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Birkenzucker: Wie gesund ist Xylit für die Zähne?

Was ist Birkenzucker? Ist Birkenzucker gesund und hilft Xylit den Zähnen? Alle Infos dazu gibt's hier.

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Birkenzucker (Xylit oder auch Xylitol) ist im Trend. Aber ist der Haushaltszucker-Ersatz auch wirklich gesund? Was Xylit mit Zähnen macht, ob Birkenzucker Kalorien hat und ob er für Diabetiker geeignet ist, erfährst du bei uns.

Birkenzucker: Gesunder Zucker aus Birkenholz hergestellt?

Der Name Birkenzucker verrät uns schon, mit was wir es bei der auch Xylit bzw. Xylitol genannten Zuckeralternative zu tun haben. Oder? Nicht so ganz, denn tatsächlich führt der Name Birkenzucker etwas in die Irre.

Die natürliche Süße kann aus Bestandteilen von Birkenholz hergestellt werden, die sogenannten Xylane, auch als Holzgummi bekannt. Allerdings ist das in der Regel nicht der Fall, wie auch die Verbraucherzentrale festgestellt hat. Zur Birkenzucker-Herstellung werden - wie Stichproben ergeben haben - meist Maiskolbenreste aus der Landwirtschaft oder auch Stroh benutzt. Also besteht Xylit oft einfach nur aus landwirtschaftlichen Abfällen. Aber: Es werden auch keine Bäume gefällt - so gesehen ist das also auch wieder nachhaltig. Zudem könnten auch andere Hölzer an Stelle des Birkenholzes zur Xylit-Herstellung benutzt werden.

Natürlich ist der Zuckerersatz also nicht unbedingt, denn zur Xylit-Herstellung braucht es einige Schritte, um mit Hilfe von Lauge und Säuren die alternative Süße industriell herzustellen. Sozusagen ist Birkenzucker kein Naturprodukt, dennoch ist er trotz der viel aufwendigeren Herstellung in mancher Hinsicht als Ersatz zu herkömmlichem Zucker geeignet.

Allerdings hat es direkt im Mund einen etwas anderen Effekt als Zucker. Denn Xylitol hat die Eigenschaft, dass beim Kontakt mit Speichel ein Kühlungseffekt eintritt. Das liegt daran, dass der Umgebung Wärme entzogen wird. Birkenzucker ist also süß und kühl zugleich - das ist interessant, schmeckt aber sicher auch nicht jedem Mensch, wenn er Süßes will. Für einige Menschen ist Xylitol trotzdem das Mittel der Wahl, aus verschiedenen Gründen.

Auf Verpackungen von Lebensmitteln wird neben dem Begriff Xylit in der Zutatenliste auch die E-Nummer für Zusatzstoffe verwendet: E967. Der Stoff, der 1890 vom Chemiker Emil Fischer entdeckt wurde, gehört chemisch gesehen zu den Zuckeralkoholen. Die Frage, die sich viele stellen ist: Können trockene Alkoholiker Birkenzucker gefahrlos essen? Diese Frage kann mit Ja beantwortet werden, denn mit dem herkömmlichen Alkohol hat Xylit nichts zu tun. Es geht hierbei nur um die chemische Struktur des Xylitols. Nebenwirkungen gibt es in diese Richtung keine. Selbst dein Körper stellt Xylit her: In der Leber werden Kohlenhydrate zu einem Teil auch in Birkenzucker umgewandelt.

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Xylit: Zähne profitieren vom Birkenzucker

Jetzt ist es natürlich nicht nur schlecht, wenn aus Restprodukten noch etwas Sinnvolles gewonnen werden kann. Denn tatsächlich kann Birkenzucker weiterhelfen. Besonders gesund ist Xylit für die Zähne, gerade im Hinblick auf Karies. Woran liegt das?

Dass Xylit zahnfreundlich ist, ist schon lange bekannt. Grund ist, dass es im Gegensatz zu Zucker keine kariesfördernde Wirkung im Mund gibt - vor Karies brauchst du bei der Einnahme von Birkenzucker also keine große Angst haben. Gleichzeitig ist eine antikariogene Wirkung, die also Karies vorbeugt, bislang nicht zweifelsfrei belegt worden. Trotzdem gab es schon die Idee, den Zuckerersatz zur Zahnpflege einzusetzen - zum Beispiel in der Zahnpasta. In zuckerfreien Kaugummis ist der Zuckeraustauschstoff allerdings oft enthalten.

