Doch kein Unkraut?Brennnesseltee-Wirkung: Das passiert, wenn du ihn trinkst

Welche Wirkung Brennnesseltee hat, verraten wir dir im Artikel. Einiges davon ist sehr erstaunlich.

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Inhalt
  1. Brennnesseltee: Wirkung dank vieler Inhaltsstoffe
  2. Brennnesseltee: Wirkung und wie das Kraut noch hilft
  3. Brennnesseltee: Nebenwirkungen in der Schwangerschaft
  4. Brennnesseln pflücken oder Tee kaufen?
  5. Brennnesseltee: Zubereitung und Rezept

Tee ist meist sehr gesund. Doch gilt das auch für Brennnesseltee? Die Wirkung des ungewöhnlichen Brühgetränks ist jedenfalls erstaunlich, was auch an den Inhaltsstoffen der Pflanze und ihren Auswirkungen auf den Körper liegt.

 

Brennnesseltee: Wirkung dank vieler Inhaltsstoffe

Es mag erstmal etwas seltsam anmuten: Brennnesseln als Nahrungsmittel. Für die Gesundheit, gegen Beschwerden. Kann das wirklich funktionieren? Schließlich macht sich beim Berühren der Pflanze ein höllisches Brennen auf der Haut bemerkbar. (Kleiner Tipp: Apfelessig oder Seifenwasser helfen.). Wie kann der Tee da anders wirken?

Vorab gesagt, du musst keine Angst haben, dass dir der Tee ein Brennen im Mund und der Speiseröhre bereitet. Die richtige Anwendung des Mittels ist ganz leicht, doch erstmal geht es um die Inhaltsstoffe.

Brennnesseltee ist aus den Blättern der Brennnessel. Relevant sind hier die Große Brennnessel (Urtica dioica) und die Kleine Brennnessel (Urtica urens). Die Blätter werden getrocknet und zerkleinert, danach kann der Tee aufgebrüht werden.

In den Blättern der Brennnessel finden sich unter anderem Vitamin A und Vitamin C. Die Menge an Vitamin C in der Pflanze ist mit rund 300 mg pro 100 g deutlich höher als etwa in Zitronen oder Orangen. Auch einige B-Vitamine wie Folsäure sind enthalten, zudem Vitamin E.

Außerdem enthalten sind in der Brennnessel Flavonoide (Blütenfarbstoffe oder auch Polyphenole), Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Kieselsäure, Caffeoyläpfelsäure, Chlorogensäure und Gerbstoffe.

In den Brennhaaren, die den unsäglichen Schmerz verursachen, ist Ameisensäure enthalten - daher kommt das Brennen auf der Haut. Zudem werden bei der Berührung Histamine in die Haut injiziert, die für die unangenehmen Quaddeln und Pusteln sorgen. Zum Glück hat genau das für den Brennnesseltee Vorteile.

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Brennnesseltee: Wirkung und wie das Kraut noch hilft

Der Brennnesseltee hat dank der enthaltenen Stoffe eine meist gute Wirkung auf den Körper, doch wie immer gibt es auch einige Ausnahmen, bei denen Nebenwirkungen möglich sind und von einem Konsum des Tees aus der Brennnessel abzuraten ist. Prinzipiell kann Brennnesseltee aber als natürliches Heilmittel angesehen werden, das schon seit langer Zeit bekannt ist.

Die getrockneten Blätter bieten bei der Anwendung als Brennnesseltee eine entwässernde Wirkung, da die Flavonoide eine leicht harntreibende Wirkung haben. Das hilft gegen Harnwegsinfektionen und kann eine aufkeimende Blasenentzündung aufhalten.

Zudem wird Brennnesseltee eine lindernde Wirkung bei Heuschnupfen nachgesagt, da er eine abschwellende Wirkung haben soll, was mit dem Histamingehalt begründet wird. Die Österreichische Gesellschaft für Ernährung (OEGE) führt Tee aus Brennnesseln auf ihrer Liste histaminreicher Lebensmittel.

Daneben helfen dir natürlich auch die enthaltenen Vitamine und Spurenelemente, deinen Körper gesund und das Immunsystem in Schwung zu halten. Neben dem dem Brennnesseltee hat die Brennnessel aber auch noch weitere Einsatzgebiete und dort eine große Wirkung.

