Abgesplittert oder ganz raus

Zahn abgebrochen: 7 Dinge, die du jetzt sofort tun musst!

Es kann Kindern und Erwachsenen gleichermaßen passieren: ein Zahn ist abgebrochen. Jetzt ist schnelles Handeln angesagt, um den abgesplitterten Zahn zu retten.

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Es passiert beim Spielen, beim Sport oder durch einen kleinen Unfall - ein Teil des Zahns ist abgebrochen oder abgesplittert. Was du nun tun solltest.

Zahn abgebrochen: Schnell abgesplittert bei Kindern und Erwachsenen

Gerade war dir Welt noch in Ordnung, doch plötzlich reißt dich der Schmerz oder Schock aus dem Alltag. Ein Zahnunfall kann immer passieren. Doch was tun, wenn der Zahn abgebrochen oder abgesplittert ist?

Im Falle, dass du, deine Kinder oder jemand, den du kennst, einen abgebrochenen Zahn hat, ist schnelle Hilfe vonnöten. Dabei kann ein Stück Zahn wirklich immer abbrechen. Situationen gibt es wie Sand am Meer.

Wenn Kinder spielen, kann es besonders schnell dazu kommen - einmal irgendwo blöd hingefallen oder in einer nicht ganz ungefährlichen Situation einen Stein oder Ball ins Gesicht bekommen. Zack, und schon gibt es ein abgebrochenes Stück Zahn. Aber auch Erwachsene kann es erwischen, egal ob beim Sport, durch einen Unfall oder den Biss auf einen Stein im Salat oder einen Kirschkern, der dummerweise in der Torte gelandet ist.

Manchmal kommt es zudem leider vor, dass jemand einen ausgeschlagenen Zahn hat - Schlägereien kommen leider vor. Ein ausgeschlagener Zahn kann aber auch versehentlich vorkommen, wenn jemand beispielsweise mit dem Ellbogen ausschert und einen anderen Menschen übersieht, bspw. beim Fußball. Da kann ein Zahn auch mal komplett abgebrochen sein. Bei Kindern wird übrigens auf das Einsetzen von Milchzähnen oftmals verzichtet, da der neue Zahn schon darunter liegt und beschädigt werden könnte.

Dabei kann es sowohl einen kleinen Splitter geben, was meist nicht so weh tut, aber das Zahnbruchstück kann durchaus auch den halben Zahn umfassen. Das hat womöglich auch einen Schmerz zur Folge, der nicht von dieser Welt zu sein scheint - vor allem, wenn die Zahnwurzel mit betroffen ist und offen liegt. Allerdings kann ein Zahn auch durch schlechte Zahnpflege abbrechen und so beschädigt werden. Karies und Co. lassen grüßen.

Doch egal, ob Höllenqualen oder wenig Schmerz - wichtig ist jetzt schnelles Handel, um den abgebrochenen Zahn zu retten. Denn wenn Menschen ihren Zahn verlieren, ist es vermutlich auch aus ästhetischer und finanzieller Sicht besser, den abgebrochenen Zahn wieder mit dem Original zu reparieren. Zudem ist es auch bei kleinen Absplitterungen am Zahn wichtig, in die Praxis zu gehen, da der Zahnschmelz an der Stelle nicht intakt ist - ein Einfallstor für alles, was Zähnen Schmerzen bereitet.

Bricht ein Implantat ab oder eine Zahnkrone raus, ist es vielleicht in manchen Fällen nicht so gravierend und schmerzhaft, muss aber trotzdem umgehend bei der Zahnärzt*in als Notfall behandelt werden. Das ist ähnlich wie bei einer Füllung, die herausfällt. Denn was beschädigt ist, sollte besser schnell repariert werden. Außerdem kann bei jedem Zahnunfall auch der Kiefer beschädigt sein.

Ist der echte Zahn abgebrochen, ist auf jeden Fall eine Zahnärzt*in notwendig. Aber du kannst schon vorsorgen oder Erste-Hilfe-Maßnahmen ergreifen - denn wie bei einem abgetrennten Finger zählt jetzt wirklich jede Minute, um einen Schneidezahn, Backenzahn oder Eckzahn zu retten.

