SpinningPeloton: Der Fitness-Hype aus den USA im Test

Peloton ist in den USA in aller Munde. Das Spinning-Workout hat eine große Fangemeinde. Jetzt ist der Fitness-Hype auf dem Weg nach Deutschland. Wir haben es für euch getestet.

Inhalt
  1. Was ist Peloton?
  2. Peloton im Test: Ist das Workout so gut wie sein Ruf?
  3. Mein Fazit nach dem Peloton-Test
  4. Ist Peloton für Spinning-Anfänger geeignet?

Spinning ist im Fitnessbereich bereits ein alter Hase, hat aber in den letzten Jahren auf jeden Fall ein Comeback erlebt. Inzwischen gibt es mit SoulCycle in den USA oder auch Becycle und Hicycle in Deutschland sogar eine ganze Reihe von eigenen Studios, die Indoor Cycling als Ganzkörper-Workout mit zusätzlichem Armtraining und Co. anbieten. Doch muss man für dieses Training immer noch in ein Studio gehen und sich nach dem jeweiligen Trainingsplan richten. Bei Peloton ist das nicht der Fall.

 

Was ist Peloton?

Hinter dem Namen Peloton verbirgt sich nicht nur eine Firma, die Heimtrainer wie Spinning-Räder und Laufbänder anbietet, sondern auch ein eigenes Medienunternehmen. Die großen Bildschirme, über die jedes Trainingsgerät verfügt, sind nämlich nicht etwa dafür da, um sich beim Fahrradfahren einen Film anzusehen. Nein, sie dienen dazu, ein interaktives Trainingsprogramm zu absolvieren, das von Fitnesstrainern geleitet wird, die mehr Instagram-Fans haben, als einige Stars.

Aufgenommen werden die Videos in professionellen Studios. Jeden Monat stellt Peloton seinen Nutzern um die 900 neue Workout-Videos zur Verfügung - das sind 30 Videos pro Tag.

Der große Vorteil: Die Workouts von Peloton können zu jeder Tages- und Nachtzeit durchgeführt werden. Man kann entweder an Live-Sessions (alle neuen Videos sind zunächst Live-Trainings) oder aber an aufgezeichneten Programmen teilnehmen. Drei Wörter, mit denen Kevin Cornils, Managing Director International, Peloton beschreibt: "Motivierend. Praktisch. Community."

Gegründet wurde das Unternehmen 2012. In den Vereinigten Staaten, Kanada und Großbritannien hat Peloton bereits mehr als eine Million Mitglieder. Nun kommt Peloton am 20. November 2019 auch nach Deutschland und wird auch Workouts mit deutschen Trainern anbieten. Außerdem werden zu Beginn 1.000 englischsprachigen Kurse mit Untertiteln zur Verfügung stehen. 

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Peloton im Test: Ist das Workout so gut wie sein Ruf?

Eine wichtige Frage, die ich mich vor dem Test-Workout stellte: Kann ein Workout, das ich alleine mache, bei dem ich dem Trainer nur auf einem großen Bildschirm vor mir sehe und bei dem ich meine Mittrainierenden nur virtuell treffe, wirklich so effektiv sein und mir so viel Spaß machen, wie ein Training im Studio? Das musste ich erst einmal ausprobieren.

Zunächst ist es vor dem Training wichtig, dass das Peloton Bike richtig eingestellt wird. Wer sich solch ein Bike nach Hause liefern lässt, bekommt es aber richtig eingestellt. Dennoch sollte man darauf achten, dass alles passt. Nach den Einstellungen des Fahrrads steht man vor der Herausforderung, sich ein passendes Programm auszuwählen.

Bei Peloton ist alles möglich. Es gibt es lockere Workouts für Einsteiger, aber auch intensive Trainingseinheiten, die auch Spinning-Pros alles abverlangen. Reine Spinning-Einheiten gehören ebenso zum Peloton-Programm wie Ganzkörper-Cardio-Workouts mit Hanteln oder Stretching-Videos. Außerdem kann man sein Training nach verschiedenen Musikrichtungen auswählen. 

Man kann sich mit Peloton an seine Grenzen bringen

Ich habe mich bei meinem Test für ein mittelschweres Intervall-Workout mit Star-Trainerin Robin Arzon entschieden. Und was soll ich sagen: Ich bin ziemlich ins Schwitzen geraten. Man kann mithilfe des Peloton-Equipments auf jeden Fall sehr intensiv trainieren und sich selbst dabei  alles abverlangen. Auch kann ich mir vorstellen, dass nach einigen Wochen, in denen man regelmäßig trainiert, sicherlich die Fitness verbessert werden kann.

