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One-Night-Stand: So wird Sex für eine Nacht richtig heiß

Für Frauen und queere Menschen ist ein One-Night-Stand nicht einfach nur flüchtiger Sex. Wir müssen planen, um sicher zu sein. Hier erfährst du, wie's geht!

Frau hat Sex mit Mann mit Kondom
Foto: LanaStock/iStock
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One-Night-Stand Ja oder Nein, diese Frage haben wir uns alle schon mehrfach gestellt – egal, ob auf Dating-Apps, im Club oder im Freundeskreis. Wenn du noch nicht oder schon lange nicht mehr Ja gesagt hast zu unverbindlichem Sex, ist dieser Text für dich.

Wir klären, wann ein One-Night-Stand das Richtige ist, welche Fragen du dir vorher und nachher stellen musst und vor allem, wie Casual Sex sicher und vorbereitet funktioniert.

Definition: Was ist ein One-Night-Stand?

An sich ist ein One-Night-Stand, kurz ONS oder auch Casual Sex, nichts anderes als eine sexuelle Begegnung für eine Nacht. Da treffen sich zwei Menschen, die sich nicht oder kaum kennen, und haben Sex miteinander. Zur One-Night-Stand-Definition gehören Schlagworte wie unverbindlich, flüchtig, keine Erwartungen, keine emotionale Bindung.

Das erste Mal One-Night-Stand: Stell dir vorher diese 5 Fragen!

Wenn du noch nie einen One-Night-Stand gehabt hast, es aber mal ausprobieren willst, dann tu es nicht irgendwie, irgendwann, irgendwo mit irgendwem. Bereite dich darauf vor.

Diese 5 Fragen helfen dir dabei!

1. Will ich den ONS wirklich?

Stehen sexuelle Lust und Neugier hinter deinem Wunsch oder eher das Gefühl, es „mal erlebt haben“ zu müssen? Ein One-Night-Stand sollte mehr sein als ein To-do auf einer Bucket List aus Teenager-Jahren.

2. Suche ich Ablenkung oder Bestätigung?

Hast du gerade Liebeskummer, bist einsam oder hast Stress im Job? Dann kann Casual Sex eine willkommene Ablenkung sein, muss es aber nicht. Gerade Einsamkeit verschlimmert sich nach einem One-Night-Stand oft.

3. Bin ich mental stark genug?

Ein One-Night-Stand kann verunsichern – vor allem, wenn dir die Person, mit der du Sex hast, danach nicht mehr aus dem Kopf geht. Hast du aktuell Kapazitäten dafür?

4. Will ich wirklich nur Sex?

Stichwort Liebeskummer: Wenn du eigentlich der totale Beziehungsmensch bist und schon vor dem One-Night-Stand hoffst, dass daraus mehr wird, dann such dir lieber jemanden zum Sexhaben, der sich auch potenziell mehr vorstellen kann.

5. Passt ein ONS zu meinen Werten?

Vergiss die Vorurteile des Patriarchats! Du darfst dir trotzdem die Frage stellen, ob du Sex für eine Nacht mit einer fremden Person für dich persönlich okay findest. Wenn die Antwort darauf Nein lautet, dann ist das in Ordnung.

Checkliste: Sicherer One-Night-Stand in 6 Schritten

So erotisch und befreiend ein One-Night-Stand sein kann: Er birgt für Frauen* immer auch Risiken. Wir müssen die potenziellen Gefahren stets mitdenken und so versuchen, das Risiko zu minimieren.

Wenn du einen ONS planst, dann durchdenke vorher diese sechs Punkte.

  1. Location

Wo möchtest du flüchtigen Sex haben: bei der anderen Person, bei dir oder im Club? Wichtig ist, dass du dich sicher fühlst. Entscheide dich für einen Ort, den du im Zweifelsfall sofort verlassen kannst.

  1. Standort teilen

Egal, wo du das Sexabenteuer erlebst: Mindestens eine weitere Person sollte wissen, wo du bist. Teile deinen Live-Standort mit Freundinnen, denen du Bescheid sagst.

  1. Alkohol

Betrunkener Sex ist okay. Aber du musst noch in der Lage sein, zu spüren und vor allem zu sagen, was dir guttut. Bist du das nicht, dann geh solo nach Hause und verschiebe deinen One-Night-Stand.

  1. Verhütung

One-Night-Stands und Verhütung gehören zusammen wie Rabbit-Vibratoren und Gleitgel. Sex mit einem fremden Mann muss immer Safer Sex sein – die Pille danach kann das Hochgefühl nach dem Sex schnell zerstören.

  1. Consent

Nur Ja heißt Ja, mach das deinem Gegenüber vorher klar. Sprich offen über Consent und betone, dass jedes gegebene Ja auch zurückgezogen werden darf. Außerdem wichtig, wenn du mit einem Cis-Mann Sex hast: Sprich vorher mit ihm über Stealthing. Dieser Sextrend, bei dem Männer während des Akts heimlich das Kondom vom Penis ziehen, ist eine Straftat, auf die bis zu fünf Jahre Haft stehen.