Brennnesselwurzeln sind hilfreich, falls du einen männlichen Partner mit einer gutartigen Prostatavergrößerung und entsprechenden Beschwerden hast. Ihm können die Extrakte eine Hilfe sein und hier positiv auf die Gesundheit wirken. Im Zweifel sollte aber klar sein, dass er zum Urologen geht und die genaue Vorgehensweise bespricht.

Brennnessel-Extrakt kann hingegen bei rheumatischen Beschwerden oder anderen Gelenkproblemen helfen, da es eine entzündungshemmende Wirkung hat.

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Brennnesseltee: Nebenwirkungen in der Schwangerschaft

Nebenwirkungen hat der Brennnesseltee nur selten. In seltenen Fällen kann es zu Magen-Darm-Beschwerden oder allergischen Reaktionen kommen.

Nicht verwendet werden sollten Brennnessel-Produkte von Personen mit Ödemen (Wassereinlagerungen im Körper), die durch eine eingeschränkte Nierenfunktion oder Herzfunktion entstanden sind.

Außerdem ist das Getränk aus Brennnesseln auch nicht geeignet für Schwangere, da die entwässernde Wirkung vor allem auf Wasser aus dem Blut zurückzuführen ist - Schwangerschaftsödeme haben andere Ursachen und können mit harntreibenden Tees nicht behandelt werden. Diese können in diesem Fall sogar die Thrombose-Gefahr erhöhen.

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Brennnesseln pflücken oder Tee kaufen?

Ob du die Blätter für den Brennnesseltee selbst ernten willst oder den Brennnesselblätter-Tee lieber fertig kaufst, bleibt dir überlassen. In Apotheken, Bio-Läden, Drogeriemärkten oder auch online solltest du gute Chancen haben, genügend Kraut in Bio-Qualität für ein paar Tassen zu kaufen.

Falls du dich fürs Brennnesseln pflücken entscheidest, solltest du besser dicke Gartenhandschuhe und langärmlige Kleidung tragen, da es sonst zur ungeliebten Reaktion auf der Haut kommt (die entgegen der Annahme die Durchblutung anregt und daher beim versehentlichen Berühren sogar eine positive Wirkung haben kann). Wichtig ist zudem der Standort der Brennnessel - am besten ist der Garten oder ein Ort in der Natur, wo auch viele andere Heilpflanzen wachsen. Die beste Erntezeit ist von Mai bis September. Ist es ein potenzielles Hundeklo oder direkt an einer Hauptstraße, solltest du trotz des hohen Gehalts an guten Stoffen von der Ernte und Zubereitung absehen.

Du solltest die Stängel bodennah abschneiden und an einem schattigen, gut belüfteten Ort kopfüber aufhängen. Sind die Blätter richtig trocken, kannst du sie zerreiben und in einer luftdichten Dose aufbewahren.

Für Brennnesseltee kannst du die Brennnesseln selbst pflücken und trocknen
Für Brennnesseltee kannst du Brennnesseln pflücken und trocknen
Foto: adrianam13/iStock

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Brennnesseltee: Zubereitung und Rezept

Wie bei vielen Tees kommt es beim Brennnesseltee auf die richtige Dosierung an. Mehr als 3 oder 4 Tassen am Tag solltest du laut Apotheken Umschau nicht zu dir nehmen. Wenn deine Beschwerden nicht nachlassen, solltest du nach einer Woche deine Ärztin aufsuchen.

Nun kommen wir aber zum Brennnesseltee-Rezept:

Für die Zubereitung einer Tasse brauchst du:

  • 2-4 TL getrockneter Brennnesseltee
  • 150 ml kochendes Wasser

Und so funktioniert's:

  • Tee in ein Teesieb geben und Wasser aufkochen.
  • Mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.
  • Möglichst zügig trinken.

Wichtig: Für Kinder unter 12 Jahren und ältere Menschen sollte auf alle Fälle eine niedrigere Dosierung verwendet werden, da sie stärker wirken kann. Im Zweifel fragst du in der Apotheke oder bei deiner Ärztin nach. Zudem solltest beim Genuss des Getränks nebenher genügend trinken, da der Tee aus der Pflanze einen harntreibenden Effekt hat.

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