Sexpraktik

Ass to Mouth: Wechsel von Analverkehr zu Oralsex? Bitte nicht!

Bei der Sexpraktik „Ass to Mouth“ wechselt das Paar zwischen Anal- und Oralsex. Warum das gefährlich sein kann, erklärt eine Expertin.

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Video: Xcel Production

Jeder Mensch empfindet sexuelle Lust anders. Die einen haben Fetische, die sie ausleben, die anderen erfüllt Vanilla-Sex und wieder andere mögen harte Sexstellungen oder eine Mischung aus beidem. Doch es gibt auch Sexpraktiken, die sind nicht unbedenklich und einen kritischen Blick wert: Chemsex, zum Beispiel, also Sex unter Einfluss von Drogen, oder auch Bukkake. „Ass to Mouth“ (kurz: ATM) ist da keine Ausnahme.

Was hinter der Sexpraktik „Ass to Mouth“ steckt, was eine Sexualtherapeutin von ATM hält und worauf du unbedingt achten solltest, wenn du das im Schlafzimmer ausprobieren möchtest, erklären wir dir in diesem Artikel.

Ass to Mouth: Was ist das?

Ass to Mouth bedeutet ins Deutsche übersetzt „von Arsch zu Mund“. Die Sexualpraktik ist vor allem in der Pornoindustrie bekannt. Dabei haben zwei Menschen Analsex und gehen dann direkt zum Oralsex über. Konkret heißt das: Der Mann dringt mit seinem Penis in den Anus der Frau oder des anderen Mannes ein, zieht ihn nach dem Sex wieder heraus und bekommt dann direkt von der zuvor penetrierten Person einen Blowjob.

Neben der Pornoindustrie kennt man ATM auch „in der realen BDSM- und Fetisch-Szene“, schreibt Lady Sas, Femdom aus Frankfurt am Main und Expertin u.a. für BDSM, zur Definition des Begriffs auf ihrer Website. Dort werde ATM ebenfalls praktiziert. „Allerdings seltener als im Pornobereich dargestellt.“

Ass to Mouth: Bitte nicht wie im Porno!

Ass to Mouth ist eine Sexpraktik, die aus der Pornoindustrie (z.B. bei Dreiern oder Gangbang-Sex) bekannt ist. Dort sieht man nicht selten Videos, in denen die Frau ohne Kondom anal penetriert wird und der anschließend der Penis in den Mund gesteckt wird. Dies geht manchmal auch mit Erniedrigung einher – mal ganz zu schweigen von der mangelnden Hygiene und den Risiken von Geschlechtskrankheiten.

ATM erfordert Vertrauen, einen respektvollen Umgang und Körperpflege – vor allem aber: Ein gegenseitiges Einverständnis. Lebst du in einer längeren Partnerschaft, hat die Frage des Partners nach ATM eine andere Tragweite, als wenn du sie von einer dir nicht vertrauten Person (z. B. einem One-Night-Stand) gestellt bekommst. Mache in jedem Fall nichts, was du nicht auch willst, wenn es sich nicht richtig anfühlt.

Stößt du auf Unverständnis, hat die Sexualtherapeutin aus München, Dr. med. Heike Melzer, einen Tipp:

„Wenn ein Mann eine ATM-Anfrage stellt, würde ich als erstes nach seinem Pornokonsum fragen“, sagt Heike Melzer. „Als zweites würde ich den Vorschlag machen, ihm einen Dildo tief anal einzuführen, damit er diesen anschließend abschlecken kann. Das ist dann oftmals eine natürliche Bremse.“

Risiken von "Ass to Mouth": Darum ist ungeschützter ATM nicht ratsam

Analsex ist eine Sexpraktik, die – sofern sie ohne Kondom verläuft - mit einem erhöhten Risiko verbunden ist Geschlechtskrankheiten zu übertragen. „Die Keime des Darms können allerdings, wenn sie in den Mund gelangen, ebenfalls Krankheiten übertragen“, erklärt die Sexualtherapeutin Heike Melzer. „Dazu gehören jedoch keine Geschlechtserkrankungen – eher Magen-Darm-Probleme sowie Entzündungen im Mund.“ Der unangenehme Geruch und der damit verbundene Ekel habe eine Schutzfunktion und sollte auch im sexuellen Kontext nicht durchbrochen werden, so Melzer.

