GesundheitChlorallergie: Ursache, Symptome und Behandlung

Wer unter einer Chlorallergie leidet, reagiert mit Reizungen an den Schleimhäuten, Augen und der Haut. Vor allem der Aufenthalt in Schwimmbädern ist für Betroffene tabu. Wie du eine Chlorallergie erkennst.

Inhalt
  1. Ursache der Chlorallergie
  2. Symptome der Chlorallergie
  3. Behandlung der Chlorallergie

Chlor (griechisch chlōrós, dt. hellgrün) ist ein Giftgas, welches etwa im Ersten Weltkrieg - und im aktuellen Syrien-Konflikt - als chemische Waffe verwendet wurde. Diese Industriechemikalie wird auch als Bleichmittel verwendet - aber auch zur Desinfektion von Schwimmbad-Wasser. Denn Chlor reagiert mit Wasser u.a. zu Hypochlorits, welches das Schwimmwasser von Bakterien befreit.

Eine im Jahr 2006 durchgeführte Studie kam zu dem Ergebnis, dass Urin, Schweiß und Hautschuppen in Kontakt mit Chlorwasser bestimmte Nebenprodukte produzieren, die das Risiko für Blasenkrebs erhöhen. Deswegen ist die Vorschrift, vor und nach dem Schwimmen in Schwimmbädern zu duschen und nicht in das Chlorwasser zu urinieren, nicht zu vernachlässigen.

 

Ursache der Chlorallergie

Kein Wunder also, dass das menschliche Immunsystem auf Chlor durchaus mit Abwehr regieren kann: Es entsteht eine Chlorallergie. Wobei eine echte "Allergie" gegen Chlor, im klassischen Sinn, sehr selten ist. Häufiger tritt aber eine Chlor-Reizung auf, die umgangssprachlich als Chlorallergie bezeichnet wird.

 

Symptome der Chlorallergie

Chlor wirkt als Gas in erster Linie auf die Atemwege von Menschen und Tieren. Inhaliert man Chlor, werden zunächst die Schleimhäute gereizt, nach längerer Zeit kann es zu Atemnot, Bluthusten und Erstickungserscheinungen kommen.

Atmet man eine große Menge Chlor ein, kann es zum Lungenödem (Wasserlunge) und weiteren starken Lungenschäden führen. Schon 0,5 bis 1 Prozent Chlor in der Atemluft kann einen Atemstillstand hervorrufen. Chlor ist tödlich. Flüssiges Chlor wirkt ätzend auf der Haut. Höher konzentriert kann es Bronchitis, Herz- und Kreislaufschäden sowie Magenbeschwerden hervorrufen.

Leidet jemand an einer echten Chlorallergie, versucht das Immunsystem den Stoff zu bekämpfen. Dabei kommt es zu einer Ausschüttung des Botenstoffs Histamin, welches bei Entzündungen eine Anschwellung von Gewebe verursacht. Die Symptome einer Chlorallergie werden deutlich durch

  • Atemnot (Asthma) - Vorsicht vor Panikattacken!
  • Kreislaufprobleme
  • starker Hautausschlag mit Quaddeln und Pusteln
  • schuppige, trockene Haut
  • Schwindelgefühl
  • Erbrechen
  • Allergischer Schock (Lebensgefahr!)

Häufiger reagiert der menschliche Körper nicht mit einer Allergie auf Chlor, sondern mit einer Reizung. Die Symptome einer Chlorreizung sind

Je mehr Chlor im Wasser enthalten ist, desto heftiger fallen die Symptome aus der Chlor-Reizung aus. Auch das Schlucken von Chlorwasser kann zu schwerwiegenderen Symptomen führen.

 

Behandlung der Chlorallergie

Echte Chlorallergie kann mit Antihistaminika behandelt werden (Einnahme mehrere Stunden vor dem Schwimmbadbesuch!). Betroffene sollten den Kontakt mit Chlor vermeiden. Ob eine Chlorallergie vorliegt, kann ein Arzt diagnostizieren.

Wer zu Chlor-Reizungen neigt, sollte nicht zu lang im Chlorwasser verweilen und anschließend duschen - allerdings nicht zu heiß und nicht zu lange, um weitere Hautreizungen zu verhindern. Das Duschgel sollte pH-hautneutral sein oder gar völlig weggelassen werden. Zudem müssen Chlorallergiker auch auf andere Alltagsprodukte verzichten, die mit Chlor behandelt wurden, wie etwa Chlor-gebleichtes Toilettenpapier, Reinigungsmitteln, Papier, gebleichte Kleidung, gepökeltes Fleisch oder andere industriell hergestellte Nahrungsmittel.

Ebenso raten Experten, nach dem Schwimmen seinen Körper mit fetthaltigen Cremes einzumassieren, um den Feuchtigkeitsverlust der Haut auszugleichen. Denn unabhängig vom Chlorgehalt trocknet längerer Aufenthalt im Wasser die Haut aus. Das liegt daran, dass der natürliche pH-Wert der Haut bei 5,5 liegt, der des Wasser aber bei 7. Der Körper versucht den Wert auszugleichen, wenn er länger in der nassen Umgebung verweilt. Heißt auch: Je öfter und länger die Haut Wasser ausgesetzt wird, desto trockener, spröder und rissiger wird sie.

Auch vor dem Schwimmen kann die Haut mit speziellen Cremes eingerieben werden, die die Haut vor dem Austrocknen schützen (Arzt oder Apotheker fragen!). Solche werden auch etwa von Friseuren verwendet, deren Hände täglich viel mit Wasser in Berührung kommen.

Zudem können Freibäder ggf. mildere Reizungen hervorrufen, als geschlossene Schwimmbäder, die schlecht belüftet sind und in denen sich mehr Chlor in der Luft befindet. Schwimmbrillen können die Augen vor Chlorreizungen schützen.

Achtung! Menschen, die ohnehin Allergiker sind oder an Neurodermitis leiden, plagen in Kontakt mit Chlorwasser verstärkt die Symptome.

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