  1. Heimweg

Hast du genug Taxigeld dabei? Ist dein Handy geladen? Bevor du dich deinem Sexabenteuer hingibst, musst du sicherstellen, dass du reibungslos nach Hause kommst.

Oralsex beim One-Night-Stand?

Eine der häufigsten Fragen, die sich Frauen*, die flüchtigen Sex mit Männern* erleben, stellen: Ist Oralsex beim One-Night-Stand okay?

Die Antwort ist simpel: Wenn es für dich okay ist, dann auf jeden Fall.

Natürlich steht beim Blowjob, anders als beim Cunnilingus, die Lust des Mannes* im Vordergrund. Es ist aber unabdingbar, dass dir diese Sexpraktik Spaß macht. Tu es nicht nur, um ihn* beim Casual Sex zu verwöhnen.

Do's & Don'ts während eines One-Night-Stands

Do's

Don'ts

Bedürfnisse äußern

Egal, ob du Sex in einer bestimmten Stellung haben willst oder mehr Zärtlichkeit brauchst: Sag es. Je klarer, desto besser wird der Sex.

Über die eigenen Grenzen gehen

Selbst, wenn du zu einer bestimmten Sexpraktik zugestimmt hast: Sobald es unangenehm wird oder gar wehtut, steig aus. Du musst nichts tun, das sich nicht zu 100 Prozent gut anfühlt.

Auf dein Bauchgefühl hören

Das ist kein Esoterik-Quatsch: Wenn dein Bauchgefühl sich meldet, dann reagiere darauf. Sag deinem Gegenüber, dass du dich gerade unwohl fühlst – auch dann, wenn du gar nicht genau weißt, warum. Leg eine Pause ein, spür in dich rein oder brich den One Night Stand ab, wenn dir danach ist.

Bleiben, obwohl du dich unsicher fühlst

Stichwort Bauchgefühl: Wenn du zum Beispiel seine Wohnung betrittst und dich direkt unwohl fühlst, geh wieder. Denk daran: Jedes Ja darf zum Nein werden. Immer.

Aus einem Ja ein Nein machen

Ich habe das heute noch so oft in mir: dieses Gefühl, Dinge durchziehen zu müssen, wenn ich einmal Ja gesagt habe. Bullsh*t! Vor allem beim Sex darfst du zu jeder Zeit aus jedem Ja ein Nein machen – auch ohne „gute Gründe“. Tu es einfach.

Einfach mitmachen

Lass dich nicht nur verführen und dabei zu Dingen bewegen, die du vielleicht nicht selbst entschieden hättest.

Consent aktiv abgleichen

Klar, ihr habt vor dem One-Night-Stand über Consent gesprochen. Tut es auch währenddessen und vor allem in beide Richtungen.

Unsicherheitssignale deines Gegenübers ignorieren

Consent geht immer in beide Richtungen. Wenn dein Gegenüber stark betrunken ist, verzichte auf den One-Night-Stand.

Verhütung einfordern

Gerade mit Blick auf Stealthing ist es wichtig, Verhütung noch einmal anzusprechen, wenn ihr schon voll bei der Sache seid. In einer idealen Welt wäre Verhütung nicht reine Frauensache, aber na ja, ihr wisst schon...

Auf Verhütung verzichten

...damit ER mehr fühlt? Auf keinen Fall. Sex ohne Kondom ist ein No-Go beim One-Night-Stand.

Hygiene im Blick haben

Vor allem nach einer durchschwitzten Diskonacht ist Hygiene ein absolutes Do beim One-Night-Stand. Wenn du drauf stehst, geht ihr einfach gemeinsam duschen. Ansonsten könnte zumindest eine Katzenwäsche drin sein.

Fesselspiele

Du stehst auf Kink-Sex und lässt dich am liebsten fesseln? Sei bei einem One-Night-Stand bitte sehr vorsichtig damit. Gerade Sexpraktiken, die männliche Dominanz in den Vordergrund stellen, brauchen viel Vertrauen. Das ist bei einem ONS schlichtweg nicht gegeben.

Handy griffbereit haben

Egal, wie hot dein Gegenüber dich gerade verführt: Du musst wissen, wo dein Handy ist und es griffbereit haben – um ein Taxi zu rufen, um Hilfe zu rufen, um nicht ohne Kommunikationsmittel plötzlich in einer unsicheren Situation zu stecken.

Porno-Szenen nachstellen

Der Sex in Pornos hat wenig mit realem Sex zu tun. Ein One-Night-Stand muss nicht besonders versaut sein, um erotisch zu sein. Wenn du harte Sexstellungen magst, dann sag das deinem Gegenüber. Aber versuche nicht, zu performen.