Stück Zahn abgesplittert: So kannst du ihn retten

Ist ein Stück Zahn abgesplittert, geht es nicht um Stunden, sondern um Minuten des richtigen Handelns. Die richtige Behandlung in den ersten Minuten kann den Zahn retten und hilft der Zahnärzt*in, den abgebrochenen Zahn wieder komplett anzubringen. Dabei geht es um konkrete Handlungsempfehlungen sowie Hausmittel rund um den Mund und Zahn, damit bis zum Ankommen in der Praxis das abgebrochene Stück auch am Leben bleibt.

Ruhe bewahren

Wird dir bewusst, dass dein Zahn abgebrochen ist, kommt erstmal Panik auf. Das ist allerdings kontraproduktiv. Du stehst verständlicherweise unter Schock und bist mit Adrenalin vollgepumpt. Wenn dir das allerdings bewusst ist und du weißt, was du tun musst, kannst du mit Bedacht handeln und den abgebrochenen Zahn retten.

Bei Erwachsenen hilft vielleicht die Erinnerung daran, dass du mal Milchzähne hattest, die ausgefallen sind. Es ist also nicht das erste Mal, dass du erlebst, dass ein Zahn abbricht. Zudem sollten Erwachsene in Gegenwart von Kindern möglichst ruhig agieren, um sie nicht in Panik zu versetzen. Die Kids haben auch so schon genug Angst in diesem Moment und brauchen die Hilfe ihrer Bezugspersonen.

Blutung stoppen

So ein ungewollt beschädigter Zahn kann eine ziemlich blutige Angelegenheit sein. Du solltest schauen, wo die Blutung genau ist und sie - am besten mit einem Wattepad aus dem Erste-Hilfe-Kasten (kennst du aus der Zahnarzt-Praxis) - stillen und stoppen.

Zahnbruchstücke im Mund suchen

Es kann sein, dass Stücke des Zahns noch im Mund sind, auch wenn einige Teile woanders liegen. Daher ist es wichtig, eventuelles Blut sowie Speichel erstmal nicht zu schlucken und festzustellen, ob sich im Mund noch (weitere) Stücke des Zahns befinden. Gerade ein abgebrochener Backenzahn befindet sich auch nicht direkt vorne im Mundraum. Bei der Suche kann die Zunge helfen - aber Vorsicht, es könnten scharfe Kanten lauern, also sehr vorsichtig sein.

Abgebrochenen Zahn suchen

Vor allem bei Schneidezähnen und Eckzähnen kann es gut sein, dass der betroffene Zahn beim Unfall aus dem Mund fliegt. Solltest du also nicht alle Stücke im Mund finden können, ist es wichtig, schnell in der unmittelbaren Umgebung nach den Zahnbruchstücken zu suchen.

Betroffene Stelle kühlen

Wenn es zum Zahnunfall kommt, ist die Kühlung der Stelle wichtig. Damit werden Schwellungen des Zahnfleisches zumindest etwas verhindert, was auch der Zahnärtz*in helfen kann, das Bruchstück wieder anzubringen.

Du solltest allerdings darauf achten, dass du dir keine Erfrierungen zuziehst. Alternativ kannst du auch erstmal einen Waschlappen mit kaltem Wasser nehmen - der blutet unter Umständen zwar voll, aber das ist in dem Moment nicht so wichtig.

Zahnrettungsbox

Bestens auf einen abgebrochenen Zahn vorbereitet bist du mit einer sogenannten Zahnrettungsbox. Sie beinhaltet eine Lösung samt Transportbox für die sichere Aufbewahrung, in die du den Zahn einlegen kannst, bis du beim Zahnarzt oder der Zahnärzt*in bist. Damit rettest du deinen Zahn, da das Stück bis zu 48 Stunden in der gebrauchsfertigen Lösung überleben kann.

Zahnarzt-Praxis oder Notdienst informieren

Du solltest umgehend Zahnarzt oder Zahnärzt*in oder - vor allem am Wochenende oder nach Feierabend - den zahnärztlichen Notdienst anrufen. Dort wird man dann vorbereitet sein auf deine baldige Ankunft und kann dir wertvolle Tipps geben.

