RückenerkrankungVerkrümmung der Wirbelsäule: Skoliose-Symptome, Ursachen und Behandlung

Skoliose ist die Verkrümmung der Wirbelsäule. Hier erfährst du alles über Skoliose-Symptome, Schmerzen, Behandlung und die Ursachen der Wirbelsäulenverkrümmung.

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Inhalt
  1. Skoliose: Symptome sind oft schmerzhaft
  2. Skoliose: Ursachen der Verkrümmung der Wirbelknochen
  3. Skoliose-Behandlung: Diese Therapiemöglichkeiten gibt es

Eine Skoliose kann für Betroffene sehr unangenehm werden. Wann als Behandlung der Skoliose-Symptome eine physiotherapeutische Behandlung genügt und wann eine OP nötig ist, verraten wir dir im Artikel.

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Skoliose: Symptome sind oft schmerzhaft

Skoliose verbinden die meisten Menschen mit der Pubertät. In dieser Lebenszeit verkrümmt sich die Wirbelsäule auch am häufigsten. Allerdings können auch ältere Menschen an Skoliose erkranken. Insgesamt sind Mädchen und Frauen insbesondere von schweren Skoliosen häufiger betroffen als Männer.

Als Verkrümmung der Wirbelsäule wird es bezeichnet, wenn deine Wirbelsäule – oft auf von außen sichtbare und auf fühlbare Weise – nicht gerade verläuft. Zumindest abgesehen von der natürlichen Krümmung, die du siehst, wenn du seitlich auf die Wirbelsäule draufblickst. Vielleicht erinnerst du dich ja noch an das Skelett im Biologie-Unterricht.

Einige der rund 33 Wirbelknochen verschieben sich bei der Verkrümmung der Wirbelsäule an einer Stelle zur Seite, machen also eine Kurve. Meist sind die Brustwirbel betroffen. Die Feststellung, ob es sich um eine Skoliose handelt, wird mithilfe des sogenannten Cobb-Winkels bestimmt.

Eine vorübergehende Fehlhaltung ist indes zwar skoliotisch, aber von der strukturellen – also dauerhaften – Wirbelsäulenkrümmung zu unterscheiden. Denn die dauerhafte Skoliose bildet sich – wie der Name sagt – nicht von selbst zurück. Da brauchst du leider keine Hoffnung haben, dass es sich ohne Behandlung bessert.

Skoliose-Symptome können sehr schmerzhaft sein. Während eine leichte Verkrümmung der Wirbelknochen meist unbemerkt bleibt, werden bei einer Skoliose Symptome oft auch sichtbar:

  • Verschiebung des Beckenknochens oder schiefes Becken
  • Kopf nicht mittig über dem Becken
  • herunterhängende oder schiefe Schultern
  • herausstehendes Schulterblatt
  • „verkürztes“ Bein

Je nachdem, wie stark die Wirbelsäulen-Verkrümmung ausgeprägt ist, sind die Symptome mitunter auch stark beeinträchtigend und bereiten Schmerzen. Ärzte können bei verschiedenen Körperhaltungen der Patientin auch noch weitere sichtbare Symptome wie sogenannte Rippenbuckel oder hervortretende Lendenmuskeln ausmachen.

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Skoliose: Ursachen der Verkrümmung der Wirbelknochen

Die Skoliose ist also eine Fehlstellung – und die kann sehr schmerzhafte Symptome haben. Doch was sind die Skoliose-Ursachen?

Bekommst du ein Kind, brauchst du dir meist keine Sorgen um eine Skoliose machen, zumindest nicht in den ersten drei Lebensjahren deines Kindes. Hier tritt nur die infantile Skoliose auf, und die ist sehr selten, worauf die Uni Tübingen hinweist. Danach spricht man bis zum 11. Lebensjahr von einer juvenilen Skoliose.

Doch erst danach tritt die häufigste Form der Verkrümmung der Wirbelsäule auf: die Adoleszentenskoliose. Die genaue Skoliose-Ursache sei unbekannt, wie die Experten der Universität Tübingen schreiben, in der wissenschaftlichen Diskussion unter Verdacht sei aber das unterschiedliche schnelle Wachstum der Wirbel.

Daneben können Skoliosen als Alterserscheinungen durch Verschleiß (Osteoporose, Arthritis, Bandscheibenvorfälle), Unfälle oder auch diverse Erkrankungen entstehen.

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Skoliose-Behandlung: Diese Therapiemöglichkeiten gibt es

Die richtige Behandlungsmethode einer Skoliose hängt von ihrer Schwere ab. Diese wird mit dem Cobb-Winkel bestimmt. Je höher der Winkelgrad, desto schwerer ist die Skoliose:

  • Leichte Skoliose: 10 bis 20 Grad
  • Mittelschwere Skoliose: 20 bis 50 Grad
  • Schwere Skoliose: ab 50 Grad

Die Behandlung einer leichten Skoliose kann mit Krankengymnastik abgedeckt werden. Bei einer mittelschweren Skoliose wird häufig eine Korsett-Therapie verordnet, die fast rund um die Uhr getragen werden müssen, um Behandlungserfolge zu erzielen. Bei einer schweren Skoliose – laut Universität Tübingen sogar schon ab einem Cobb-Winkel von 40 Grad – sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden.

Als Krankengymnastik-Übungen zur Skoliose-Behandlung kommt beispielsweise die Dreidimensionale Skoliosebehandlung nach Katharina Schroth infrage. Die Skoliose-Betroffene entwickelte die Übungen selbst und ließ beispielsweise die sogenannte Drehwinkelatmung mit in die Therapie einfließen. Wissenschaftliche Studien wie die von Burger et al. stützen die Wirksamkeit der Übungen.

Da eine Verkrümmung der Wirbelsäule nicht von allein verschwindet, ist die Behandlung der Skoliose also unumgänglich. Je nach Neigungswinkel und Mensch wird die Therapie aber individuell angepasst – welche für dich die richtige ist, können dir nur deine Ärzte sicher sagen. Aber dann sind die Rückenschmerzen vielleicht auch eines Tages schwächer – oder sogar ganz weg.

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