: privat
 

Selleriesaft-Kur von Kale & Me im Test

Die Kale & Me - Kur wird bereits abgefüllt in Flaschen fertig geliefert - ist damit also nicht frisch. Da die Säfte jedoch kaltgepresst und gekühlt werden, sollen trotzdem alle wichtigen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Dazu gibt es jeden Morgen einen Ingwer-Shot. Der wird eine halbe Stunde nach dem Selleriesaft zum Frühstück getrunken.

Mareikes Fazit zur Selleriesaft-Kur

"Puh, die erste Flasche war ganz schön eklig. Aber man gewöhnt sich wirklich schnell an den Geschmack. Die ersten Tage ging es mir gut damit, meinen Tag mit Selleriesaft zu starten. Man fühlt sich frisch und trinkt automatisch mehr. Dadurch hatte ich kaum Hunger, als es Zeit für das Frühstück war und ich habe generell weniger gegessen.

Nach etwas mehr als einer Woche musste ich die Kur jedoch abbrechen. Denn aus der Appetitlosigkeit wurde mit jedem Tag etwas mehr Übelkeit und ich hatte mit Bauchschmerzen zu kämpfen. Das soll am Anfang durchaus normal sein, da die Beschwerden jedoch schlechter statt besser wurden, habe ich den Test dann schweren Herzens beendet. Da ich zu Sodbrennen neige, wogegen die Kur ebenfalls helfen soll, hatte ich mir eine Besserung erhofft, leider war das Gegenteil der Fall. 

Ich muss dazu sagen: Die Kur war nicht schlecht. Ich reagiere jedoch ohnehin empfindlich auf gelagerte Lebensmittel und da Sellerie zudem eins der Hauptallergene ist, vermute ich, dass die Säfte einfach zu viel für meinen Körper waren.

Klarer Vorteil der Kale & Me-Kur ist aber die Zeitersparnis! Während meine Kolleginnen noch in der Küche standen, saß ich schon längst wieder am Schreibtisch und konnte mein Frühstück genießen. Für Menschen, die wenig Zeit haben (und bestenfalls keine Histaminintoleranz) ist die Kur also wirklich zu empfehlen, gerade weil die Säfte derzeit die einzigen sind, die so frisch gekauft werden können. Die gekaufte Kur ist deutlich alltagstauglicher!

Ich habe dann noch eine Woche selbstgepressten Saft getrunken, vor allem um Vergleiche zu haben. Die frischen Säfte habe ich besser vertragen. Leichte Allergiesymptome, wie eine versopfte Nase, bekam ich aber auch hier zu spüren. Ansonsten: Leider nichts. Von den wundersamen Veränderungen, von denen ich vorher gelesen hatte, konnte ich leider keine feststellen."

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