Neue VerhütungsmethodeVasalgel: Wie funktioniert die Verhütung für den Mann?

Das Vasalgel soll der langersehnte Durchbruch in der Gleichstellung der Geschlechter im Hinblick auf die Verhütung sein. Bisher war die Verhütung primär Frauensache und Männer konnten nur durch Kondome oder durch eine Vasektomie ihren Teil dazu beitragen, doch damit soll Schluss sein.

Inhalt
  1. Wie funktioniert das Vasalgel?
  2. Wann kommt das Vasalgel auf den Markt?
  3. Pro und Contra des Vasalgels
  4. Wie es zu dem Vasalgel kam


 

 

Wie funktioniert das Vasalgel?

Vasalgel als hormonfreie Langzeitverhütung soll dabei Abhilfe schaffen.
Dabei wird ein Polymer in den Samenleiter gespritzt, verengt diesen und wirkt dabei wie ein Sieb. Ejakulationen sind weiter möglich, sodass dem Spaß im Bett keinen Abbruch getan wird, nur die Spermien werden nicht durchgelassen.
So eine Injektion, die in einem schmerzfreien 15 Minuten Eingriff durchgeführt wird, soll bis zu 10 Jahren erfolgreich verhüten.
Sollten du und dein Herzensmann sich vor Ablauf dieser 10 Jahren mit der Familienplanung auseinandersetzen, so kann die Wirkung des Vasalgels durch ein weiteres Lösungsmittel rückgängig gemacht werden.
 

Das Vasalgel soll die Verhütung endlich auch zur Männersache machen
Foto: iStock
 

Wann kommt das Vasalgel auf den Markt?

Nach den erfolgreichen Versuchen an Affen und Kaninchen sollen Anfang 2018 klinische Studien an Menschen durchgeführt werden, damit das Vasalgel Ende 2018 vorerst in den USA, in Europa und in Kanada auf den Markt gebracht werden kann. Das Gel soll zu erschwinglichen Preisen zu kaufen sein, damit auch Menschen mit geringem Einkommen sicher verhüten können.
 

 

Pro und Contra des Vasalgels

Da es jährlich 89 Millionen ungewollte Schwangerschaften weltweit wegen misslungener Verhütung oder durch den kompletten Verzicht auf Verhütung gibt, ist ein langfristiger Schutz notwendig. Das Vasalgel hat kaum Nebenwirkungen, weil es nicht in den Hormonhaushalt des Körpers eingreift.
Eine eventuelle Nebenwirkung ist das Spermagranulom. Spermien dringen wie bei einer Vasektomie in umliegende Gewebe ein und können zur Impotenz führen.
Aber: Das Vasalgel schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV, Syphilis, Hepatitis und Chlamydien.
Einzig die Frage nach der Finanzierung bleibt noch offen: Die Pharmakonzerne würden durch eine 10 Monate notwendige Injektion nicht den gleichen Umsatz erzielen wie mit monatlichen Pillenverpackungen. Durch das Vasalgel wird ein Rückgang der Anti-Baby-Pille erwartet und somit ein Rückgang des wichtigsten Umsatzanteils.

Das Vasalgel wird direkt in den Samenleiter gespritzt
Foto: iStock

 

 

Wie es zu dem Vasalgel kam

In den 1970er Jahren wurde in Indien unter dem Namen ‚Risug‘ bereits ein ähnliches Produkt getestet. Dieses hat sich auf die Wände des Samenleiters gelegt und vorbeifließende Spermien beschädigt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO stoppte jedoch die Testreihe an Männern, da es zu Unregelmäßigkeiten in den Studien kam.
Zwischen 2009 und 2011 wurde eine Studie für die Anti-Baby-Spritze für Männer durchgeführt. Diese wurde alle 8 Wochen verabreicht, sodass ein Schutz für 2 Monate bestand. Aufgrund der stark dosierten Hormone litten 10% der Studienteilnehmer an schwerwiegenden Nebenwirkungen und die Studie wurde vorübergehend abgebrochen. 
Das Vasalgel soll nun endlich den gewünschten Erfolg bringen. Über 2 Jahre wurde diese Injektion durch die Parsemus Foundation und durch die University of California an Affen getestet, mit dem Ergebnis, dass es keine einzige Schwangerschaft und kaum Nebenwirkungen gab. Auch die Versuche mit Kaninchen erzielten die gleichen Ergebnisse – es gab keine Befruchtungen, keine körperlichen Veränderungen und keine Verhaltensauffälligkeiten.


Bleibt uns nur noch zu hoffen, dass das Vasalgel bald auf den Markt kommt, damit die Verhütung nicht länger Frauensache bleibt und wir uns auch mal hormonbefreit zurücklehnen können.

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