Zahn abgebrochen oder abgesplittert: Hausmittel und Hilfsmittel

Solltest du mal keine Zahnrettungsbox zur Hand haben, um dein Bruchstück aufzubewahren, kannst du als Maßnahme der Ersten Hilfe auch auf einige Hausmittel und Hilfsmittel zurückgreifen.

H-Milch

Milch ist gut für die Zähne, hieß es früher immer. Gerade für die Milchzähne war dieser Satz durchaus einleuchtend, allerdings hat Milch auch für einen abgebrochenen Zahn eine lebensverlängernde Funktion. Besonders gut ist in diesem Fall kalte H-Milch - das heißt, sie sollte aus dem Kühlschrank kommen. Darin aufbewahrt kann der Zahn maximal 1 bis 2 Stunden frisch gehalten werden, bevor er für immer verloren ist.

Speichel

Solltest du weder die Rettungsbox, noch die H-Milch zur Hand haben, kannst du einen Zahn notfalls auch mit Speichel über die Runden bringen. Notfalls deswegen, weil du dann wirklich schnell bei deiner Zahnärzt*in sein solltest. Diese Maßnahme verlängert das Leben des Zahnbruchstücks um maximal 15 bis 30 Minuten.

Kochsalzlösung aus der Apotheke

Eine Kochsalzlösung kommt in der Medizin oft zum Einsatz - so auch, wenn der Zahn abgesplittert oder abgebrochen ist. Darin ist der Zahn bis zu 30 Minuten haltbar. Erhältlich ist die Lösung in jeder Apotheke.

Zahn abgesplittert: Was du auf keinen Fall tun darfst

Es gibt neben den wichtigen To-Dos aber auch Dinge, die du keinesfalls machen darfst mit einem abgebrochenen Zahn. Denn wenn du dich falsch verhältst, ist es mit der Behandlung des abgesplitterten Zahns mitunter schon vorbei, bevor es überhaupt angefangen hat. Zumindest mit dem Original-Zahn.

Zahn im Mund aufbewahren

Wenn Speichel gut für den Zahn ist, dann ist es bestimmt auch der Mund - denkste. Der Gedanke ist zwar naheliegend, ist allerdings völlig fehl am Platz. Im Mund lauern zum einen viele Keime, und da reicht es, dass schon die Abbruchstelle dieser Gefahr ausgesetzt ist.

Zum anderen besteht die Gefahr, den Zahn zu verschlucken. Das kann insofern gefährlich werden, da er mitunter scharfe Bruchstellen hat, die für Verletzungen sorgen können. Du würdest ja auch keine Glasscherben essen.

Zahn waschen

Ist der Zahn einmal abgebrochen oder ein Teil abgesplittert, solltest du davon absehen, das Stück selbst zu reinigen oder zu desinfizieren. Das erledigt die Zahnärzt*in dann schon selbst fachgerecht. Wenn du Pech hast, verlierst du so nämlich weitere Teile des lädierten Zahns oder beschädigst ihn.

Zahn probehalber wieder einsetzen

Ist der Zahn einmal draußen, sollte er nicht selbstständig an die Bruchstelle gesetzt werden. Das kann in so einem Fall zu weiteren Beschädigungen führen und die Zahnwurzel im Zweifel reizen, sollten Schmerzen bestehen.

Zahn selbst kleben

Ebenso ist es keine gute Idee, den Zahn selbst wieder anzukleben, wenn er abgebrochen ist. Nicht umsonst brauchst du eine langjährige Ausbildung, um Zahnärzt*in oder Assistent*in dieser Person zu werden.

Du würdest ja auch keine Wurzelbehandlung einfach selbst durchführen. Die Folgen wären Entzündungen, Eiter, Verfärbungen oder auch eine erhöhte Empfindlichkeit der Zähne. Eis essen oder Nüsse beißen ist dann nicht mehr - das ist die Sache nicht wert.

Zahn abgebrochen: Krankenkasse zahlt in der Regel

Normalerweise übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Behandlung eines abgebrochenen oder abgesplitterten Zahn. Allerdings wird sie sich dafür den zahnärztlichen Befund anschauen. Kannst du wenig dafür, steht der Übernahme aber in der Regel nichts im Wege.

Artikelbild und Social Media: coffeekai/iStock (Symbolbild)