KinderkrankheitRingelröteln in der Schwangerschaft, bei Erwachsenen und Kindern

Ringelröteln (Erythema infectiosum) ist zwar eine Kinderkrankheit, doch auch Erwachsene können sich mit ihr anstecken. Es existiert weder eine Impfung noch eine ursächliche Behandlung gegen die Viren.

Inhalt
  1. Die Symptome von Ringelröteln
  2. Ringelröteln bei Kindern und Erwachsenen
  3. Ringelröteln in der Schwangerschaft
  4. So werden Ringelröteln behandelt
  5. Gibt es eine Impfung gegen Ringelröteln?

Ringelröteln heißt Ringelröteln, weil es früher oft für Röteln gehalten wurde. Erst später fanden Forscher heraus, dass es sich um zwei verschiedene Krankheiten handelt - auch wenn die Symptome sich ähneln. Aus dem Grund ist Ringelröteln auch als die fünfte Krankheit bekannt: Sie war die fünfte Kinderkrankheit mit Hautausschlag, die 1905 als eigenständige Erkrankung anerkannt wurde (nach Masern, Windpocken, Röteln und Scharlach).

Ringelröteln wird von dem sogenannten Parvovirus B19 (benannt nach der Probe B19, in der es gefunden wurde) verursacht. Mit ca. 20 bis 24 Nanometern Durchmesser, ist es eins der kleinsten (heute bekannten) Viren der Welt. Sie befallen lediglich Menschen - und das vor allem zwischen Spätwinter und Frühsommer.

Ringelröteln sind über Tröpfcheninfektion (z.B. durch Niesen, Husten, Sprechen) ansteckend, aber auch durch Schmierinfektion (z.B. durch verunreinigte Hände oder Gegenstände) und selten auch durch Blutprodukte (z.B. infizierte Blutkonserven). Die Ansteckungsfähigkeit ist in den ersten vier bis zehn Tagen nach der Infektion am größten.

Die Inkubationszeit von Ringelröteln liegt bei vier bis 14, maximal aber 21 Tagen. Jeder zweite Mensch erkrankt einmal in seinem Leben an Ringelröteln.

 

Die Symptome von Ringelröteln

Eine Infektion mit Ringelröteln kann symptomlos verlaufen (stille Feiung) - muss sie aber nicht. In ca. 20 von 100 Ringelröteln-Fällen treten folgende Symptome auf:

  • charakteristischer juckender Hautausschlag (ring- bzw. girlandenförmige rote Flecken)
  • grippeähnliche Symptome wie z.B. Fieber, geschwollene Lymphknoten, Unwohlsein, Übelkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, manchmal auch Durchfall

Der Verlauf von Ringelröteln sieht wie folgt aus: Zunächst werden auf den Wangen rote Flecken sichtbar, die dann zusammenfließen (weshalb Ringelröteln im englischen Sprachraum auch als slapped cheek disease bekannt ist, zu Deutsch Ohrfeigenkrankheit). Davon bleibt die Mundpartie ausgespart.

An den folgenden Tagen gehen die roten Flecken auf Oberarme, Schultern, Oberschenkel und Gesäß über. Der Ausschlag kann sich schnell verflüchtigen oder bis zu sieben Wochen lang bestehen bleiben.

Ringelröteln kann Anämie verursachen

Nur selten kommt es bei Ringelröteln auch zu Gelenkschmerzen und -entzündungen (v.a. an Hand- und Kniegelenken), die mehrere Monate andauern können. Vor allem Mädchen und Frauen sind betroffen.

Bei Menschen mit schwachem Immunsystem, kann es im schlimmsten Fall zu Anämie führen. Vereinzelt können Ringelröteln auch Gehirnhaut- und Herzmuskelentzündungen nach sich ziehen.

 

Ringelröteln bei Kindern und Erwachsenen

Am häufigsten erkranken Kinder und Jugendliche zwischen 2 und 15 Jahren an Ringelröteln, die sich in Schulen und Vereinen voneinander anstecken. Bei Schulkindern verlaufen Ringelröteln in der Regel harmlos. Die Symptome treten häufig nur schwach auf und verschwinden nach ein bis zwei Wochen von selbst wieder.

Bei Erwachsenen zeichnen sich die Symptome von Ringelröteln schwerer ab. Am gefährlichsten ist die Viruserkrankung für Schwangere.

 

Ringelröteln in der Schwangerschaft

Haben Schwangere den Verdacht, sich mit Ringelröteln angesteckt zu haben, sollten sie schnell einen Bluttest beim Arzt machen lassen, um festzustellen, ob sie Antikörper gegen das Parvovirus B19 im Blut haben (etwa zwei Wochen nach der Infektion nachweisbar). Denn auch wenn die Mutter keine Symptome zeigt, kann sich ihr Embryo infiziert haben.

Gefahr für Ungeborene

Ist dies nicht der Fall, müssen wöchentliche Ultraschall-Kontrollen durchgeführt und eine Behandlung eingeleitet werden. Der Grund: Die Ringelröteln-Viren können über den Mutterkuchen die blutbildenden Zellen im Knochenmark des Embryos und in seiner Leber befallen, was in rund 10 Prozent der Fälle zur Blutarmut des Babys führt. Ist das der Fall, müssen dem Ungeborenen Bluttransfusionen (eine Infusion mit roten Blutkörperchen oder Blutplättchen) durch die Nabelvene verabreicht werden.

Die Begleiterscheinungen einer Ringelröteln-Infektion bei Ungeborenen sind häufig Flüssigkeitsansammlungen wie Bauchwassersucht, Abfall der Herzleistung und im schlimmsten Fall eine Fehlgeburt.

Das Risiko, dass sich das Ungeborene mit den Ringelröteln der Mutter ansteckt, ist zwischen der 10. und 20. Schwangerschaftswoche am größten.

 

So werden Ringelröteln behandelt

Eine Ursachentherapie gegen Ringelröteln gibt es nicht. So werden die Patienten nur symptomatisch behandelt (z.B. Paracetamol gegen Fieber, juckreizmildernde Salben). Das oberste Gebot lautet: Bettruhe. In einigen Fällen werden Immunglobuline verabreicht.

Direkte Sonneneinstrahlung auf die Haut sollte vermieden werden, da der Ringelrötelnausschlag, sollte er schon ausgeklungen sein, dadurch wieder auftauchen kann.

 

Gibt es eine Impfung gegen Ringelröteln?

Zur Zeit existiert keine Impfung gegen Ringelröteln (im Gegensatz zu Röteln, gegen die man sich impfen lassen kann und sollte!). Wer die Erkrankung einmal durchgemacht hat, ist sein restliches Leben lang immun gegen das Virus.

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