Den Moment genießen

Auch, wenn du dein Gegenüber (noch) nicht kennst und ihr das erste Mal miteinander erlebt, darfst du dich fallenlassen. Sei du selbst und genieße den Moment. Ein One-Night-Stand kann unfassbar erotisch sein, wenn du deine bewusst getroffenen Entscheidungen nicht dauernd infrage stellst.

Dinge zurücklassen

Egal, ob Ohrringe, Uhr, Handy oder sensible Daten wie deine Adresse oder Arbeitgeber*in: Lasse bei deinem One-Night-Stand nichts zurück. Nach Casual Sex mit einer fremden Person darfst du einfach so aus deren Leben verschwinden.

ONS: Was das Patriarchat daraus macht

Was einen One-Night-Stand für Frauen* so heikel macht, ist ein schlechter Ruf. Hat eine Frau* Sex für eine Nacht, gilt das für (zu) viele Menschen immer noch als das Gegenteil von moralischem Verhalten. Einer meiner Lieblingssongs dazu ist "Lavender Haze" von Taylor Swift. Darin singt sie über die Gesellschaft: "The only kind of girl they see is a one-night or a wife." Du kannst als Frau* also nur eins von beidem sein, entweder ein „freizügiges Luder“ (one night) oder eine Ehefrau (wife). Allein die Gruppe der Ehefrauen gilt als für Männer attraktiv, weil sie im Gegensatz zu den „Ludern“ einen moralischen Kompass hat.

Tatsächlich ist diese Kategorisierung Teil der patriarchalen Unterdrückungskultur. Frauen und queere Menschen, die ihre Sexualität offen und den eigenen Wünschen entsprechend leben, werden als unmoralisch abgestempelt, wobei es in Wahrheit darum geht, dass eben jene Personen für Männer weniger gut zu kontrollieren sind.

Sexualität wird im Patriarchat seit Jahrhunderten genutzt, um Frauen* kleinzuhalten. Die dazugehörigen Mythen und (Fake-)Argumente haben wir alle schon mehrfach gehört – ich will ihnen an dieser Stelle keinen Raum geben. Nur so viel: Dass im Umkehrschluss Männer, die viele One-Night-Stands haben, als besonders sexy, erfolgreich und willensstark gelten, sagt schon alles über die Doppelmoral, in der wir leben.

Lesbischer One-Night-Stand: Für immer homo?

Meine Lieblingsantwort auf diese Frage wäre natürlich JAAAA. Aber ich bin da ja auch voreingenommen. Natürlich bedeutet ein lesbischer One-Night-Stand nicht, dass du lesbisch oder bisexuell bist. Manchmal steckt hinter so einer Erfahrung einfach sexuelle Neugier und das ist vollkommen in Ordnung – solange ihr beide euch darüber bewusst seid, dass der Sex nur eine einmalige Sache war.

Wenn du nach dem One-Night-Stand mit einer Frau spürst, dass du mehr willst, gehe dieser Neugier einfach nach.

Danach: Was machen One-Night-Stands mit der Psyche?

Die angesprochene Doppelmoral, die gleichzeitig männliche Promiskuität feiert und weibliche sexuelle Selbstbestimmung stigmatisiert, führt dazu, dass Frauen* One-Night-Stands anders erleben als Männer. Die Wissenschaft hat dieses Phänomen schon länger im Blick.

Die Studie „Was it Good for You?“ von Springer Nature aus dem Jahr 2022 untersuchte getrennt nach Geschlecht, wie sich Frauen und Männer nach einem flüchtigen Sexabenteuer fühlten. „Frauen berichteten deutlich häufiger von negativen emotionalen Folgen als Männer, darunter Einsamkeit, Unzufriedenheit, Zurückweisung, Bedauern, allgemeine negative Gefühle und die Wahrnehmung negativer Beurteilungen durch andere. Männer hingegen berichteten von größerer sexueller Zufriedenheit, mehr Glück, Selbstvertrauen, Zufriedenheit und einer verbesserten Stimmung“, schreiben die Studienleiter*innen in ihrem Ergebnisbericht.

Ein wichtiger Faktor dafür, wie positiv oder negativ Frauen nach einem One-Night-Stand über die Erfahrung denken, war ihre ursprüngliche Handlungsmotivation. Jene Frauen, die aus sexueller Neugier, Lust und Selbstbestimmung unverbindlichen Sex hatten, berichteten deutlich weniger über negative Auswirkungen als Frauen, die aus Einsamkeit oder für Bestätigung von außen mit einem Fremden schliefen.

Hier liegt eine wichtige Erkenntnis: Warum du einen One-Night-Stand hast, beeinflusst ganz entscheidend, wie du dich danach fühlst. Sexuelle Neugier und Abenteuerlust sind erotische Motoren, Einsamkeit oder Selbstzweifel nicht. Ein One-Night-Stand sollte also immer eine bewusste Entscheidung und keine Handlung aus einer Laune heraus sein.

Quellen

Artikelbild & Social Media: LanaStock/iStock

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