Analverkehr kann zudem, wenn er unsensibel ausgeführt wird, zu „Schmerzen und Blutungen“ führen, schreibt die Pharmazeutische Zeitung (PZ).

Mehr dazu:

Die Ärzte Prof. Dr. med. G. Grospietsch und Dr. med. W. G. Gehring raten bei DocMedicus von Vaginal- oder Oralverkehr nach ATM ab. „Diese Praktiken sind nur nach gründlicher Reinigung des Penis, des Plugins bzw. nach Wechseln des Kondoms erlaubt.“ Dasselbe gelte auch für Finger, Zunge, Sex-Toys, denn die Keime können zu Infektionen der Scheide, der Blase, der Nieren (besonders gefährlich) und des Mundes führen, so die Ärzte.

Du möchtest ATM ausprobieren? Dann beachte folgende Tipps!

Da die Sexpraktik „Ass to Mouth“ nicht unbedenklich ist, solltest du diese Tipps mit deinem Sexpartner oder deiner Sexpartnerin auf jeden Fall beherzigen, wenn ihr es gerne versuchen möchtet:

  1. Frage dich als passiven Part: Mag ich Blowjobs und Analverkehr? Beides bildet die Basis für ATM. Wenn du einem oder beiden Praktiken nichts abgewinnen kannst, lass die Finger davon.

  2. Kommunikation: Sprecht miteinander, ob ihr beide Lust auf ATM habt. Teilt eure Ängste oder Wünsche dem Partner oder der Partnerin mit.

  3. Safety first: Die sicherste Variante für ATM ist Analsex mit Kondom, um euch vor STIs und anderen Risiken zu schützen. Doch nicht nur im After, auch in der Mundhöhle befinden sich gefährliche Keime. „Teilweise haben sie die Fähigkeit, Gewebe und Kollagen aufzulösen. Eine antibakterielle Mundspüllösung kann diese Risiko-Keime reduzieren“, erklärt der Zahnarzt Dr. Hendrik Felke aus Berlin im Wunderweib-Artikel über sicheren Oralsex.

  4. Hygiene nach dem Analsex: Die Ärzte Prof. Dr. med. G. Grospietsch und Dr. med. W. G. Gehring empfehlen bei DocMedicus nach dem Analverkehr aus hygienischen Gründen und um Infektionen zu vermeiden folgende Maßnahmen:

    • für den penetrierenden Partner als Mann ohne Kondom: langsames Herausziehen des Penis, gründliche Reinigung, Wasserlassen, denn Urin befreit die Harnröhre von der Kontamination mit Bakterien.

    • für den empfangenden Partner Mann oder Frau: gründliche Reinigung des Anus.

Hygiene-Produkte für "Ass to Mouth"

Eine Analdusche vor dem Analsex spült restliche Fäkalien aus dem Enddarm und sorgt dafür, dass der Bereich weitgehend keimfrei ist. Eine Mundspülung befreit die Schleimhäute im Mund von Keimen und Bakterien.

Alles zur Vorbereitung auf Analsex findest du in diesem Artikel: Anal Prep: 5 Tipps zur Vorbereitung auf Analsex

Wir können diese beiden Produkte empfehlen und haben die Vor- und Nachteile für dich zusammengestellt:

Analdusche für Analverkehr
Analdusche für Analverkehr
Antibakterielle Mundspülung
Antibakterielle Mundspülung

Artikelbild und Social Media: nd3000/iStock