Außerdem macht das Training Spaß. Ich habe die Trainerin als sehr motivierend empfunden - und das kommt auch via Video gut an. Man muss es sich so vorstellen wie in einem Kurs im Fitnessstudio, nur das dieser auf dem Bildschirm vor einem abläuft. Man wird die ganze Zeit angeleitet, bekommt motivierende Kommentare und es läuft gute Musik. Witziges Detail: In den Live-Classes kommunizeren die Trainer auch direkt mit einzelnen Teilnehmern und beglückwünschen sie zum Beispel zu ihrem 100. Training. 

Langeweile kommt nicht auf, denn es werden 30 neue Videos pro Tag hinzugefügt. 

Wer möchte, kann sich während des Workouts mit anderen messen und seine Leistungen vergleichen. Es ist aber kein Muss. Man kann sich nach dem Training auch einfach seine ausführlichen Daten angucken und sich zum Beispiel darüber freuen, dass man sich stetig verbessert und fitter wird. 

Wir haben Peloton für euch getestet.
Wir haben das Peloton-Bike sowie das Programm vor dem Deutschland-Start für euch getestet.
Foto: PR Peloton/ Chris Kueper

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Mein Fazit nach dem Peloton-Test

Peloton ermöglicht es, sein Workout unabhängig von Trainingsplänen und Studioöffnungszeiten durchzuführen. Das ist in unserer hektischen Zeit definitv ein großes Plus. Das Workout macht außerdem sehr viel Spaß und auch ich als Fan von Spinning-Studio-Kursen würde es wieder machen.

Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass die große Community einen motivierenden Einfluss auf viele Nutzer hat, wenn sie sich denn darauf einlassen. 

Aber ein Peloton-Bike ist nicht gerade günstig. Nur das Peloton-Bike kostet 2.290 Euro. Es wird zu dir nach Hause geliefert, installiert und eingestellt. Der Preis für das Abonnement, mit dem sich alle Workouts nutzen lassen, kostet wiederum 39 Euro pro Monat. Das Abo kann allerdings von mehreren Personen in einem Haushalt genutzt. Auch wenn eine ganze Familie das Trainingsprogramm nutzt, muss also nur einmal bezahlt werden. 

Um Peloton ein Jahr lang zu nutzen, muss ich also im ersten Jahr zunächst einmal 2.758 Euro ausgeben. Danach kostet mich die Nutzung des Abos noch 468 Euro im Jahr.

Das ist nicht wenig Geld. Allerdings ist es mir theoretisch möglich, so oft wie ich nur möchte mein Training zu absolvieren. Damit ist aber klar, dass sich ein Peloton-Bike nicht lohnt, wenn es einfach nur herumsteht. Es muss mehrmals die Woche genutzt werden, damit sich die Anschaffung wirklich rechnet. 

Hinweis: Man hat zwar auch die Möglichkeit, sein Workout nur mit der Digital Only App durchzuführen (auf Deutsch ab 2020 erhältlich) und dafür ein anderes Bike zu nutzen, doch eigentlich ist es vorgesehen, dass Fahrrad von Peloton und das dazugehörige Abo zu verwenden. 

 

Ist Peloton für Spinning-Anfänger geeignet?

Sicherlich kann es nicht schaden, eine Ahnung davon zu haben, wie ein Spinning-Bike funktioniert und worauf man bei seinem Training achten sollte, um sich nicht zu verletzten und das Meiste aus seinem Workout herauszuholen.

Nichtsdestotrotz hat Peloton viele Kunden, die vorher noch nicht regelmäßig Spinning gemacht haben. "Fast alle Trainer bieten Anfänger-Kurse an, die weniger anstrengend sind und in denen viel erklärt wird; wie man richtig auf dem Bike sitzt, wie man auf seine Bauchmuskulatur achten sollte, wie man am besten atmen sollte", erklärt Peloton Managing Director International Kevin Cornils.

"Außerdem gibt es eine grundsätzliche Einführung in das Bike, die zum Beispiel die einzelnen Positionen noch einmal erklärt. Wir versuchen, es so einfach wie möglich für jeden zu machen, sich mit dem Bike vertraut zu machen."

Am 20. November launcht Peloton sein Programm in Deutschland und wird auch hier die berühmten Spinning-Bikes verkaufen. Dann wird sich zeigen, wie sich der Hype weiterentwickelt. 

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