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Birkenzucker: Kalorien sind kein Problem

Hat Birkenzucker Kalorien? Diese Frage ist berechtigt, schließlich hat der alternative Zucker rund 98% der Süßkraft von herkömmlichem Zucker. Kann es sich da noch um einen gesunden Zuckerersatz handeln?

Wie so oft ist es auch beim Birkenzucker so, dass es letztlich Vor- und Nachteile gibt. Die Kalorien zählen beim Xylit eher zu ersteren, denn darüber brauchst du dir tatsächlich nicht viele Gedanken machen - es eignet sich also auch beim Abnehmen. Insgesamt zählen 100 Gramm Birkenzucker rund 240 kcal. Im normalen Zucker sind im Vergleich 400 kcal pro 100 Gramm. Das liegt daran, dass es sich beim Birkenzucker nicht um echten Zucker handelt, sondern einen Zuckeraustauschstoff, der aus nicht verstoffwechselbaren Kohlenhydraten besteht.

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Birkenzucker: Diabetiker profitieren vom Xylitol

Einen echten Vorteil vom Birkenzucker haben Diabetiker, denn im Gegensatz zum Haushaltszucker hat der sogenannte Zuckeraustauschstoff keine Auswirkungen auf den Insulinspiegel.

Daher eignet sich der Birkenzucker bei Diabetes mellitus mit Blick auf den Blutzuckerspiegel. Du kannst damit zum Beispiel backen, denn das Süßungsmittel lässt die kalorienarmen Plätzchen nicht so schnell verbrennen wie im Normalfall. Erkrankte können den Zuckeraustauschstoff in Maßen einsetzen, doch von großen Mengen wird abgeraten, denn Xylit hat auch Nebenwirkungen.

Birkenzucker-Nebenwirkungen: Durchfall durch zu hohen Verzehr

Ist Birkenzucker immer gesund? Nein. Wie bei anderen Zuckeraustauschstoffen, ist auch  Xylit leider nicht uneingeschränkt gut für den Körper. Das Problem liegt darin, dass unser Blut den Birkenzucker nur bedingt aufnehmen kann.

Das überschüssige Xylitol landet dann im Darm und führt zu typischen Birkenzucker-Nebenwirkungen. Die Bakterien dort unten freuen sich über die Nahrung und fressen fleißig den Zuckerersatz. Dabei stoßen sie allerdings Gase aus, die zu Blähungen und Durchfall führen. Auf Lebensmitteln mit mehr als 10% E967 muss auch ein Hinweis zu den Verdauungsproblemen stehen.

Hast du eine Fruktose-Intoleranz, solltest du bei deiner Ernährung ebenfalls nicht auf die positiven Effekte des Zuckeralkohols setzen. Selbst geringe Mengen können in diesem Fall die Symptome der Krankheit hervorrufen.

Birkenzucker: Gesund für den Hund? Auf gar keinen Fall!

Birkenzucker ist nicht für alle Lebewesen gesund. Für einige ist der Stoff sogar hochgradig giftig - zum Beispiel für Hunde, Kaninchen, Ziegen, Frettchen oder Rinder. Frisst dein Hund Birkenzucker, erleidet er eine Xylitvergiftung und könnte daran sterben. Wenige Gramm reichen für die tödliche Dosis.

Das Problem hierbei ist, dass Xylitol bei diesen Tieren eine Erhöhung des Insulinspiegels auslöst. Dadurch kann es zu einer massiven Unterzuckerung kommen. Bei Katzen wurde hingegen ein anderer Effekt festgestellt: Eine Studie im "Journal of Veterinary Dentistry" fand heraus, dass mit Xylit angereichertes Wasser sowohl Plaque als auch Zahnstein bei den kleinen Tierchen verbessern kann. Generell sind birkenzuckerhaltige Lebensmittel für Katzen oder auch Pferde unbedenklich.

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