KinderkrankheitenScharlach bei Erwachsenen und Kindern: Ansteckung, Symptome und Heilung

Scharlach ist eine der häufigsten Kinderkrankheiten. Doch auch Erwachsene kann es noch treffen. Welche Symptome Scharlach hat, wie man sich ansteckt und die Krankheit behandelt.

Inhalt
  1. Wie ansteckend ist Scharlach bei Erwachsenen, Schwangeren und Kindern?
  2. Welche Anzeichen deuten auf Scharlach hin?
  3. Wie behandelt man Scharlach?
  4. Existiert eine Scharlach-Impfung?

Jedes Jahr erkranken bis zu 1,5 Millionen Menschen in Deutschland an der Infektionskrankheit Scharlach (ICD-Code A38). Trotzdem - oder gerade deswegen - besteht in Deutschland keine länderübergreifende Meldepflicht beim Gesundheitsamt. Einige Bundesländer - Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen - haben jedoch in ihren Landesverordnungen eine Meldepflicht von Scharlacherkrankungen und Scharlach-Todesfällen eingeführt. In Österreich ist Scharlach meldepflichtig, in der Schweiz nicht.

 

Wie ansteckend ist Scharlach bei Erwachsenen, Schwangeren und Kindern?

Scharlach wird von Bakterien (Streptococcus pyogenes bzw. A-Streptokokken) verursacht, die das Scharlachtoxin produzieren. Vor allem Kinder zwischen 4 und 12 Jahren stecken sich mit der Krankheit an (v.a. in Kindergärten und Grundschulen). Aber auch Jugendliche und Erwachsene sind nicht vor Scharlach geschützt. Denn im Gegensatz zu einigen anderen Kinderkrankheiten, schützt die erste Ansteckung nicht vor wiederholter Infizierung. Der Grund dafür liegt in der Anzahl der Bakterienstämme, die Scharlachtoxine produzieren. Jeder Streptokokkenstamm kann ein abgewandeltes Gift produzieren, gegen das man noch nicht immun ist.

Zudem tragen viele Menschen das Bakterium unwissend in sich, ohne krank zu sein. Laut Expertenschätzungen ist jeder fünfte bis achte Mensch ein sogenannter "gesunder Überträger" von Scharlach - vor allem im Winter. Die meisten Scharlach-Fälle treten zwischen Oktober und März auf.

Scharlach ist hochansteckend und wird durch Tröpfcheninfektion (Sprechen, Husten, Niesen), Schmier- und Kontaktinfektion übertragen. Auch durch verseuchtes Wasser, belastete Lebensmittel oder Gegenstände kann man sich mit Scharlach anstecken. Die Inkubationszeit von Scharlach liegt bei zwei bis vier Tagen.

Frauen, die während der Schwangerschaft an Scharlach erkranken, sollten einen Arzt aufsuchen. Allerdings hat Scharlach normalerweise keine direkten Auswirkungen auf das ungeborene Kind. Babys unter sechs Monaten infizieren sich in der Regel nicht mit Scharlach.

 

Welche Anzeichen deuten auf Scharlach hin?

Scharlach bricht plötzlich aus. Innerhalb des ersten Tages kommt es zu hohem Fieber und Halsschmerzen. Es folgen ziemlich rasch weitere Symptome (s.u.).

Das charakteristische Symptom von Scharlach ist die sogenannte Himbeer- bzw. Erdbeerzunge. Damit ist die knallrote Zunge mit hervorstehenden Geschmacksknospen (Papillen) gemeint, die auf einen weißlichen Zungenbelag folgt.

  • hohes Fieber
  • Schüttelfrost
  • starke Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • dunkelroter Rachen / Rachenentzündung
  • geschwollene, vergrößerte, gerötete Gaumenmandeln mit kleinem Eiterbelag
  • vergrößerte Lymphknoten unter dem Unterkiefer
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Bauchschmerzen / Erbrechen
  • rötlicher rauer Ausschlag (kleinfleckig, erhaben) am ganzen Körper (beginnend in den Achsel- und Leistenbeugen, Brust, Hals, Rücken; Dreieck zwischen Mund und Kinn bleibt ausgespart)
  • nach ein bis zwei Wochen schuppt sich die Haut an Finger- und Zehenkuppen
  • ggf. Husten
  • ggf. zugeschwollene Nase

Scharlach kann auch Nebenerkrankungen mit sich bringen. Dazu gehören:

Gelangen die Scharlach-Bakterien ins Blut (selten), kann es zu einer Blutvergiftung führen (septischer Verlauf), dem sogenannten Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrom (STSS). Neben den oben genannten Symptomen kommen noch Durchfall, Blutdruckabfall, verringerte Harnausscheidung, Blutungsstörungen, Leberfunktionsstörungen und Atembeschwerden hinzu. STSS endet in ca. 30 Prozent der Fälle tödlich.

Zwei bis drei Wochen nach einer Scharlach-Erkrankung kann es zu einem akuten Rheumatischen Fieber (ARF) kommen (selten). Ausgelöst wird es von den gegen die Streptokokken entwickelten Antikörper des Immunsystems. ARF kann zu Herzschäden führen.

Zehn Tage bis drei Wochen nach einer Scharlach-Erkrankung kann es ebenso zu einer Nierenentzündung und bei Kindern zu neuropsychiatrischen Erkrankungen kommen (selten).

 

Wie behandelt man Scharlach?

Scharlach kann mit Antibiotika (z.B. Penicilin) über zehn Tage behandelt werden. Nach Beginn der ersten Antibiotika-Einnahme, ist der Scharlach-Patient 24 Stunden später nicht mehr ansteckend. Ohne Antibiotika ist man dagagen bis zu drei Wochen lang ansteckend.

Parallel dazu können die Symptome behandelt werden, etwa Gurgeln gegen Halsschmerzen, Wadenwickel gegen Fieber. Zudem sollten sich vor allem erkrankte Kinder schonen. Scharlach-Patienten sollten viel Trinken (vor allem warme - nicht heiße! - Getränke wie Tee), um z.B. den Lungenschleim zu lösen und das Fieber zu senken.

 

Existiert eine Scharlach-Impfung?

Eine Impfung gegen Scharlach existiert (noch) nicht, da es zu viele Varianten des Scharlach-Erregers gibt. Wer sich vor Scharlach schützen möchte, sollte den Kontakt mit Scharlach-Patienten vermeiden und regelmäßig gründlich Hände waschen.

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